Chipsatz-Serie Intel 7, 6 und 5

Dienstag den 10.04.2012 um 14:55 Uhr

von Michael Schmelzle

Spitzenmodell der Chipsatz-Series Intel 7: der
Z77
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© Intel / Intel
Für die Prozessor-Generation "Ivy Bridge" ist die Chipsatz-Serie 7 von Intel gedacht, die zunächst sechs Desktop-Varianten umfasst. Die beiden Spitzenmodell Intel Z77 und Z75 kommen mit einer CPU-Übertaktungsfunktion, die der preisgünstigeren H77 und B75 nicht unterstützen. Für Büro-Rechner sind die Varianten Q77 und Q75 gedacht, die sich über eine standartisierte Management-Software leicht administrieren lassen und neben PCI Express auch noch PCI unterstützen.Intel fertigt die 7er-Chipsatz-Serie nach wie vor im 65-Nanometer-Verfahren und gibt eine maximale Leistungsaufnahme von knapp 7 Watt an.   

Wichtigste Neuerung der 7er-Serie von Intel: Die Chipsätze unterstützen jetzt ab Werk vier USB-3.0-Anschlüsse, und die integrierte Grafiklogik kann jetzt statt zwei drei Bildschirme gleichzeitig ansteuern. Ebenfalls eine Weltneuheit bei Intel ist die Kompatibiliät der 7er-Chipsätze zur CPU-Vorgängergeneration "Sandy Bridge" sowie der 6er-Chipsatz-Baureihe und vis versa. Wollen Sie einen neue "Ivy Bridge"-Prozessor in einer alten Hauptplatine mit 6er-Chipsatz betreiben, benötigen Sie allerdings ein Bios-, Firmware- und Grafikchiptreiber-Update.

Chipsatz-Funktion Z77 Z75 H77 B75 Q77 Q75
x16-PCI-Express-Konfiguration 1x16 / 2x8 / 1x8 + 2x4 1×16 / 2x8 1x16 1x16 1x16 1x16
PCI Express 2.0 8 8 8 8 8 8
PCI - - - ja ja ja
USB 2.0 / 3.0 10/4 10/4 10/4 8/4 10/4 10/4
SATA 2 / 3 4/2 4/2 4/2 5/1 4/2 5/1
CPU-Übertaktungs-Funktion ja ja - - - -
RAID ja ja ja - ja -
Smart Response Technology ja - ja - ja -
Active Management Technology 8.0 - - - - ja -
Standard Management Technology - - - - ja ja

PCI Express 3.0 ist übrigens keine Chipsatz-Funktion, vielmehr bringen die "Ivy Bridge"-Prozessoren 16 PCI-Express-Datenkanäle der dritten Generation mit. Wichtig für Besitzer von Hauptplatinen mit 6er-Chipsatz. Nur wenn Ihr Modell PCI Express 3.0 (per Bios-Update) unterstützt, können Sie diese "Ivy Bridge"-Funktion auch nutzen. Mainboards mit 7er-Chipsatz beherrschen PCI Express 3.0 hingegen ab Werk.  

Intel Chipsatz-Baureihen 5 und 6

Für die aktuellen Desktop-CPU-Baureihen Intel Core i3, i5 und i7 sind die Chipsatz-Serien 5 und 6 konzipiert. Anders als bei AMD legt der Chipsatz zwingend den CPU-Steckplatz und damit die Prozessorgeneration fest. Noch weit verbreitet sind Hauptplatinen mit Chipsätzen der 5er-Serie für Intel-Prozessoren mit Westmere- und Nehalem-Architektur.
 

Blockdiagramm: Intel-Chipsatz X58 mit North- und
Southbridge
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© Intel / Intel

Die Varianten H55, H57, P55 und Q57 für Sockel-1156-Prozessoren besitzen keine Northbridge mehr, weil diese im Prozessor integriert ist und deshalb als Platform Controller Hub firmiert. Eine Ausnahme bildet der X58 für Sockel-1366-Prozessoren, der in Kombination mit der ICH10(R) dem klassischen North-Southbrigde-Konzept folgt.
 
Für die aktuelle Prozessorgeneration „Sandy Bridge“ sind die Platform Controller Hubs B65, H61, H67, P67, Q67 und Z68 gedacht. Achtung beim Kauf von Mainboards mit 6er-Chipsatz: Achten Sie unbedingt darauf, das der Chipsatz der Revision B3 entspricht, da die B2-Variante einen schweren Defekt besitzt, der Intel einen Milliarden-Schaden eingebrockt hat.
 

Intels 6er Chipsätze im Vergleich

Martialisch verpackt: Intel Desktop Board DP67BG mit
P67-Chipsatz ak Platform Controller Hub
Vergrößern Martialisch verpackt: Intel Desktop Board DP67BG mit P67-Chipsatz ak Platform Controller Hub
© Intel / Intel

Wichtiger Unterschied zwischen den einzelnen 6er-Varianten: Die Anzahl der PCI-Express-2.0-Kanäle sowie der Möglichkeit, den CPU-Multiplikator im Bios individuell einzustellen (Intel Extreme Tuning) - sofern der Prozessor dies zulässt. Alle 6er-Varianten bieten 7.1-Raumklang (High Definition Audio), 4x SATA-300 und 2x SATA-600 und 10x bis 14x USB 2.0.
 
Mit Ausnahme des P67 verfügen alle Platform Controller Hubs der 6er-Baureihe über das Flexible Display Interface. Über diese hauseigene Intel-Schnittstelle können die Hauptplatinen-Hersteller den im Prozessor integrierten Grafikkern wahlweise über einen DisplayPort-, DVI- und HDMI-1.4a-Ausgang ausführen und so direkt ansteuern.
 
Abgesehen vom B65 und H61 besitzen auch alle 6er-Varianten einen integrierten Raid-Controller, der die Modi 0, 1 und 5 beherrscht. Gigabit-Ethernet, USB 3.0 und PATA bringt die 6er-Baureihe nicht mit, die Hauptplatinen-Hersteller bieten diese Schnittstellen aber meist über zusätzliche Controller-Chips von Drittherstellern an.
 

Intel Z68: Das Platform Controller Hub beherrscht
exklusive Funktionen wie das SSD-Caching
Vergrößern Intel Z68: Das Platform Controller Hub beherrscht exklusive Funktionen wie das SSD-Caching
© Intel / Intel

Eine besondere Ausnahme stellt das Spitzenmodell Z68 dar, der auf Wunsch häufig benutzte Daten automatisch auf einer Flash-Speicher-Festplatte ablegt (SSD-Caching) - sofern eine SSD im PC installiert ist. Außerdem kann der Z68 dynamisch zwischen dem integrierten Grafikkern der CPU und einer Grafikkarte wechseln - je nachdem wie viel Grafikleistung der PC gerade benötigt. Dazu bedarf es aber zusätzlicher Software wie beispielsweise Lucid Logix Virtu .

Dienstag den 10.04.2012 um 14:55 Uhr

von Michael Schmelzle

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (4)
  • Michael Schmelzle 14:34 | 12.04.2012

    Zitat: AS_X
    UEVI -> UEFI
    Virmware???


    Ups, schon korrigiert:o

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  • AS_X 12:27 | 11.04.2012

    UEVI -> UEFI
    Virmware???

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  • poro 19:40 | 22.07.2011

    Asrock hat schon ganz andere Dinge vollbracht.

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  • tojo 16:30 | 22.07.2011

    5er CPU mit 6er Chipsatz

    Zitat: " Anders als bei AMD legt der Chipsatz zwingend den CPU-Steckplatz und damit die Prozessorgeneration fest."

    Stimmt nicht ganz, das Mainboard ASRock Transformer kombiniert den neuen P67-Chipsatz (6er-Serie) mit dem Core Prozessoren der ersten Generation mit Lynnfield-Kern, wie z.B. den i5-750!

    Schöne Grüße
    tojo

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