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Das bringt Windows 7

08.01.2009 | 09:13 Uhr |

Microsoft hat eine weitere Betaversion von Windows 7 veröffentlicht. Wir haben sie auf Verbesserungen und Neuerungen abgeklopft und sagen Ihnen, was Sie vom Vista-Nachfolger erwarten dürfen.

Nur ein besseres Vista? Endlich ein besseres Vista! Auf zwei Haus-Messen hat Microsoft Windows 7 kürzlich ausführlich vorgestellt und als englischsprachige Beta (Build 6801) an Journalisten verteilt. Dass die endgültige Fassung spätestens im Herbst 2009 verfügbar sein wird, gilt als sicher. Wir haben die aktuelle Beta gründlich geprüft. Unser Fazit: Viele neue Funktionen gibt es zwar nicht – es sei denn, Microsoft hat hier noch einen Trumpf zurückgehalten. Aber Windows 7 hat uns angenehm überrascht: Es ist tatsächlich ein gut getuntes Vista!

Schlanker und schneller als Vista
Microsoft hat früh klargestellt, dass Windows 7 am Systemkern und Treibermodell von Vista festhalten wird. Folglich können Entwickler wie Anwender davon ausgehen, dass Hard- oder Software, die unter Vista läuft, auch unter Windows 7 funktioniert. Schon die Beta kann das bestätigen: Wir stießen mit Vista- (und zum Teil alten XP-) Treibern auf keine Hardware-Probleme, Software verhielt sich mindestens wie unter Vista, zum Teil besser. Ein Systemabsturz ließ sich während zwei Wochen Dauertest nur künstlich durch den Power-Knopf provozieren. Lediglich der Windows-Explorer der Beta hat noch kleinere Darstellungfehler und benötigt ab und zu einen Neustart.

Windows 7 bleibt auf der Vista-Basis, soll aber laut Microsoft an allen wesentlichen Komponenten Codezeile für Codezeile optimiert werden. Das ist kein leeres Versprechen, wie die Beta belegt. Auf unserem Test-PC startete sie um etwa 20 Prozent schneller als Vista. Eine wichtige Rolle spielt dabei laut Microsoft das parallele Laden von Gerätetreibern. Dass Windows-Dienste reduziert werden, ist nicht zu beobachten. Im Gegenteil: Nach dem Start zählen wir auf nacktem Windows 7 insgesamt 74 Dienste gegenüber 58 bei Vista. Die Zahl der geladenen Prozesse bleibt gleich. Trotzdem lastet Windows 7 den Speicher weniger aus: Mit etwa 720 MB gleich nach der Anmeldung und 600 MB nach kurzer Leerlaufzeit ist es auf dem Test-PC mit 2 GB RAM um etwa 22 Prozent sparsamer als der Vorgänger. Durch optimierten Code sinkt die Auslastung des Prozessors unter Win 7 zumindest in bestimmten Szenarien deutlich – wie Microsoft es versprochen hat. Beim Abspielen eines DVD-Films meldet die CPU eine Auslastung zwischen 1 und 4 Prozent, durchschnittlich etwa 2 Prozent. Unter Vista liegen die Werte zwischen 5 und 20, durchschnittlich bei etwa 14 Prozent. Windows 7 schont also Ressourcen und Notebook-Akkus.

Im laufenden Betrieb wirkt Windows 7 jederzeit agiler und reaktionsschneller als Vista. Ein Gefühl, das sich auch durch objektive Messung belegen lässt: Wir haben Windows 7 und Vista SP1 jeweils in der Ultimate-Variante in einem selbstgestrickten Test auf demselben PC mehrfach dieselben praxisnahen Aufgaben absolvieren lassen: Anwendungen starten (Office, Adobe, Media Player), Web-Seiten aufrufen, Systeminfos abfragen. Der Unterschied zwischen Windows 7 und Vista ist nicht dramatisch, aber eindeutig und spürbar: Windows 7 benötigte für den Leistungstest nach Benutzer-Logon durchschnittlich 105,5 Sekunden und konnte damit Vista mit 131 Sekunden klar distanzieren. Das entspricht einer Leistungssteigerung von 25 Prozent. Beim zweiten Durchlauf nach längerer Laufzeit kam Windows 7 auf 53,2 Sekunden, Vista lag mit 56,5 Sekunden annähernd gleichauf. Diese geringere Leistungssteigerung von etwa 6 Prozent zeigt, dass die Cache-Verwaltung kaum noch Potenzial für Optimierung bietet. Das sind vielversprechende Werte, die für die finale Fassung ein flottes, stabiles System erwarten lassen. Nebenbei wird es die erste Windows-Version sein, die geringere Hardware-Ansprüche stellt als der Vorgänger. Selbst der Plattenbedarf ist gesunken –von 13 GB (Vista) auf 8 GB. Voraussichtlich lässt sich auf jedem PC, auf dem jetzt Vista halbwegs zufriedenstellend läuft, ohne Probleme Windows 7 einsetzen.

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