02.11.2009, 15:01

Hermann Apfelböck, Thorsten Eggeling

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Installation ohne DVD-Laufwerk

8. 32 oder 64 Bit? Wählen Sie die richtige Architektur
Windows 7 gibt es als 32- und 64-Bit-Version. Viele Anwender sind unsicher, für welche Architektur sie sich entscheiden sollen.
64-Bit-Technik: Prozessoren aktueller PCs unterstützen auch 64-Bit-Systeme. Es handelt sich um eine Erweiterung der 32-Bit-Architektur, die das direkte Adressieren von mehr als 4 GB RAM und das Ausführen von 64-Bit-Befehlen erlaubt. Bei Intel-CPUs wie Pentium D, Core 2 Duo oder Core 2 Quad nennt sich die Technik „Intel 64“ (früher „EMT 64“). Bei AMD-CPUs lautet die Bezeichnung „AMD64“ (früher „x86-64“) und ist in allen Prozessoren ab Athlon 64 (2003) enthalten. Um herauszufinden, ob Ihre CPU 64-Bit-tauglich ist, verwenden Sie am einfachsten unser Tool pcwCPUInfos. Wenn ein PC mit 4 GB oder mehr Speicher ausgestattet ist, mag es auf den ersten Blick ärgerlich erscheinen, wenn das 32-Bit-System nur 3,25 GB davon nutzen kann. Allerdings verwendet zurzeit kaum eine Anwendung mehr als 2 GB am Stück, so dass die Begrenzung in der Praxis keine Rolle spielt. Nur wenige Anwendungen – wie Bildbearbeitungen (etwa Photoshop CS4) oder Virtualisierungs-Software – profitieren von der 64-Bit-Architektur. Andererseits sind kaum Nachteile zu erwarten: 32-Bit-Software läuft – mit wenigen Ausnahmen – auch unter Win 7 64 Bit.
Treiberlage: Beim Einsatz älterer Hardware unter einem 64-Bit-System ist Vorsicht geboten. Nicht für alle Geräte sind passende Treiber verfügbar. Prüfen Sie vor dem Umstieg, ob die Hersteller 64-Bit-Treiber für alle Ihre Komponenten anbieten. Außerdem müssen Treiber beim 64-Bit-System digital signiert sein, sonst verweigert Windows 7 dessen Installation.
Was Microsoft verschweigt: Mit zwei Tricks lassen sich auch nicht signierte 64-Bit-Treiber verwenden. Hier der Weg dazu im Einzelnen:
Schritt 1: Drücken Sie beim Booten vor dem Windows-Start [F8]. Im Menü wählen Sie dann „Erzwingen der Treibersignatur deaktivieren“. Danach installieren Sie den gewünschten Treiber wie gewohnt und prüfen, ob er korrekt funktioniert.
Schritt 2: Die in Schritt 1 genannte Startoption gilt nur für die aktuelle Windows-Sitzung. Damit Windows 7 64 Bit einen unsignierten Treiber dauerhaft akzeptiert, verwenden Sie Driver Signature Enforcement Overrider. Starten Sie das kostenlose, englischsprachige Tool als Administrator, und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm. Dann aktivieren Sie die Option „Enable Test Mode“, klicken auf „Next“ und starten Windows neu.
Schritt 3: Starten Sie erneut das Tool Driver Signature Enforcement Overrider. Wählen Sie „Sign a System File“, und klicken Sie auf „Next“. Im folgenden Dialog geben Sie den kompletten Pfad zum unsignierten 64-Bit-Treiber an, beispielsweise „C:\Windows\System32\drivers\Treiber.sys“, und bestätigen mit „OK“.
Schritt 4: Starten Sie Windows neu. Durch die Änderung der Bootoptionen lädt Windows 7 den nicht signierten Treiber ohne Fehlermeldung. Am unteren Bildschirmrand erscheint allerdings der Hinweis „Testmodus Windows 7 Build 7699“.
9. So installieren Sie Windows 7 ohne DVD-Laufwerk
Viele Netbooks haben kein DVD-Laufwerk. Wer hier auf Windows 7 umsteigen will, muss offenbar ein externes DVD-Laufwerk verwenden. Die Installation von einem anderen Medium ist nicht vorgesehen.
Auch ohne DVD-Laufwerk: Am einfachsten umgehen Sie das DVD-Medium, indem Sie auf einem anderen Rechner alle Dateien der DVD auf einen USB-Stick kopieren. Die Win-7-Installation starten Sie dann über die Setup.exe unter Ihrem alten Windows.
Was Microsoft verschweigt: Sie können auch einen komfortablen und bootfähigen Setup-USB-Stick anlegen, der dann – genau wie die originale DVD – Windows PE mit dessen Reparaturoptionen startet. Nicht nur komfortabel, sondern sogar notwendig ist dieser Weg, wenn Sie von 32 auf 64 Bit umsteigen. Der Grund: Das 64-Bit-Setup können Sie nicht unter einem 32-Bit-System laden.
Setup-USB-Stick: Er sollte schnell sein und etwa 4 GB Platz bieten, für die 64 Bit-Version mindestens 5 GB. Zum Einrichten des Sticks benötigen Sie einen PC mit DVD-Laufwerk, auf dem Sie die Windows-7-DVD starten können. So gehen Sie vor.
Schritt 1: Booten Sie den PC mit eingesteckten USB-Stick von der Win-7-DVD. Klicken Sie auf „Weiter“ und dann auf „Computerreparaturoptionen“. Im folgenden Dialog wählen Sie die erste Option („Wiederherstellungstools“) und klicken auf „Weiter“. Danach gehen Sie auf „Eingabeaufforderung“.
Schritt 2: Geben Sie „diskpart“ ein und bestätigen Sie mit [Return]. Mit „list disk“ erhalten Sie einen Überblick über die vorhandenen Laufwerke. Wählen Sie mit „select disk x“ den USB-Stick, wobei „x“ für die Nummer des USB-Sticks steht, den „list disk“ vorher angezeigt hat. Achtung: Wählen Sie auf keinen Fall ein anderes Laufwerk, denn alle Daten darauf werden gelöscht.
Schritt 3: Jetzt löschen Sie den Stick und machen ihn bootfähig:
cleancreate partition primaryselect partition 1activeformat fs=fat32assignexit
Schritt 4: Ermitteln Sie jetzt die Laufwerksbuchstaben des USB-Sticks und des DVD-Laufwerks. Dazu wechseln Sie mit „d:“ und [Return] das Laufwerk und lassen sich mit „dir“ und [Return] den Inhalt anzeigen. Wiederholen Sie den Vorgang mit „e:“, „f:“ und so fort, bis Sie beide Buchstaben ermittelt haben.
Schritt 5: Kopieren Sie den Inhalt der Vista-DVD auf den Stick. Verwenden Sie dazu auf der Kommandozeile den Befehl:
xcopy <DVD>:\*.* /s/e/f <Stick>:\
Statt <DVD> und <Stick> geben Sie den jeweiligen Laufwerksbuchstaben an. Danach enthält der bootfähige USB-Stick den Inhalt der Setup-DVD und dient als Notfallsystem mit Win PE.
10. Windows Media Center: Die ideale Zentrale für alle Multimedia-Anwendungen
Ein Update auf Windows 7 ist für alle Nutzer eine interessante Option, die ihren PC als Multimedia-Zentrale einzusetzen möchten. Schon die meisten Vista-Versionen enthielten das Windows Media Center. Unter Windows 7 bringt es einige Neuerungen mit, die das Upgrade auch für Vista-Nutzer interessant machen.
Das ist neu: Verbesserungen in der Menügestaltung sorgen für eine flüssigere Bedienung, und die Darstellung ist jetzt für 16:9-Bildschirme optimiert. Wichtigste Neuerung aber ist die DVB-S-Unterstützung. Der aktuelle Standard DVB-S2 ist ebenfalls möglich, dafür müssen die Hardware-Hersteller aber passende Treiber bereitstellen. Insgesamt lassen sich bis zu vier Empfänger gleichen Typs einsetzen und damit vier Aufnahmen gleichzeitig realisieren. Der für HD-TV nötige H.264-Codec ist auch schon an Bord.
Was Microsoft verschweigt: DVB-C wird weiterhin nicht unterstützt. Digital-Kabel-Kunden sehen also nichts. Nur wenige Hersteller liefern einen Treiber, der DVB-C als DVB-T emuliert und damit digitales Kabel-TV im Media Center ermöglicht.
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