30.05.2013, 10:36

Ernst Lehmhofer

Audi, BMW, Ford, Mercedes, VW

Internet, Konnektivität und Infotainment im Auto

Moderne Autos rollen mit Internet-Empfang und als Hifi-Anlage auf Rädern durch die Gegend. Nicht nur bei Ford (hier auf dem Bild dargestellt). ©Ford

Audi nennt es „Connect“, BMW „ConnectedDrive“, bei Mercedes heißt es „Command“. Die Idee ist bei allen Fahrzeugherstellern gleich: Das vernetzte Auto. Internet, Car-to-X-Kommunikation kombiniert mit Infotainment – Deutschlands liebstes Kind mutiert immer mehr vom Statussymbol zum Mobile Device. Doch wie ist der aktuelle Stand der Entwicklung? Welche Systeme setzen die Automobilhersteller ein? Wir stellen die vernetzten Lösungen von Audi, BMW, Ford, Mercedes und Volkswagen vor.
Ob Echtzeit-Staumeldungen, Abstandsmessungen, die Kommunikation mit Ampeln und Verkehrsleitsystemen oder Parkplatzsuche – die Automobilhersteller testen und tüfteln, was das Zeug hält. Das Auto mutiert immer mehr zu einem Endgerät auf vier Rädern: Während Fahrzeughersteller sowie Google an einem völlig autonomen Fahrzeug arbeiten, beschäftigen sich Forscher der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK mit innovativen Konzepten für die Car-to-X-Kommunikation. Dabei sollen Fahrzeuge ihre Position und Geschwindigkeit an Roadside Units (RSU) am Straßenrand melden und im Gegenzug aktuelle Informationen über den Verkehr und Straßenzustand bekommen. Während das noch Zukunftsmusik ist, bieten die Fahrzeughersteller in ihren aktuellen Kommunikationssystemen immer mehr Funktionen, die wir von PCs, Smartphones und Tablets kennen.
PC-WELT gibt einen Überblick, was bereits jetzt in Sachen Internet, Konnektivität und Infotainment in Fahrzeugen von Audi, BWM, Ford, Mercedes und Volkswagen möglich ist.

Audi

Die Verbindung zur Außenwelt heißt bei den Ingolstädtern Audi connect. Alle Dienste benötigen Audi MMI Navigation plus oder Navigation plus mit Touch in Verbindung mit dem Bluetooth-Autotelefon. Die Vernetzung basiert auf dem Datenaustausch via UMTS, LTE soll noch in diesem Jahr folgen. Bereitgestellt werden aktuelle Verkehrsdaten, Flug- und Zuginformationen, Wetterberichte und Online-News sowie Facebook und Twitter.
Auch die am PC erstellte Reiseroute lässt sich über das Smartphone ins Navigationssystem holen. Die Navigation erfolgt mit Bildern von Google Earth und Street View, ergänzend lassen sich Fotos, Artikel und Brancheneinträge abrufen. Mittels Sprachsteuerung können Sonderziele gesucht werden, Beifahrer können mit bis zu acht mobilen Endgeräten surfen und mailen.
Ein weiterer Aspekt von Audi connect wird der Umgang mit künftigen e-tron-Modellen sein. Spezielle Apps auf dem Smartphone sollen es erlauben, den Akku-Ladezustand jederzeit aus der Ferne abzulesen oder im Sommer den Innenraum auf effiziente Weise bereits dann zu kühlen, wenn die Batterie noch geladen wird. Mittelfristig wird diese Funktion zu einer Ferndiagnose erweitert werden, um auch Fahrzeugzustände an den Servicepartner vor Ort weiterzuleiten.
Wie bei anderen Herstellern auch sollen Daten, von der Musik bis zur Navigation, in der Cloud bereitgehalten werden und so die lokale Datenspeicherung an Bord überflüssig machen.

BMW

Der bayerische Automobilhersteller gehört zu den Vorreitern bei Telematik- und Infotainment-Diensten. Das überarbeitete ConnectedDrive kommt in der neuen Generation seines Navigationssystems Professional mit einem vollständig in 3D realisiertem Design, einem überarbeiteten Anzeigebedienkonzept und zahlreichen zusätzlichen Funktionen für Navigation, Office und Multimedia, Diktierfunktion mit Freitextspracherkennung für E-Mail und SMS und Car Hotspot LTE – und zwar in jedem BMW. Der Automobilbauer bietet seinen Kunden zudem über Real-Time Traffic Information (RTTI) die Möglichkeit, einen Blick auf die aktuelle Stau- und Verkehrssituation zu werfen. Dazu gibt’s eine Routenberechnung und eventuelle Umleitungsempfehlungen, da es die Echtzeitverkehrslage für die Routenführung sowie die Berechnung der Ankunftszeit berücksichtigt.
Genutzt werden anonymisierte Bewegungsprofile dynamischer Netzverbindungen von Mobilfunkgeräten und die Anzahl und der Geschwindigkeit der Positionswechsel innerhalb des Mobilfunknetzes. Daraus erstellt RTTI ein Bild vom aktuellen Verkehrsgeschehen. Voraussetzung: Man muss Vertragskunde von BMW ConnectedDrive mit den Ausstattungen BMW Assist und BMW Online (Google Panoramio und Lokale Suche mit Street View) sein.
Seit Herbst 2011 ist die Online-Nutzung von RTTI außerhalb des Fahrzeugs auch über die „My BMW Remote“-App auf unterstützten Smartphones möglich. Mit der iPhone-App BMW Connected lassen sich Funktionen wie Webradio, Facebook oder Twitter auf dem Fahrzeug-Display anzeigen und mit dem iDrive-Controller bedienen. Ferner sind Informationen wie Geschwindigkeit, Außentemperatur oder das Navigationsziel abrufbar.
BMW verbaut übrigens in allen Fahrzeugen mit ConnectedDrive-Funktion eine eigene SIM-Karte, deren Benutzung drei Jahre lang kostenlos ist.
 
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