1771735

Inkasso – so wehren Sie sich gegen falsche Forderungen

24.05.2013 | 11:14 Uhr |

Haben Sie schon einmal ein Schreiben eines Inkassobüros erhalten? Die darin enthaltenen Einschüchterungen sind meistens haltlos. Wir geben Tipps zum richtigen Verhalten.

Zurück aus dem Urlaub lauert ein unangenehmer Brief im Postkasten: Das Schreiben eines Inkassobüros fordert den Empfänger auf, eine offene Rechnung zu begleichen. Fast jeder hat schon mal so einen Brief, gespickt mit Gebühren und Verzugszinsen, erhalten.

Ärgerlich. Zumal nicht jedes Inkassoschreiben gerechtfertigt ist. Und der Ruf der Geldeintreiber ist angekratzt. Nicht erst, seitdem ein falscher Mausklick Abzocke-Abos im Internet Türen öffnet. Schwarze Schafe treiben mit ungerechtfertigten Drohungen Empfänger in die Zahlungsecke.

In den Briefen ist die Rede von Lohnpfändungen oder dem Besuch des Gerichtsvollziehers, wenn der Säumige nicht bezahlt. Doch die Einschüchterungen sind haltlos. Ein Gerichtsvollzieher klopft nur dann an, wenn er einen gerichtlichen Titel in der Tasche hat. Ein Inkassobüro muss hierzu ein Klageverfahren gewonnen haben beziehungsweise es muss einen Vollstreckungsbescheid erhalten haben. Gleiches gilt für Lohnpfändungen.

Wer unsicher ist und klären will, ob der Absender des Briefs seriös und der geforderte Inhalt vor allem gerechtfertigt ist, dem hilft ein Blick auf den Briefkopf. "Dort steht die Zulassung des Inkassounternehmens", sagt Tilman Renz, Wirtschaftsprüfer bei Binder, Hillebrecht & Partner (BHP) in Stuttgart. Eine solche Zulassung erteilt das zuständige Amts- oder Landgericht. Auch im Netz unter www.rechtsdienstleistungsregister.de kann sie jeder überprüfen.

Helfen kann ebenso der Bundesverband der Deutschen Inkasso-Unternehmen (BDIU) mit Sitz in Berlin, bei dem 560 der rund 750 deutschen Inkassounternehmen Mitglied sind. Auch die Verbraucherzentralen geben Auskunft zu Inkassobriefen. Grundsätzlich gilt: "Ohne gültige Zulassung darf nicht kassiert werden", bestätigt Renz. Das Problem ist allerdings: Ist diese erst einmal erteilt, wird sie so schnell nicht wieder entzogen.

Auf der nächsten Seite gibt es ein paar Tipps für Schuldner und Gläubige.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1771735