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Mehr Kontrast durch organische Leuchtdioden

04.09.2012 | 10:00 Uhr |

Die neue OLED-Bildschirmtechnik überzeugt in drei Punkten: Herausragende Kontraste, eindrucksvolle Farbdarstellung und riesiger Blickwinkelbereich.

Ein richtungsweisender Trend bei den Flachbildschirmen zeichnet sich mit dem Einsatz von organischen Leuchtdioden (OLED) ab. OLED-Schirme kommen ohne zusätzliche Lichtquellen aus, weshalb sie im Vergleich zu herkömmlichen Flüssigkristallbildschirmen einen sehr hohen Kontrast erzielen. OLEDs sind hauchdünne elektronische Bauelemente, die sich vorrangig für Bildschirme aller Art eignen. Weil OLED-Schirme so dünn sind, passen sie deshalb besonders gut zu Geräten mit extrem flachen Bauformen. So wurden sie bisher vor allem in Handys, Smartphones und Tablet-PCs eingebaut. Auch kleinere OLED-Fernseher gibt es schon. In diesem Jahr nun werden die ersten großen OLED-Bildschirme auf den Markt kommen. Auf der IFA sind TV-Geräte mit einer Diagonalen von bis zu 55 Zoll (139,7 Zentimeter) zu sehen.

So funktionieren die neuen OLED-Bildschirme
Die organischen Leuchtdioden gehen vom typischen Zwei-Schichten-Aufbau der konventionellen Flachbildschirmtechnik weg. Basis der Bildschirmtechnik sind organische Leuchtdioden (Organic Light Emitting Diode). Im Gegensatz zu anorganischen LEDs bestehen OLEDs aus halbleitenden, organischen Materialien. Das OLED hat eine einzige Schicht aus organischen Substanzen, die durch Anlegen einer Spannung aufleuchten. Ihr größter Vorteil: OLEDs kommen ohne extra Hintergrundbeleuchtung aus. Vielmehr erzeugen sie selbst das farbige Licht. Das spart sehr viel Energie, verursacht kaum Abwärme, erhöht die Kontraste und macht die Betrachtungswinkel sehr groß.

OLED: Display-Technik der Zukunft

Während LCD-Zellen nur als farbige Filter wirken, emittieren OLED-Pixel farbiges Licht, was eine besonders eindrucksvolle Farbdarstellung und gute Schwarzwerte verspricht. Aus diesem Grund ist der Kontrast im Vergleich zu den LCD-Bildschirmvarianten besonders hoch. Auch bei der Reaktionszeit hat OLED die Nase gegenüber LCD oder LED vorn. Bei manchen Geräten liegt sie unter 0,001 Millisekunden. Sie sind damit 1000-fach schneller als das aktuell schnellste LCD mit einer Millisekunde. Bewegungen und schnelle Kameraschwenks werden weich und ohne zu ruckeln wiedergegeben.

Flach und brilliant dank OLED: Die neue Technik verspricht Fernseher mit hohen Kontrasten und großem Blickwinkel bei zugleich geringem Stromverbrauch.
Vergrößern Flach und brilliant dank OLED: Die neue Technik verspricht Fernseher mit hohen Kontrasten und großem Blickwinkel bei zugleich geringem Stromverbrauch.
© Sony

OLED-Fernseher mit bis zu 55 Zoll
Die neue OLED-Generation arbeitet mit einer speziellen Aktivmatrix, über das sich jedes einzelne Pixel direkt ansteuern lässt. Dadurch ergibt sich gegenüber einem LCD ein sattes Schwarz, da bei dunklen Inhalten die OLEDs nicht leuchten, während beim LCD noch immer die Hintergrundbeleuchtung aktiv ist. Deshalb verbraucht ein OLED-Schirm bei dunklen Inhalten weniger Strom als ein LCD, bei helleren Bildern dafür mehr. Ein kleiner Nachteil gegenüber sehr guten LCDs und Plasma-Bildschirmen ist die eingeschränkte Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung. Anders als bei Smartphones ist dieser Aspekt bei Fernsehern aber wenig relevant.

Die OLED-Technik hat sich bislang trotz der kostengünstigen Herstellung nur schleppend im Massenmarkt durchsetzen können, denn die Lebensdauer der organischen Leuchtdioden galt lange Zeit als problematisch. Außerdem altern die roten, grünen und blauen Leuchtschichten unterschiedlich schnell. Die Hersteller müssen diese Schwäche ausgleichen, um Farbstiche bei ihren Bildschirmen zu vermeiden. Konkret setzt LG zum Beispiel beim 55-Zoll-OLED-TV 55EM9600 auf eine organische Schicht, die weiß leuchtet. Farbfilter sorgen dafür, dass das Fernsehbild farbig wird. Samsung setzt beim KN55ES9000 mit 55 Zoll auf ein Panel, das ohne Farbfilter auskommt. Denn bei der Technik, die die Koreaner Super OLED nennen, sitzen die RGB-Subpixel direkt auf dem Panel und leuchten jeweils selbsttätig. Die Stärke der Technik liegt laut Samsung neben der Leuchtkraft der Farben in den Schattierungen von Schwarz. So kann der Betrachter selbst bei dunklen Szenen am Schirm noch Details unterscheiden.

Die OLED-Grundpatente sind übrigens bereits in den 80er Jahren von Kodak niedergeschrieben worden, doch es hat bis ins Jahr 2008 gedauert, bis die ersten Fernseher vorgestellt wurden. Noch 2006 war von 17 Jahren Dauerbetrieb unter günstigen Betriebsbedingungen die Rede. Die Industrie hat das Problem aber in diesem Jahr gelöst: Aktuelle OLED-Bildschirme weisen eine deutlich höhere Lebensdauer auf.

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