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So profitieren Sie von Indoor-Navigation

25.10.2012 | 12:35 Uhr |

Ob es um den kürzesten Weg zum Röntgenraum im Krankenhaus, zur Eisdiele im Einkaufszentrum oder zum richtigen Schalter am Flughafen geht: Indoor-Navigation hilft, sich in Gebäuden zu orientieren.

Im Auto ist ein Navi schon selbstverständlich – alle modernen Smartphones haben einen GPS-Chip integriert und zeigen dank Apps wie Google Maps, wo es lang geht. Nur bei der Navigation innerhalb von Gebäuden hapert es noch. Auf den ersten Blick mutet Indoor-Navigation etwas absurd an, schließlich ist man ja schon am Ziel. Aber eben nur fast. Beispiele wie der Weg zu einer Fachabteilung in einer großen Klinik, zum Billy-Regal bei Ikea oder zur richtigen Halle in Bahnhöfen, Flughäfen oder Museen lassen die Vorteile und die damit verbundene Effizienz solcher Indoor-Navis erahnen. Schließlich benötigt man weniger teures Servicepersonal: Ein Krankenpfleger etwa kann seine Zeit sicher besser einsetzen, als einen langsam gehenden Patienten zehn Minuten zur Röntgenabteilung zu begleiten, nur um ihm den Weg zu zeigen.

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Keine ferne Zukunft: Indoor-Navigation schon im Einsatz
Indoor-Navigation bedeutet keineswegs ferne Zukunft, nur weil es in Deutschland noch nicht verbreitet ist. Tatsächlich existieren solche Systeme schon seit geraumer Zeit und sind seit knapp einem Jahr sogar prinzipiell von jedermann nutzbar. Denn mit seiner Version 6.0 von Google Maps hat der Suchmaschinenkonzern genau diese Funktion für Android-Smartphones eingeführt. Natürlich müssen auch die Eigentümer und Nutzer der Gebäude mitmachen und ihre Immobilien mit der entsprechenden Technik ausstatten sowie detaillierte Gebäudepläne bereitstellen. So war anfangs die Indoor-Navigation auf einigen Flughäfen und Shoppings-Malls in den USA und Japan beschränkt.

Nutzen lässt sich das dortige Angebot aber auch von deutschen Handy-Besitzern, und kürzlich kamen Gebäude in Großbritannien und der Schweiz hinzu ( komplette Liste ). Gegebenenfalls muss Google Maps über den Play Store im Gastland aktualisiert werden – das ist schon alles, der Rest funktioniert automatisch. Inzwischen bieten sogar 20 große Museen in den USA die Möglichkeit, sich per Smartphone in den Ausstellungsräumen zurechtzufinden. Wann die ersten Objekte in Deutschland zum Navigieren freigeschaltet werden, ist noch offen.

Mit Android-Apps für jede Lage gerüstet

Simple Technik: Per WLAN mit fast jedem Smartphone
Schon jetzt nutzen Smartphones draußen nicht nur die Satellitensignale des GPS-Systems, sondern beschleunigen die Standortbestimmung über Funkzellen- und WLAN-Ortung (assisted GPS). So ist WLAN auch die Technik, die vorzugsweise zur Indoor-Navigation über die Triangulierung mehrerer Hotspots eingesetzt wird: beispielsweise vom Dresdner Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme bei seinem 2D-GN genannten Orientierungssystem. Wireless LAN ist eben ausgereift, vergleichsweise preiswert und wird von nahezu jedem Smartphone unterstützt.Zudem kann die aus elektronischen Etiketten bekannte RFID-Technik, der Mobilfunk, Beschleunigungssensoren oder auch der schlichte, ebenfalls im Handy eingebaute Kompass bei der Navigation in Gebäuden helfen.

Das Potenzial von Indoor-Navigation ist riesig und reicht weit über Komfortfunktionen hinaus: Wenn beispielsweise die Feuerwehr beim Einsatz nicht mit gedruckten Gebäudekarten hantieren muss, sondern sich auch in verqualmten Räumen elektronisch orientieren und auch Hindernisse umgehen kann, ist das ein großer Sicherheitsgewinn. Selbst die weltweit agierende Community des kostenlosen Kartenprojektes Open Street Maps hat Indoor-Karten längst für sich entdeckt.

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