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3D auf der IFA - der Kopfschmerz fährt mit

08.09.2010 | 10:43 Uhr |

Besucher der IFA genießen Videos und Computerspiele in 3D. Niemand fragt nach, ob dieser Konsum gefährlich ist. Dabei zeigt ein Forschungsprojekt: Es wird Probleme geben.

Der Journalist ist begeistert. Lächelnd lenkt er den Audi durch die Kurve, wirft einen Blick nach links aus dem Fenster auf den Mazda, den er eben überholt. Auf der anschließenden Gerade schaut er seine Füße an, begutachtet zu lange den realistischen Rückspiegel und den Tacho – um mit 300 Kilometer pro Stunde in den Reifenstapel zu krachen. „Unglaublich“, sagt er. Das Unglaubliche an dieser Szene aus dem Renn-Computerspiel Need for Speed: Der Akteur fährt in 3D über die virtuelle Piste. Er nimmt die Brille ab.

3D flimmert auf der IFA 2010 in viele tausend Augenpaare. Auf dem Stand von Panasonic genießen Besucher Sportübertragungen bis Computerspiele mit einer zusätzlichen dritten Dimension. Passanten des Auftritts des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts Berlin staunen über das 3D-Bewegtbild, das sie ohne 3D-Brille wahrnehmen. Die Begeisterung ist groß, die Sorgen klein: Kaum einer fragt sich, ob diese Bilder seinem Wahnehmungsapparat schaden.

Die Zukunft: Mehr 3D-Inhalte, mehr 3D-Schrott, mehr Gesundheitsschäden
Dabei ist ein zukünftiger Trend klar: Mit der Zunahme an Geräten werden mehr Inhalte in 3D auf den Markt kommen. Und nicht jeder Produzent wird über das Budget eines Blockbusters verfügen. Das bedeutet: 3D-Fernsehen wird in der Masse mehr störende Bildverzerrungen zeigen, die zu Wahrnehmungskonflikten, Augen- und Kopfschmerzen führen.

Wissenschaftler Nicola Michael Gutberlet: Kooperation mit Hersteller Loewe zur Qualitätssicherung von 3D. (Foto: PC-WELT)
Vergrößern Wissenschaftler Nicola Michael Gutberlet: Kooperation mit Hersteller Loewe zur Qualitätssicherung von 3D. (Foto: PC-WELT)

So eine Qualitätsabnahme prognostiziert auch das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut. Die Wissenschaftler präsentieren auf der IFA 2010 den Prototypen einer Technologie, die in Zukunft „während der Übertragung die schlechten Signale optimiert“, wie Mitarbeiter Nicola Michael Gutberlet erklärt. Und zum Beispiel geometrische Abweichungen zwischen den zwei Stereo-Bildern erkennt und korrigiert. „Wir wollen es dem Gehirn leichter machen.“

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