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So beheben Sie durch SSDs verursachte System-Probleme

Montag den 20.08.2012 um 11:47 Uhr

von Thorsten Eggeling

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© iStockphoto.com/scanrail
Nicht wenige Nutzer, die Windows auf einer SSD installiert haben, klagen über ein instabiles System. Hier finden Sie Tipps, wie sich SSD-Probleme beseitigen lassen.
Probleme mit SSDs sind keine Seltenheit. PC-WELT hat bereits über vermehrte Komplettausfälle bei SSDs berichtet. Uns erreichten zahlreiche E-Mails, in denen Leser von defekten SSDs berichteten. Es war allerdings keine auffällige Häufung bei bestimmten Modellen oder Einsatzgebieten zu erkennen. Nach Austausch gegen ein Gerät des gleichen Typs gab es in der Regel keine Probleme mehr.

Bluescreens und Hänger
Neben Meldungen über Totalausfälle erreichten die PC-WELT weitere Fehlerbeschreibungen. Mehrere Leser klagten über eine generelle Instabilität des Systems. Dabei gibt es Bluescreens (Blue Screen of Death, BSOD) oder Hänger, die erst seit Nutzung der SSD als Systemlaufwerk aufgetreten sind. Die Fehler sind häufig nach einem Neustart zu beobachten oder wenn der PC aus dem Standby aufwacht. Wenn der Nutzer den PC dann komplett herunterfährt oder kurz vom Netz trennt, läuft erst einmal alles ohne Beanstandungen. Nach einiger Zeit treten die Probleme jedoch erneut auf.

Im PC-WELT-Testcenter konnten wir die von einigen Lesern beschriebenen Fehler bei einigen Hauptplatinen mit Intel-Chipsatz und mehreren SSDs verschiedener Hersteller nachvollziehen. Teilweise waren wichtige Systemdateien defekt, die Windows-Installation brach ab oder das System blieb hängen. Windows reagiert extrem empfindlich, wenn Festplatten nicht in der vorgesehenen Zeit antworten oder auch nur kurzzeitig kein Zugriff auf Systemdateien möglich ist. Das System friert dann einfach ein oder es gibt einen Bluescreen.

Bei Stabilitätsproblemen können Sie „Hot Plug“ im BIOS
aktivieren. Damit schalten Sie die SATA-Stromsparfunktionen (LPM)
aus. Alternativ deaktivieren Sie LPM über die Registy.
Vergrößern Bei Stabilitätsproblemen können Sie „Hot Plug“ im BIOS aktivieren. Damit schalten Sie die SATA-Stromsparfunktionen (LPM) aus. Alternativ deaktivieren Sie LPM über die Registy.

LPM bei SSDs abschalten

Bei den Tests der PC-WELT fiel auf, dass die Systemprobleme sich im AHCI-Modus bei installiertem Intel Rapid Storage Treiber, nicht aber beim Microsoft AHCI-Treiber zeigten. Beim Intel-Treiber gab es auch keine Fehler, wenn der IDE-Modus oder die Hot-Plug-Funktion im BIOS aktiviert war. In beiden Fällen ist die Stromsparfunktion (Link Power Management, LPM) des Intel-Chipsatzes abgeschaltet. LPM ist sonst standardmäßig aktiviert, aber auch die Festplatte muss die Technik unterstützen. Bei SSDs kommt es hier offenbar zu Problemen.

Grundsätzlich sollten Sie zuerst das BIOS updaten, die Firmware der SSD aktualisieren und den neusten Intel-Treiber installieren. Wenn das keine Verbesserung bringt, lässt sich LPM auch abschalten. Dazu laden Sie eine REG-Datei über herunter. Wenn die SSD nicht am Port 0 des SATA-Controllers hängt, ändern Sie den Wert in der zweiten Zeile etwa auf „Port1“. Per Doppelklick importieren Sie die Werte in die Registry und starten Windows neu.

Zurück auf Werkszustand
SSDs lassen sich auf den Werkszustand zurücksetzen. Das kann nach längerem Gebrauch zu einer Verbesserung der Schreibgeschwindigkeit führen. Eine Beschreibung des Verfahrens finden Sie im OCZ-Forum . Bei einigen Lesern hat das aber nicht wie beschrieben funktioniert. Sie erhielten nur die Fehlermeldung „this drive is in frozen status“. Der Grund dafür liegt im BIOS, das bestimme Funktionen sperrt. Das Problem lässt sich beheben, wenn Sie nach Erhalt der Fehlermeldung die Stromzufuhr der SSD kurz unterbrechen und dann die Löschaktion erneut durchführen.

Montag den 20.08.2012 um 11:47 Uhr

von Thorsten Eggeling

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