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Interview mit Kaspersky Lab zu aktuellen Bedrohungen für Internet-Nutzer

Kaspersky beantwortet in diesem Interview Fragen zu aktuellen Bedrohungen, wie Sie sich schützen können und zur neuen Kaspersky Internet Suite 2015.

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Die folgenden Fragen beantwortet Stefan Kremel, B2C Product Marketing Manager Europe  bei Kaspersky Lab.

Windows 7 und Windows 8 sind schon sehr sichere Systeme. Genügt hier eine einfache Antiviren-Software oder empfehlen Sie eine komplette Internet Security Suite?

Stefan Kremel: Es gibt unterschiedliche Anforderungen der Anwender. Während sehr erfahrene Nutzer, die einen Rechner ausschließlich allein verwenden, mit einer klassischen AV-Lösung wie Kaspersky Anti-Virus 2015 gut zurechtkommen, kann für andere Anwender eine Sicherheitssuite sinnvoll sein. Der Einsatz einer Suite schützt nicht nur vor Viren, Würmern und Trojanern, sondern vor allen Gefahren aus dem Netz. Die digitale Identität ist ebenso geschützt wie Online-Banking und –Shopping-Transaktionen oder Kinder, die den Rechner mit benutzen und vor bestimmten Inhalten verschont bleiben sollen. Unsere Suite Kaspersky Internet Security 2015 bietet dem Nutzer durch Zusatzfunktionen wie Anti-Spam-Schutz, Kindersicherung, Zwei-Wege-Firewall, die Technologie Sicherer Zahlungsverkehr, den Modus für vertrauenswürdige Programme sowie die virtuelle Tastatur ein Mehr an Sicherheit.  

Die Kaspersky Internet Security 2015 hat schon sehr gut in Tests abgeschnitten. Was konnten Sie in der 2015er-Version verbessern?

Stefan Kremel: Das Herz unserer Lösungen, unsere Engine, wird permanent verbessert und liefert zuverlässig die höchsten Malware-Erkennungsraten. Daneben haben wir Verbesserungen durchgeführt, die zu einer noch leistungsfähigeren Suite geführt haben. Etablierte Funktionen wie der Sichere Zahlungsverkehr, Anti-Phishing, die Bedienungsoberfläche sowie die Kindersicherung wurden weiter optimiert. Komplett neu sind der Webcam-Schutz, ein neues Modul im Aktivitätsmonitor, der beispielsweise bei Ransomware - also Erpressersoftware - zum Einsatz kommt, Sicherheitsmeldungen für öffentliche WLAN-Netze sowie eine automatische Upgrade-Funktion auf neu erschienene Versionen.

Welche Sicherheit bietet mir die Kaspersky Internet Security 2015 beim Online-Banking und -Shopping?

Stefan Kremel: Kaspersky Internet Security kommt mit dem so genannten Sicheren Zahlungsverkehr. Dieses Modul macht finanzielle Transaktionen noch sicherer. Applikationen von Drittanbietern können jetzt nicht mehr auf im Webbrowser eingegebene Daten zugreifen, unter denen sich kurzzeitig auch vom Anwender kopierte vertrauliche Daten wie Passwörter befinden könnten. Der Sichere Zahlungsverkehr bietet weiterhin Schutz vor Screen-Capture-Malware, bösartigen Browsererweiterungen und anderen Methoden, mit denen Cyberkriminelle an sensible Daten und somit an das Vermögen ihrer Opfer gelangen wollen.

Wie muss ich meinen PC schützen, wenn ich Online-Shopping und Home-Banking betreiben möchte?

Stefan Kremel: Schutz liefert eine Security-Lösung wie Kaspersky Internet Security 2015 , regelmäßige Updates aller genutzten Programme und Betriebssysteme und richtig starke Passwörter zur Absicherung der genutzten Accounts. Ein starkes Passwort sollte immer einzigartig sein sowie mindestens 16 Stellen, Groß- und Kleinschreibung, Sonderzeichen und Zahlen beinhalten. Wem das zu kompliziert wird, dem hilft ein Passwort-Manager, wie zum Beispiel der Kaspersky Password Manager.

Wie reagiere ich richtig, wenn meine Schutz-Software einen Virus meldet?

Stefan Kremel: Bei einer Virenmeldung bietet unsere Software verschiedene Optionen, wie man den Virus löschen, in Quarantäne  schieben oder den Vorfall ignorieren kann. Dem Nutzer wird die Entscheidung dann praktisch abgenommen; er kann aber auch, wenn er möchte, selbst entscheiden, was nach einer Virenfundmeldung gemacht werden soll. 

Viren kommen per Mail, Drive–by-Download, Internetseiten oder USB-Sticks. Auf welchen Wegen schleichen sich die meisten Schädlinge auf meinen PC?

Stefan Kremel: Beim Surfen landen die meisten Schadprogramme per Drive-by-Download auf dem Rechner – also eine Infizierung allein durch das Besuchen einer kompromittierten Webseite. Unsere Jahresanalysen für 2013 haben ergeben, dass es sich bei sieben der Top-20 Internetschädlinge des vergangenen Jahres um Bedrohungen handelte, die bei Drive-by-Download-Angriffen eingesetzt wurden. Ansonsten sehen wir zunehmend plattformunabhängigere Cyberattacken wie Phishing. Hier spielt es letztendlich keine Rolle, ob man einen PC, Mac oder iPhone nutzt. Ziel der Cyberkriminellen ist es, an sensible Informationen wie Kreditkartendaten oder Account-Zugangsdaten zu gelangen.

Erkennt die Antiviren-Software von Kaspersky auch komplett neue Viren?

Stefan Kremel: Ja. Unsere Heuristik, die Technologie Automatischer Exploit-Schutz  und vor allem unser Kaspersky Security Network (KSN) bieten Echtzeitschutz  - auch vor neu auftauchenden Gefahren. Über die Cloud-basierte Datenbank KSN erhalten wir Informationen über Infizierungsversuche und Malware-Attacken weltweit. Über die gewonnenen Informationen verbessern wir den Echtzeitschutz bei allen Kunden. Insgesamt entdecken wir jeden Tag 315.000 neue Schadprogramme. Der überwältigende Großteil wird automatisiert durch unsere Technologien erkannt und entschärft. Nur bei einem kleinen Teil, wie zielgerichteten Attacken und hochentwickelten Advanced Persistent Threats, müssen dann unsere Experten ran, um auch diese Angriffe zu verhindern.

Wie groß sind die Gefahren in sozialen Netzwerken wie Facebook, LinkedIn oder Xing?

Stefan Kremel: In Sozialen Netzwerken ist Phishing der Account-Daten eine große Gefahr. Nutzer von Sozialen Medien waren mit über 35 Prozent im vergangenen Jahr ganz klar Phishing-Ziel Nummer eins – vor Bank- und Online-Shopping-Kunden sowie E-Mail-Anwendern. Ist ein Social-Media-Account gehackt, haben die Cyberkriminellen freien Zugang zu allen dort gespeicherten Informationen und können im Namen des gehackten Account zum Beispiel Links auf infizierte Webseiten an die Social-Community verbreiten.

Seit dem Super-Virus Stuxnet, der im Jahr 2010 das iranische Atomprogramm sabotieren konnte, werden immer wieder hochkomplexe Viren entdeckt. Wie groß ist die Gefahr, dass sich der PC eines Privatanwenders einen solchen Super-Virus einfängt?

Stefan Kremel: Hochkomplexe Schädlinge wie Stuxnet haben nicht uns Heimanwender, sondern Opfer wie kritische Branchen oder Regierungseinrichtungen im Visier. Es kann allerdings vorkommen, dass man sich als Nutzer kollateral einen solchen Supervirus einfängt. Wir haben aktuell eine Analyse von Windows-Schwachstellen gemacht. Diese zeigte, dass das Exploit "CVE-2010-2568", das auch von Stuxnet ausgenutzt wurde, heutenoch millionenfach von Malware ausgenutzt wird. Zwischen November 2013 und Juni 2014 wurden weltweit noch 19 Millionen Anwender mit dem alten Stuxnet-Exploit konfrontiert. Nutzer sollten daher jegliche Software immer aktuell halten und nicht mehr genutzte Software explizit  löschen. Außerdem sollte jeder Rechner eine verlässliche Sicherheitslösung mit dediziertem Exploit-Schutz besitzen.

Welche besonderen Gefahren drohen mir als Android-Nutzer?

Stefan Kremel: Auch Smartphones und Tablets kämpfen gegen die zunehmende Masse und Qualität mobiler Schädlinge. Wir kennen aktuell etwa 350.000 einzigartige mobile Schädlinge und über 840 Schädlingsfamilien. Davon haben es 99 Prozent auf Android abgesehen. Zudem sehen wir ähnliche Angriffsmuster wie gegen PCs. Vor kurzem tauchte beispielsweise der Schädling  Koler auf. Von der mobilen Ransomware (Erpressersoftware) sind bisher Opfer aus 30 Ländern betroffen – darunter auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Generell sehen wir auch eine drastische Zunahme an mobilen Banken-Trojanern.

Benötige ich eine Antiviren-Software für Android, wenn ich Apps nur bei Google Play lade?

Stefan Kremel: Wenn Anwender Apps ausschließlich aus offiziellen Stores herunterladen, machen die Anwender schon sehr viel richtig. Dubiose App Stores von Drittanbietern gelten als ein Hauptinfizierungsweg für Android-Geräte. Mit Kaspersky Internet Security for Android können nicht nur mobile Schadprogramme und maliziöse Apps geblockt werden, es werden auch Phishing-Versuche, z.B. über SMS-Links abgewehrt. Gerade für mobile Geräte ist auch eine Diebstahlschutzfunktionen wichtig. Somit kann das Gerät geortet bzw. geblockt oder auch sensible Daten auf den Geräten gelöscht werden, alles komfortabel über einen Remote-Zugang.

Wird es eine Kaspersky -Schutz-App auch für das iPhone geben?

Stefan Kremel: Es gibt bereits eine App namens Kaspersky Safe Browser for iOS, die kostenfrei im  Apple App Store verfügbar ist. Damit schützen sich iPhone- und iPad-Besitzer vor Phishing-Seiten, wenn sie im Web surfen.

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