Larrabee soll die Funktion eines Grafikchips übernehmen, basiert aber auf einer generalüberholten Pentium-CPU aus dem Jahre 1994: dem P54C. Zum Produktstart Ende 2009 will Intel bis zu 32 dieser CPUs über einen Ringbus zusammenschalten. Jedem Pentium steht dabei eine Vektoreinheit zur Seite, die die eigentlichen Grafikberechnungen durchführt – der CPU-Kern koordiniert lediglich deren Arbeit.
Der Vorteil von Larrabee gegenüber herkömmlichen Grafikchips liegt in seiner frei programmierbaren Hardware. Grafikchips können viele Funktionseinheiten nur für eine ganz bestimmte Aufgabe verwenden, sind also häufig nicht ausgelastet, weil ihr Einsatz momentan nicht gefragt ist oder sie auf Berechnungen anderer Einheiten warten müssen. Larrabee hingegen passt seine Rechenleistung dynamisch an die Anforderungen der Software an. Ist diese optimal programmiert, lässt sich die CPU theoretisch voll auslasten. Und eine neue Direct-X- oder Open-GL-Version könnte Larrabee einfach per Firmware-Update lernen.
Der größte Nachteil von Larrabee liegt ebenfalls in der freien Programmierbarkeit. Software-Entwickler müssen ihren Programm-Code an die Larrabee-Architektur anpassen. Das ist kostspielig und zeitraubend. Ganz von alleine wird sich Larrabee also sicherlich nicht als Alternative zur klassischen Grafikkarte durchsetzen. Aber Intel hat ja schon früher bewiesen, dass sich mit massiver finanzieller und technischer Unterstützung Produkte auf den Markt peitschen lassen.
lntel: System-on-Chip – der Prozessor als kompletter PC
Für mobile Geräte ist der platz- und stromsparende Alleskönner gefragt: das System-on-Chip (SoC). Allein 15 Entwicklungsprojekte bei Intel drehen sich um Prozessoren, die neben ihren Rechenwerken, dem RAM-Controller und dem Pufferspeicher auch Schaltkreise für die Grafik- und Sound-Berechnung, gängige Schnittstellen sowie weitere Funktionen in einem einzigen Halbleiterbaustein vereinen. Diese hochintegrierten Chips erlauben besonders kompakte Bauformen und sind dank verbesserter Arbeitsteilung auch extrem sparsam.
GLOSSAR Prozessor
Front Side Bus (FSB): So heißt der Datenkanal zwischen Prozessor und Northbridge.
Hyper-Threading: Diese Intel-Technik erlaubt eine höhere Auslastung des Prozessor-Rechenkerns, indem sie ihn in zwei virtuelle Rechenkerne aufteilt.
Northbridge: Sie ist ein Teil des Chipsatzes auf der Hauptplatine. Die Northbridge steuert den Datentransfer zwischen Prozessor, Grafikkarten-Schnittstelle und – bei Intel-CPUs – Arbeitsspeicher.
Quickpath Interconnect (QPI): Die schnelle Punkt-zu-Punkt-Verbindung übernimmt bei zukünftigen Intel-CPUs die Aufgabe des Front Side Bus.
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Lesen Sie in diesem Beitrag