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Identitätsmanagement: Microsoft und Open Source

31.05.2007 | 15:38 Uhr |

Microsoft unterstützt einige neue Projekte, die eine Entwicklung quelloffener und plattformübergreifender Lösungen für das Identitätsmanagement im Internet zum Ziel haben.

Bei der Anmeldung für Web-Dienste sind Internet-Nutzer bislang auf die eingebauten Möglichkeiten des benutzten Browsers angewiesen, die jeweils passenden Paare von Benutzername und Passwort aus seinem hoffentlich sicher verschlüsselten Depot heraus zu suchen. Microsoft hat sich das Ziel gesetzt, quelloffene und plattformübergreifend einsetzbare Lösungen für das Identitätsmanagement zu entwickeln sowie entsprechende Projekte Dritter zu fördern.

Dazu stellt Microsoft seine Spezifikation Identity Selector Interoperability Profile (ISIP) unter sein lizenzfreies Open Specification Promise (OSP). Entwickler müssen damit keine Lizenzen erwerben und keine späteren rechtlichen Schritte wegen der Nutzung dieser Spezifikation befürchten. ISIP dient dem Austausch von Identitätsprofilen.

Außerdem werden vier Open-Source-Projekte gefördert, die Microsofts Info Card für verschiedene Plattformen implementieren sollen, so etwa Java, Apache Tomcat und IBM Websphere. Weitere Plattformen sind das Internet-Framework Ruby on Rails und PHP. Die Projekte sind auf SourceForge und RubyForge angesiedelt.

Schließlich soll auch noch die Synchronisation von Identitätsprofilen zwischen Microsoft Active Directory und OpenLDAP verbessert werden. Damit entwickelt Microsoft mit KERNEL Networks und der Oxford Computer Group ein Adaptermodul für den Microsoft Identity Lifecycle Manager 2007 (ILM).

Alle Projekte sollen Ende Juni erste Ergebnisse präsentieren. Microsofts Schritte auf dem Open-Source-Parkett werden sicherlich von vielen unabhängigen Entwicklern argwöhnisch beobachtet, hat Microsoft doch bislang ein eher gemischtes Bild abgegeben, wenn es um Open Source ging. Den angekündigten Projekten steht die Androhung rechtlicher Schritte gegen (aus Sicht von Microsoft) Verletzungen von Microsoft-Patenten in Linux gegenüber.

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