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Tuning für den Linux-Desktop

03.10.2007 | 10:50 Uhr |

Sie haben die Wahl: KDE, Gnome oder doch eine schlanke Desktop-Alternative? Und auch dann können Sie weiter individuell optimieren. Wie das geht, verraten unsere Tipps.

Windowmanager

Problem: KDE und Gnome laufen auf Ihrem Rechner zu behäbig, Sie möchten einen gut aussehenden, aber dennoch schlanken Windowmanager ohne viel Schnickschnack.

Lösung: Falls Sie vorwiegend mit Openoffice.org, Firefox sowie Thunderbird arbeiten und Gnome- oder KDE-Programme nur selten einsetzen, dann benötigen Sie die Desktop-Integration nicht, die Gnome und KDE für diese Programme zur Verfügung stellen. Gerade wenn Ihr System nur über wenig RAM verfügt, kann es mit einem alternativen Windowmanager – ohne diese Komponenten – viel flotter arbeiten.
Neben Afterstep, Fluxbox oder etwa Xfwm macht auch der Enlightenment-Windowmanager auf sich aufmerksam. Die aktuelle, stabile Version DR16 ist schnell installiert: Sie benötigen die Pakete „enlightenment“, „epplets“ und „e16menuedit“. Installieren Sie außerdemdie „enlightenment-theme-...“-Pakete.

Anschließend melden Sie sich vom Desktop ab und wählen bei der Neuanmeldung eine Enlightenment-Sitzung aus (bei Ubuntu unter „Einstellungen, Sitzung wählen“). Sie werden den Unterschied sofort feststellen: Der Desktop ist nahezu leer. Unten links befindet sich eine Vorschau auf Ihre virtuellen Desktops. Unten rechts ist eine Icon-Box. Hier legt Enlightenment Icons oder verkleinerte Ansichten der Programme ab, die Sie minimiert haben.

Mit einem Klick per linke Maustaste auf den Desktop gelangen Sie ins User-Menü. Hier starten Sie Programme und Epplets. Falls hier noch kein Menü erscheint, warten Sie ab: Enlightenment erzeugt es automatisch beim ersten Start. Der Windowmanager überprüft dafür, welche Programme auf Ihrer Festplatte installiert sind, was durchaus einige Minuten dauern kann. Klappt das nicht, klicken Sie mit der mittleren Maustaste auf den Desktop und wählen im Enlightenment-Menü den Punkt „Maintenance, Regenerate Menus“. Warten Sie ab, bis Sie eine Erfolgsmeldung erhalten, danach können Sie das User-Menü verwenden.

Sobald das User-Menü erst einmal erstellt ist, finden Sie hier Ihre installierten Programme, etwas grob in „Gnome“, „KDE“ und „Other“ vorsortiert. Im Menü „Epplets“ starten Sie kleine Helfer für den Alltag – vergleichbar etwa mit Gnomes Panel-Items.

Gefällt Ihnen die Sortierung der Menüs nicht oder passt ein Menü nicht vollständig auf den Bildschirm, dann bearbeiten Sie das Benutzermenü: Starten Sie dafür ein Terminal (Linksklick auf den Desktop, „User-Application List, Xterm“), und geben Sie den Befehl „e16menuedit &“ ein.
Um ein anderes Theme zu laden, klicken Sie mit der mittleren Maustaste auf den Desktop. Im Untermenü „Enlightenment, Themes“ finden Sie eine Auswahl der installierten Themes. Zahlreiche weitere Designs stehen im Internet bereit.

Die Konfigurationsmöglichkeiten von Enlightenment sind damit aber noch nicht erschöpft. Sie können nahezu jeden Aspekt des Verhaltens einstellen, etwa welche Maustaste welche Funktion aktiviert und ob bei Tastendruck auf <Alt>-<Shift>-<M> ein MP3-Player startet. Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop klicken, öffnen Sie das Menü „Settings“, das einige dieser Einstellmöglichkeiten bietet. Mit ein wenig Geduld können Sie sich hier Ihren Desktop genau auf Ihre Bedürfnisse hin zuschneiden.

Neue Enlightenment-Versionen bringen immer wieder spektakuläre neue Features mit. Wie Sie die neue Version DR17 – die allerdings noch als „alpha“ gilt – installieren, erfahren Sie auf dieser Website .

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