1746759

Per Owncloud sicher auf persönliche Daten zugreifen

06.10.2013 | 08:49 Uhr |

Der Erfolg von Dropbox, Google Drive, Skydrive & Co. zeigt, wie praktisch es ist, von überall auf die eigenen Dateien zuzugreifen. Mit Owncloud geht das auch – ohne externen Dienst und 100 Prozent sicher.

Bei allen Cloud-Anbietern geben Sie unter Umständen sensible Daten in die Hände von Dritten. Um dem Problem mit dem Datenschutz zu umgehen, können Sie mittels Owncloud einen eigenen privaten Cloud-Speicher aufsetzen. Ein Owncloud-PC im eigenen Netzwerk kann als automatisches Backup dienen. Damit lassen sich nicht nur Dateien und Ordner synchronisieren, sondern auch Kontakte und Termine. Weiterhin können Sie die Daten via Synchronisation auf mehr als einem Rechner nutzen. Dieser Artikel zeigt, was alles geht und wie es geht.

Voraussetzungen für Owncloud

Haben Sie eine eigene Homepage und ein dazugehöriges Hosting-Paket, können Sie Owncloud in der Regel auch dort installieren. Sie brauchen dafür im Prinzip einen Webserver mit PHP 5.3 oder höher und eine Datenbank. Die Entwickler von Owncloud empfehlen für größere Installationen MySQL oder PostgreSQL als Datenbankserver. Für kleinere Umgebungen und privaten Hausgebrauch reicht aber SQLite völlig aus – und wir werden SQLite auch in diesem Artikel verwenden. Dennoch wird der Installationsbefehl für die Abhängigkeiten auch MySQL enthalten. Möchten Sie die Datenbankserver-Software nicht nutzen, lassen Sie einfach die Pakete mit mysql im Namen weg. PC-WELT beschreibt hier die Installation für ein internes Netzwerk. Als Betriebssystem darunter dient die populäre Linux-Distribution Ubuntu 12.10, und die Owncloud-Version ist 4.5.5.

Owncloud unter Ubuntu installieren

Rechtevergabe und Web- server-Tuning: Damit Own- cloud richtig funktioniert, müssen Sie dem Apache-Server mitteilen, dass die Datei .htaccess verwendet werden darf. Das schalten Sie über den Parameter „AllowOverride = All“ ein.
Vergrößern Rechtevergabe und Web- server-Tuning: Damit Own- cloud richtig funktioniert, müssen Sie dem Apache-Server mitteilen, dass die Datei .htaccess verwendet werden darf. Das schalten Sie über den Parameter „AllowOverride = All“ ein.

Zunächst müssen Sie natürlich Ubuntu installieren. Bereiten Sie den PC dann mit einigen Pakete auf Owncloud vor: Es befindet sich ein Paket Owncloud in den Software-Repositories von Ubuntu 12.10. Das ist allerdings Version 4.0, welche gegenüber 4.5 diverse Nachteile und geringeren Funktionsumfang hat. Wollen Sie die neueste Owncloud-Version installieren, müssen Sie selbst Hand anlegen. Zunächst einmal brauchen Sie diverse Pakete, die Sie im Terminal-fenster mit folgendem Befehl einspielen:

sudo apt-get install apache2 php5-common php5-gd curl libcurl3 libcurl3-dev php5-curl libapache2-mod-php5 mysql-server libapache2-mod-auth-mysql php5-mysql php5-ldap php5-sqlite.

Die wichtigsten Cloud-Begriffe erklärt

Damit Owncloud läuft, brauchen Sie nicht alle diese Pakete. Manche Erweiterungen funktionieren dann allerdings später nicht. Somit empfehlen wir Ihnen, die genannte Liste zu installieren, wobei die Entscheidung für MySQL Ihnen überlassen bleibt.

Nun laden Sie die neueste Owncloud-Server-Version herunter. Dann öffnen Sie den Download-Ordner, entpacken das Archiv mittels

tar xjf owncloud-4.xxx.tar.bz2

und verschieben den entstandenen Ordner „owncloud“ in den Unterordner /var/www/. Als nächsten Schritt müssen Sie dem Webserver-Nutzer www-data noch volle Rechte in diesem neuen Ordner geben:

chown -R www-data:www-data /var/www/owncloud

Nun können Sie mit jedem Browser unter den Adressen http://localhost/owncloud/ oder unter http://<IP-Adresse des Rechners>/owncloud/ die eigene Datenwolke einrichten.

Konfigurieren der Zugriffs- rechte: Die Owncloud regelt den Upload Ihrer Dateien unter anderem auch mit Hilfe der Regeln, die Sie in der Datei .htaccess festgelegt haben.
Vergrößern Konfigurieren der Zugriffs- rechte: Die Owncloud regelt den Upload Ihrer Dateien unter anderem auch mit Hilfe der Regeln, die Sie in der Datei .htaccess festgelegt haben.

Weitere Konfigurationsschritte: An dieser Stelle wird Ihnen auffallen, dass Owncloud mit der Datei .htaccess nicht glücklich ist. Die Software weist darauf hin, dass Ihre Daten möglicherweise vom Internet aus erreichbar sind. Aus diesem Grund gehen Sie besser auf Nummer sicher und konfigurieren den Webserver so, dass die mitgelieferte .htaccess-Datei funktioniert.

Um das zu erreichen, müssen Sie den Parameter AllowOverride in der Directory-Sektion für das Verzeichnis /var/www/ auf „All“ setzen. In unserem Fall finden Sie die dafür verantwortliche Datei unter /etc/apache2/sites-enabled/000-default. AllowOverride= All ist die Voraussetzung dafür, dass Sie als Admin die htaccess bearbeiten und damit Rechte vergeben dürfen. Nachdem Sie den Parameter geändert haben, verwenden Sie auf der Kommandozeile noch die beiden folgenden Befehle:

a2enmod rewrite

a2enmod headers

Starten Sie nun den Webserver mit service apache2 restart neu. Jetzt beschwert sich Owncloud nicht mehr, und Sie können ein Administratorkonto anlegen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1746759