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Installation und Upgrade von Linux Mint

02.07.2014 | 13:09 Uhr |

Die Installation von Linux Mint entspricht im Wesentlichen der von Ubuntu. Neben einer Neuinstallation gibt es aber auch Upgrade-Optionen – und hier unterscheidet sich Linux Mint klar von seiner Ubuntu-Basis.

Linux Mint zu installieren bedeutet im Wesentlichen nur, die richtige Partitionswahl zu treffen und den Boot-Loader an die richtige Stelle zu setzen. Allerdings verursacht derzeit der Übergang von der alten Bios- zur neuen UEFI-Firmware noch einige Schwierigkeiten. Lesen Sie hier, wie Sie die Installation vorbereiten und durchführen. Einen Grundlagenbeitrag zum Thema Multiboot finden Sie hier .

Frische Installation von Linux Mint 16

Anwender neuerer PCs und Notebooks müssen wissen, dass Linux Mint per Standard keine Unterstützung für UEFI Secure Boot mitbringt. Das Problem betrifft derzeit aber nur Rechner mit vorinstalliertem Windows 8. Wollen Sie Linux Mint auf einem solchen Rechner aufspielen, müssen Sie in der Firmware Secure Boot deaktivieren.

Über die Webseite von Linux Mint haben zu Zugriff auf eine große Auswahl an Desktop-Varianten, die als ISO-Datei heruntergeladen werden können. Um diese separat auf DVD zu brennen oder um sie auf USB-Stick zu schreiben bietet jedes Linux einen Startmedienhersteller oder das universelle Werkzeug dd:

sudo dd if=~/Desktop/linuxmint.iso of=/dev/sd[X] oflag=direct bs=1M

Nach „if“ (Input File) folgt das ISO-Abbild mit komplettem Pfad, nach „of“ (Output File) die Laufwerkskennung des USB-Sticks – oft „sdb“. Hier ist aber jeglicher Zweifel auszuschließen, weil das Ziellaufwerk komplett überschrieben wird: Listen Sie vorher mit dem Konsolenbefehl „df –h“ alle eingebundenen Laufwerke auf. Unter Windows können Sie für den Vorgang den Win32 Disk Imager verwenden.

Linux Mint für jeden Geschmack

Partitionierung während der Installation: Überstürzen Sie diesen Schritt nicht und sehen lieber zweimal hin, um Datenverluste zu vermeiden.
Vergrößern Partitionierung während der Installation: Überstürzen Sie diesen Schritt nicht und sehen lieber zweimal hin, um Datenverluste zu vermeiden.

Linux Mint installieren: Starten Sie das gewünschte Linux Mint mit dem selbst erstellen Medium. Auf dem Desktop des gestarteten Live-Systems finden Sie den Installations-Assistenten. Hier können Sie auch Deutsch als Sprache einstellen. Danach folgen Sie einfach den Anweisungen. Bei der Partitionierung der Festplatte müssen Sie achtgeben, wenn Linux Mint nicht das einzige Betriebssystem ist oder wichtige Datenpartitionen nicht überschrieben werden dürfen. Verwenden Sie dann bei der Installationsart die Option „Etwas Anderes“. Dann erscheint eine Übersicht der Festplatten und Partitionen. Typischerweise müssen Sie eine bestehende Partition erst „Löschen“ und dann dem entstehenden „Freien Speicherplatz“ mit „Hinzufügen“ ein Dateisystem (Ext4) und einen Einhängepunkt (/) zuweisen. Wenn Sie sich bei der Partitionswahl nicht ganz sicher sind, sollten Sie im Live-System vorher das Werkzeug Gparted zu Rate ziehen, das unter anderem auch die Datenträgerbezeichnungenanzeigt (Label).

Anders als bei Ubuntu können Sie in der Folge nicht auswählen, ob das System unfreie Software installieren soll oder nicht. Linux Mint installiert sichstandardmäßig so, wie die Entwickler es am besten für den Anwender halten. Auf ein aktualisierendes Update während der Installation verzichtet Mint ebenfalls. Dies können Sie aber später leicht nachholen.

Quasi-Upgrade einer Linux-Mint-Installation

Linux Mint bietet keine Option an, von einer Distributionsversion auf eine höhere zu aktualisieren (Upgrade). Die Entwickler vertreten die Meinung, dass eine frische Installation sicherer und sauberer ist. Jedoch bietet Linux Mint ein Tool an, das den Übergang zur nächsten Version erleichtert. Damit können Sie nicht nur Ihre Daten sichern, sondern auch die komplette Software-Auswahl.

Datensicherung: Das Backup-Tool ist recht einfach gestrickt. Dafür ist es übersichtlich und tut genau das, was Sie erwarten.
Vergrößern Datensicherung: Das Backup-Tool ist recht einfach gestrickt. Dafür ist es übersichtlich und tut genau das, was Sie erwarten.

Datensicherungswerkzeug: Sie finden unter der Systemverwaltung das „Datensicherungswerkzeug“. Dieses Backup-Tool enthält vier selbsterklärende Schaltflächen zur Sicherung und Wiederherstellung von Benutzerdateien und von Software.
 
Um persönliche Daten und Einstellungen zu sichern, Klicken Sie auf „Sicherungsdateien“ und geben Quelle und Ziel an. Als Quelle voreingestellt ist „root“, also das ganze System. Wollen Sie nur persönlichen Dateien und nicht das ganze System sichern, wählen Sie unter Quelle „Andere …“ und danach Ihr Home-Verzeichnis. Als Ziel bietet sich eine externe Festplatte an. Unter „Erweiterte Einstellungen“ können Sie unter anderem die Art der Sicherungbestimmen: „Struktur erhalten“ kommt einer normalen Kopie gleich, mit „tar-Datei“ erstellen Sie ein unkomprimiertes Archiv, mit „tar.bz2“ und „tar.gz“ komprimierte Archive.

Im nächsten Schritt legen Sie fest, ob bestimmte Dateien und Ordner nicht in die Datensicherung einbezogen werden sollen. Mit Hilfe der Tastenkombination Strg-H können Sie versteckte Ordner und Dateien ein- und ausblenden. Damit sind die Einstellungen beendet, und Sie können dem Assistenten zur Durchführung der eigentlichen Datensicherung folgen. Je nach Umfang dauert das erste Backup eine Weile.

Leider können Sie als Ziel keine über den Dateimanager eingebundene Netzwerkfreigabe nutzen. Der Grund ist, dass das Tool mit root-Rechten läuft, und durch eine Restriktion kann nur derjenige dieses Laufwerk lesen, der es eingebunden hat. Sie können aber eine CIFS-Freigabe (Samba) über die Konsole oder fstab einbinden, um das Verbot zu umgehen. Danach kommt zwar bei der Sicherung des Home-Verzeichnisses zu Fehlermeldungen, die Sie aber getrost ignorieren dürfen.

Das Wiederherstellen ist einfach die umgekehrte Aktion zum Backup. Sie müssen hier lediglich aufpassen, entweder „Archiv“ oder „Ordner“ vor der Auswahl der Quelle anzuklicken – je nachdem, welche Backup-Methode Sie gewählt haben.

Gute Gründe für Linux Mint

Reinstallieren der Software

Das „Datensicherungswerkzeug“ restauriert auch Ihre Software, allerdings nicht aus einer lokalen Sicherung, sondern durch Nachladen aus den Mint-Repositories. Mit dem Punkt „Softwareauswahl sichern“ erstellen Sie eine Software-Liste, die dem neuen Systemspäter mitteilt, welche Pakete vorherinstalliert waren. Die Auswahl des Ziels verhält sich ähnlich zur Sicherung der Dateien. Klicken Sie auf „Vor“, listet das System alle installierten Pakete auf. An dieser Stelle dürfen Sie Pakete ausschließen, etwa mit einem Mausklick alle abwählen und die benötigten einzeln hinzufügen. Die erstellte Software-Liste ist eine pure Textdatei, die einfach pro Zeile einen Paketnamen und entsprechende Anweisungen enthält. Mit dem „Datensicherungswerkzeug“ und der gespeicherten Datei können Sie die Software-Auswahl später wiederherstellen. Genau wie bei der Sicherung dürfen Sie noch intervenieren und bestimmte Pakete ausschließen. Danach fängt Linux Mint sofort an, die entsprechenden Pakete herunterzuladen.

Linux Mint: http://linuxmint.com
Linux Mint User Guide: www.linuxmint.com/documentation.php
Win32 Disk Imager: http://sourceforge.net/projects/win32diskimager

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