Internet-Kriminalität

Die zehn größten Cybercrime-Fälle aller Zeiten

Freitag den 13.07.2012 um 09:34 Uhr

von Steffen Zellfelder

Cybercrime (Computerkriminalität) sorgt für Schäden in Milliardenhöhe
Vergrößern Cybercrime (Computerkriminalität) sorgt für Schäden in Milliardenhöhe
© iStockphoto.com/yuri_arcurs
Computerkriminalität gibt es seit über 40 Jahren. Manche Täter sind raffiniert, manche skrupellos und einige fanatisch. Die zehn bedeutendsten digitalen Kriminalfälle aller Zeiten finden Sie hier.

Platz 10: Der erste Fall von Cybercrime

Eines der bekanntesten Cyber-Verbrechen ist gleichzeitig auch eines der ältesten. Es begann im Jahr 1970: Ein Kassierer der Unions Dime Savings Bank in New York hatte damals regelmäßig einen Teil des eingezahlten Kundengeldes mitgehen lassen. Um seine persönliche Bereicherung nicht auffliegen zu lassen, hatte er nach Schalterschluss die Kundenbelege im Zentralrechner der Bank einfach nach unten korrigiert. Obwohl der Mann keineswegs über nennenswerte Computerkenntnisse verfügte, schaffte er es, sowohl Kontoinhaber als auch Vorgesetzte gleichermaßen an der Nase herumzuführen. Gefasst wurde der Kassierer nur durch Zufall: Bei einer Routinekontrolle eines Wettbüros fand die New Yorker Polizei Belege dafür, dass besagter Kassierer eine Vorliebe für Sportwetten hatte: Für diese gab er an manchen Tagen bis zu 30 000 Dollar aus. Sein offizielles Jahreseinkommen betrug allerdings lediglich 11 000 Dollar.

Platz 9: Russian Business Network

Das „Russian Business Network“ (RBN) gibt es seit dem Jahr 2006. In seinem Gründungsjahr waren die Aktivitäten des Internetdienstleisters noch zum großen Teil legal. Das hat sich in der Folge allerdings schnell geändert. In der Zwischenzeit hat das „Russian Business Network“ ein weltweites Netz von Tochterunternehmen aufgebaut und steht massiv unter dem Verdacht, die eigenen kriminellen Kunden vor dem Zugriff der Justiz zu schützen. So machen Experten für Computerkriminalität RBN-Server für die Verbreitung von Spam- und Phishing-Mails sowie von Kinderpornographie verantwortlich. Details über das Unternehmen selbst sind praktisch nicht bekannt.


Platz 8: Cybercrime-Erpressungsversuch

Ein russischer Hacker verschaffte sich im Januar des Jahres 2000 Zugriff auf Datensätze von 300 000 Kunden des Online-Händlers Cduniverse.com. Mit Hilfe der erbeuteten Kreditkarten-Daten wollte der Angreifer unter dem Alias Maxim 100 000 Dollar von dem Online-Kaufhaus erpressen. Mit der stoischen Reaktion von Cduniverse hatte er allerdings nicht gerechnet. Auf die Forderung des Datendiebes reagierte der Internethändler nämlich einfach gar nicht.

Platz 7: Hacker-Kräftemessen mit Microsoft

Ein Hacker mit dem Alias Beale Screamer entwickelte im Jahr 2001 ein Programm, mit dem sich Microsofts Kopierschutz für Musik- und Videodateien weitgehend aufheben ließ. Kurz darauf wandte sich Screamer an die Öffentlichkeit und erklärte, er wollte mit seiner Art des Ungehorsams eine Botschaft an die Musik- und Filmindustrie senden. Er war der Meinung, dass der rechtliche Rahmen im Umgang mit digitalen Medien zu einseitig von der Industrie definiert wird und Konsumenten dabei zu rechtlosen Goldeseln für die Großkonzerne verkommen. Obwohl Microsoft und andere betroffene Unternehmen große Anstrengungen unternommen haben, den Hacker ausfindig zu machen, ist er bis heute anonym.


Für Star-Trek-Wiederholungen legen sich Hacker auch mit
Großkonzernen an.
Vergrößern Für Star-Trek-Wiederholungen legen sich Hacker auch mit Großkonzernen an.

Platz 6: Gangster wollen Captain Kirk

In den Jahren zwischen 1995 und 1998 lieferte sich News Corp, eines der größten Medien-Konglomerate der Welt, einen erbitterten Cyber-Krieg mit einer europäischen Hacker-Gruppe. Dabei wollten die Hacker eigentlich lediglich erreichen, dass das Medienunternehmen alte Folgen der TV-Serie Star Trek wieder im Fernsehen bringe. Doch selbst wenn News Corp das gewollt hätte, war es ihnen damals aus rechtlichen Gründen nicht gestattet.

Freitag den 13.07.2012 um 09:34 Uhr

von Steffen Zellfelder

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (7)
  • mike_kilo 14:39 | 13.07.2012

    kurz gesagt:
    Kleinvieh macht auch Mist!

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  • hnmatze 14:35 | 13.07.2012

    Ein witziger Fall fehlt

    Leider habe ich keine Belege und kenne den Fall nur vom 'HörenSagen'.

    In den 1970ern oder 80ern soll ein Programmierer den Großrechner einer Bank so manipuliert haben, dass die Transaktionsprogramme die Ungenauigkeiten bei Rundungen ausgenutzt haben, um Differenzbeträge im Milli-Cent Bereich auf gesonderte Konten zu übertragen.

    Eigentlich fehlte niemandem Geld. Darum fiel das auch anfangs nicht auf.

    Bei x Millionen Transaktionen pro Tag und (angenommen) 0,1 cent/Transaktion sind das zwar nur x*1000 DM/Tag....aber

    1. waren 1000 DM damals viel.
    2. sind das nur Annahmen; Es könnte auch mehr sein.
    3. Ein Jahr hat ja recht viele Tage :-)

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  • mike_kilo 13:27 | 23.01.2012

    Zitat: deoroller
    Die PC-Welt hatte schon Bildzeitungsniwo bevor es die Computerbild gab.
    dieses "Qualitätsmerkmal" stammt aber nicht aus Forenusers' Hand >
    (...) Diese Art von Artikeln brachte der PC-Welt in Fachkreisen scherzhaft den Titel „Bildzeitung der Computerzeitschriften“ ein, lange bevor es die „echte“ Computer Bild gab.....
    Quelle > wiki
    p.s.
    die CoBi-Verlinkung selbst - im O-Zitat -, habe ich entfernt, sonst gibts zu viele PI für das nachrangige Wisch 'n wech-Boulevardblatt.

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  • tempranillo 23:41 | 22.01.2012

    Na ja, bei allem verständlichen Sarkasmus ist das doch ein wenig übertrieben. Macht euch mal den Spaß, opfert ein paar Minuten im Supermarkt oder Hauptbahnhof und lest ein wenig im Konkurrenzblättchen. Das ist schon ziemlich heftig und auch von der PCW nicht zu toppen...
    Aber egal, wir machen ja hier nicht die Mitbewerber nieder und jeder muss wissen, mit welcher Lektüre er glücklich wird.

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  • deoroller 19:58 | 22.01.2012

    Die PC-Welt hatte schon Bildzeitungsniwo bevor es die Computerbild gab.

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