25.08.2009, 10:22

Thomas Hümmler

Internet und Sicherheit

DSL-Beschleuniger auf dem Prüfstand

Manche DSL-Tuning-Tools kosten richtig Geld. Dafür versprechen sie, die Internet-Verbindung schneller zu machen. Lohnt sich die Investition? Unser Test zeigt: Nur wenige Programme nützen wirklich. Wir sagen, auf welche Software Sie setzen können.
Dringend Abhilfe gesucht! Wer Web-Seiten, Flash-Videos und Downloads trotz vermeintlich schnellem DSL-Anschluss nur in Zeitlupe auf den Computer bekommt, ist früher oder später bereit, in ein Beschleunigungsprogramm zu investieren. Auf dem Markt gibt es inzwischen ein paar namhafte – nicht ganz billige – DSL-Tuning-Tools. Einige Programme versuchen durch Änderung der Windows-Einstellungen mehr Geschwindigkeit rauszuholen, andere benutzen dafür Kompressionstechnik. Aber wie viel erreichen die Tools damit – halten sie, was sie versprechen? Wir haben eine Auswahl solcher kostenpflichtiger DSL-Tuner getestet. Wie sich die Programme im Einzelnen geschlagen haben, ist ausführlich auf der nächsten Seite beschrieben.
Unser Fazit zu DSL-Tuning-Tools: Nur zwei sind bedingt empfehlenswert
Oft konnten wir nach der Tuning-Maßnahme keine Beschleunigung feststellen. Einige Programme lassen den Anwender über die Änderungen völlig im Unklaren. Im schlimmsten Fall handelt man sich gar Probleme ein – etwa beim Tool DSL und Internet Booster: Es empfiehlt unter anderem, die Black-Hole-Erkennung einzuschalten. Was das ist, erfährt der Anwender nicht – und auch nicht, dass er sich durch das Aktivieren sogar Verzögerungen einhandeln kann.
Die empfehlenswerten Tools: Onspeed arbeitet mit Datenkompression. Das bringt bei Texten einiges, bei Bildern aber unter Umständen schlechte Qualität. Eindeutig positiv sticht nur das Programm Cfos Speed aus diesem Testfeld heraus: Bestimmte Anwendungen, etwa Online-Spiele oder Tauschbörsennutzung, werden spürbar beschleunigt. Ob das Tool aber in Ihrer IT-Umgebung hilft, sollten Sie zuerst ausprobieren. Dazu bietet die Shareware mit kostenlosen 30 Tagen Testzeitraum ausreichend Gelegenheit.
Cfos Speed: Schnellere Up- und Downloads
Schon während der Installation von Cfos Speed will ein Assistent die „TCP Empfangsfenstergröße“ ändern – von 937.500 Byte auf 64.240 Byte. Denn ein großer Wert sei hier – so die Cfos-Dokumentation – bei gleichzeitigem Upload und Download nach wie vor eine Bremse. Außerdem würde „ab TcpWindowSize-Werten von 64 K und größer die Latenz auf mehr als 400 Millisekunden steigen, ein inakzeptabler Wert für VoIP“. Cfos bietet als Lösung Traffic Shaping an. Dabei wird jeder Empfangsbestätigung für ein Upload-Paket gleich ein Download-Paket beigefügt. Ein Upload kann also einen Download nicht ausbremsen.
Fazit: Cfos Speed hält nützliche Funktionen bereit. Es eignet sich vor allem für Spieler und Tauschbörsennutzer.
DSL und Internet Booster: Tuning ohne Wirkung
Gleich nach dem Start irritiert das Tool DSL und Internet Booster von BHV mit seiner Frage nach dem Passwort für die geschützte Installation. Damit ist die auf CD gedruckte Seriennummer gemeint. Nach der Installation wählt der Benutzer links in der Programmoberfläche die Internet-Verbindung. Darunter zeigt das 20 Euro teure Programm drei Werte an, die es anpasst. Rechts davon lassen sich fünf weitere Einstellungen vornehmen. Für den Nicht-Fachmann sind Empfehlungen angefügt. Schlecht: Die Hilfe-Datei entspricht inhaltlich genau der Anleitung. Ein Klick auf „Support“ startet das Mailprogramm. Da wundert es fast, dass der Netzbeschleuniger drei MB Plattenplatz braucht.
Fazit: Wir konnten mit den Einstellmöglichkeiten dieses Tools keine tatsächliche Beschleunigung erzielen.
Fix-it Utilities: Tool-Sammlung ohne DSL-Nutzen
In den Fix-it Utilities Pro von Avanquest ist das Tool Internet-Speed enthalten. Im Handbuch heißt es: „Die jüngsten Windows-Betriebssysteme sind normalerweise für lokale Netzwerke optimiert.“ Das Programm hat daher drei Einstellungen: LAN-Verbindung ohne PPPoE (für Kabel), LAN-Verbindung mit PPPoE (für DSL) und Wählverbindung (für Modem). Nach Anklicken einer Option und „Weiter“ verspricht das Tool das Optimieren des Windows-Netzwerks und der Browser-Einstellungen. Der Benutzer erhält keine Informationen, welche Einstellungen geändert wurden.
Fazit: Was gefixt wird, verschweigt das 40 Euro teure Programm. Einen positiven Effekt konnten wir nicht feststellen.
Onspeed: Hilfreich bei 1000er DSL
Nach der Installation fordert Onspeed einen Benutzernamen und ein Passwort. Anschließend steht das 30 Euro teure Programm (Jahresabopreis) in der Startleiste. Von dort gelangt der Nutzer an die wenigen Einstellungen. Diese dienen hauptsächlich dazu, den Kompressionsgrad von Bildern anzupassen. Die Methode ist technisch interessant – alle angeforderten Webinhalte machen einen Umweg über den Onspeed-Server und werden dort komprimiert. Ein Statistik-Dialog zeigt die Kompressionsrate der ankommenden Daten.
Fazit: Laut Hersteller beschleunigt Onspeed nur Verbindungen bis zu 2 MBit/s. Bei einer DSL-1000-Verbindung ist der Effekt deutlich, allerdings auf Kosten der Bildqualität.
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