Sharp macht ernst: Unter den ersten Schirmen mit IGZO-Panel ist der ICC Purios ©Sharp
Sharp schafft dank erster Schirme mit IGZO-Paneltechnik den Sprung zu Ultra HD bei niedrigem Stromverbrauch. Wir erklären die Technik und stellen erste Modelle vor.
Der japanische Hersteller Sharp setzt neue Akzente bei der Bildschirmherstellung. Dank der IGZO-Technik erreichen die aktuellen Bildschirme von Sharp hohe Auflösungen, ohne den Stromverbrauch gleichzeitig in die Höhe zu treiben. Gerade letzteres ist für Mobilgeräte wie Smartphones und Tablet-PCs besonders wichtig, da so die Akkulaufzeiten nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Aber auch bei Monitoren und Fernsehern kommt es auf Sparsamkeit im Energiebedarf an, denn niemand möchte für höhere Auflösungen mit hohen Energiekosten bezahlen.
IGZO in 60 Zoll: Fernseher Sharp ICC Purios LC-60HP10
Den Fernseher Sharp ICC Purios LC-60HP10 mit IGZO-Panel soll es ab Februar 2013 in Japan, im Sommer 2013 in Europa geben. Der Preispunkt liegt bei rund 25.000 Euro, glaubt man Gerüchten.
Foto: ©Sharp
IGZO in 60 Zoll: Fernseher Sharp ICC Purios LC-60HP10
Den Fernseher Sharp ICC Purios LC-60HP10 mit IGZO-Panel soll es ab Februar 2013 in Japan, im Sommer 2013 in Europa geben. Der Preispunkt liegt bei rund 25.000 Euro, glaubt man Gerüchten.
Monitor mit Ultra-HD-Auflösung: Sharp PN-K321H
Der Monitor Sharp PN-K321H soll dank IGZO-Panel ultrascharfe Bilder in Konstruktionsbüros, im Grafikdesign und in der Finanzbranche liefern. Ab dem 2. Quartal 2013 ist er voraussichtlich lieferbar, eine Preisangabe gibt es derzeit nicht.
IGZO-Technik als Grafik
Die hohe Leitfähigkeit des Halbleitermaterials lässt Pixel und Transistoren schrumpfen. So kommt IGZO zu hohen Auflösungen bei möglichst wenig Strombedarf. In der Grafik im Vergleich zu amorphem Silizium.
IGZO macht hochsensible Touchscreens möglich.
Dank IGZO-Technik reagieren die Touchscreens der Zukunft sogar auf einen Pinselstrich.
IGZO: interaktiver Tisch
Glaubt man Sharp, wird der interaktive Tisch bald zum Mobiliar gehören.
IGZO als Tablet-PC
Fast rahmenlos und so scharf wie ein Blatt Papier könnten Tablet-PCs künftig dank IGZO-Panels sein.
IGZO: Dank Transparenz hier als intelligente Schüssel
IGZO ist laut Sharp durchsichtig. Das soll Anwendungsgebiete wie hier als Schüssel, die den Inhalt kalorientechnisch anzeigt, möglich machen.
IGZO als "Gesundheitsspiegel"
Der Badezimmerspiegel der Zukunft: Sie legen die Hand aufs Glas und der Spiegel analysiert, wie es um Ihren Gesundheitszustand bestellt ist.
IGZO als Diagnosehilfe
Die Decke, die das Mädchen bedeckt, ist aus IGZO und sendet Werte zum Gesundheitszustand des Kindes aufs Panel am Kopfende des Bettes.
IGZO soll wenig Strom benötigen
IGZO geht sparsam mit Energie um. Das könnte die Sharp-Technik gerade für Mobilgeräte sehr attraktiv machen.
Das Kürzel IGZO steht für Indium-Gallium-Zink-Oxid und bezieht sich auf das Halbleitermaterial. Im Vergleich zum sonst eingesetzten amorphen Silizium erreicht IGZO laut Sharp eine 20- bis 50-fach höhere Elektronenbeweglichkeit. Das ist weit mehr als eine LCD-Zelle tatsächlich benötigt. Gleichzeitig sind die Transistoren, die in jedem Pixel integriert sind, deutlich kleiner. Auf derselben Fläche haben mehr Pixel Platz, die Pixeldichte und damit die Auflösung steigen.
Die geringere Größe kommt auch der Helligkeit des Displays zugute, da größere Transistoren schon aufgrund des größeren belegten Platzes weniger Licht durchlassen. Ein weiterer Pluspunkt bei der Lichtausbeute ist das aufgedruckte Netz, das die einzelnen Transistoren verbindet und die Zellwände definiert. Es fällt bei IGZO deutlich dünner aus als bei amorphem Silizium. Bildschirme mit Ultra-HD-Auflösungen, also 3840 x 2160 Pixel, sind auch mit herkömmlicher TFT-Technik möglich. Allerdings betont Sharp, dass die Nachteile der größeren Transistoren und des niedrigeren Durchlässigkeitsgrads mit einer helleren Hintergrundbeleuchtung ausgeglichen werden muss. Der Preis: Der Stromverbrauch des Geräts steigt an.
IGZO-Displays haben noch einen Vorteil: Sie können die Energie länger halten, während herkömmliche TFTs das Bild ständig auffrischen müssen, um Flackern oder unerwünschte Farbverschiebungen zu vermeiden. Der längere Aktivstatus kommt gerade beim Anzeigen statischer Bilder wie Fotos und Menüanzeigen zur Geltung. Ein Umstand, der sich gerade bei Smartphones und Tablet-PCs positiv bemerkbar macht, da diese Displays viele Inhalte statisch anzeigen.
IGZO macht Touchscreens empfindlicher
Da IGZO-Displays nicht kontinuierlich die Transistoren an- und abschalten, entstehen weniger Signalstörungen. Davon profitieren insbesondere Touch-Displays, denn je weniger Verzerrungen, desto leichter und genauer lässt sich der Fingerdruck feststellen. Schwieriger als der Druck mit dem Finger ist die Ortung eines Stifts, da dieser viel feiner die Oberfläche berührt als ein Finger. Die längeren Signalpausen von IGZO-Displays erhöhen auch hier laut Sharp die Treffsicherheit.
Erste IGZO-Displays
Die Vorteile von IGZO-Displays liegen in hohen Auflösungen bei geringem Strombedarf und guten Touch-Fähigkeiten. Das sind interessante Argumente für Hersteller von Mobilgeräten. So verwundert es nicht, dass beispielsweise Apple immer wieder nachgesagt wird, Geld in die Sharp-Technik zu investieren. Im Moment kündigt jedoch Sharp selbst erste Geräte mit IGZO-Technik an.
Den Anfang macht ein Monitor mit 32 Zoll (81 Zentimetern) Bilddiagonale, der mit 3840 x 2160 Pixeln Ultra-HD-Auflösung bietet. Sharp bringt ihn unter der Bezeichnung PN-K321H voraussichtlich ab dem zweiten Quartal dieses Jahres in den Handel. Der Monitore ist sehr flach gebaut – er soll an der tiefsten Stelle gerade einmal 3,5 Zentimeter messen. Die Punktdichte liegt bei 140 Pixeln pro Zoll. Laut Hersteller soll das Gerät sehr leise sein, da es ohne zusätzliche Lüfter auskommt. Die Verbindung zum Rechner ist über Displayport vorgesehen. Ein HDMI-Anschluss soll auch vorhanden sein. Als zentrale Anwendergruppen benennt Sharp neben Konstrukteuren und Grafikdesignern auch die Finanzbranche und die Bergbauindustrie. Eine Preisangabe macht der Hersteller derzeit nicht.
Auf der Home-Entertainment-Messe CES, die Anfang Januar in Las Vegas stattfand, zeigte Sharp den Fernseher ICC Purios LC-60HP10. Das TV-Gerät mit IGZO-Panel hat eine Bilddiagonale von 60 Zoll (152 Zentimeter), liefert Ultra-HD-Auflösung und soll einen besonders schnellen Bildprozessor eingebaut haben, der unter anderem hinter dem Kürzel ICC steckt (Integrated Cognitive Creation). Ab Februar soll der Fernseher in Japan, ab dem Sommer 2013 in Europa zu haben sein. Als Preis kursieren Angaben um die 25.000 Euro.
Neben herkömmlichen Bildschirmen erhofft sich Sharp weit mehr von IGZO. Ein paar Beispiele haben wir in der Bildergalerie zusammengestellt: Die Bandbreite reicht von interaktiven Tischen bis zu Spiegeln, die den Gesundheitsstatus über die aufgelegte Hand feststellen.