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Hyper-V - Virtuelle PCs in Windows 8 und 10 anlegen

03.09.2015 | 05:55 Uhr |

Windows 8.1 und wohl auch Windows 10 sind mit der Virtualisierungstechnik Hyper-V ausgestattet. Sie erlaubt es, Gastbetriebssysteme wie ein zweites Windows als virtuellen Rechner im Fenster auszuführen.

Schritt 1: So funktioniert Hyper-V

Mit Hyper-V kann man virtuelle PCs anlegen und in einer eigenständigen Systemumgebung abgeschottet vom restlichen Windows einsetzen. Die virtuelle Umgebung für Windows-Rechner kann jeder Nutzer von Windows 8.1 Professional und Enterprise verwenden – Hyper-V ist ein fester Bestandteil des Betriebssystems und wird wohl auch in der finalen Version von Windows 10 enthalten sein. Alternativ können Sie die kostenlose Virtualbox verwenden - sie eignet sich auch für Windows-7-Nutzer.

Virtualbox vs. Vmware vs. Hyper-V - der beste virtuelle PC

Hyper-V greift auf die Hardware-Virtualisierungsfunktionen von x64-Prozessoren der Hersteller Intel und AMD zurück. Deshalb setzt die Plattform auch zwingend einen entsprechenden 64-Bit-Prozessor und eine 64-Bit-Version von Windows voraus. Mindestens 4 GB RAM sind zur Aktivierung von Hyper-V erforderlich. Wegen der dynamischen Speicherverwaltung wird einem Hyper-V-PC im laufenden Betrieb allerdings nur so viel RAM zugewiesen, wie das betreffende System gerade benötigt – der Rest steht für Windows zur Verfügung.

Für die Virtualisierung mit Microsoft Hyper-V benötigen Sie einen Prozessor mit Hardware-Virtualisierung und mindestens 4 GB RAM.
Vergrößern Für die Virtualisierung mit Microsoft Hyper-V benötigen Sie einen Prozessor mit Hardware-Virtualisierung und mindestens 4 GB RAM.

Schritt 2: Hyper-V installieren

Hyper-V wird nicht automatisch mit Windows installiert – aus diesem Grund müssen Sie es nachträglich einrichten. Dazu drücken Sie Windows-R und geben dann appwiz.cpl ein. Bestätigen Sie mithilfe der Eingabetaste. Im neuen Fenster klicken Sie danach links auf „Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“. Im nächsten Fenster suchen Sie nach „Hyper-V“ und setzen ein Häkchen davor. Übernehmen Sie die Änderung mit „OK“. Anschließend fordert Windows Sie zum PC-Neustart auf. Daraufhin sehen Sie die beiden neuen App-Kacheln „Hyper-V-Manager“ und „Hyper-V-Verbindung mit virtuellen Computern“.

Hyper-V muss als zusätzliche Windows-Funktion manuell nachinstalliert werden.
Vergrößern Hyper-V muss als zusätzliche Windows-Funktion manuell nachinstalliert werden.

Schritt 3: Netzzugriff einrichten

Nach der Einrichtung legen Sie die Einstellung für die virtuelle Netzwerkkarte fest. Dadurch steuern Sie, wie die virtuellen Rechner in Hyper-V auf das Netzwerk und damit auf die Internetverbindung zugreifen dürfen. Denn anders als in Virtualbox und Vmware konfigurieren Sie die virtuelle Netzwerkkarte in Hyper-V losgelöst von einem virtuellen Computer. Eine einmal eingerichtete virtuelle Netzwerkkarte ordnen Sie später beim Anlegen eines virtuellen Rechners einfach einer virtuellen Maschine zu – hier brauchen Sie also nichts weiter einzustellen.

Starten Sie den Hyper-V-Manager. Ganz links klicken Sie zunächst den Windows-Namen Ihres Computers an. Dies ist normalerweise der ersteleinzige Eintrag unter „Hyper-V-Manager“. Danach klicken Sie ganz rechts in der Spalte „Aktionen“ auf „Manager für virtuelle Switches“. Es öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem Sie die virtuelle Netzwerkkarte einstellen. Damit Ihre virtuellen PCs uneingeschränkt kommunizieren können, wählen Sie die Einstellung „Extern“. Bestätigen Sie mit „Virtuellen Switch erstellen“, geben Sie noch einen Namen ein und schließen Sie mit „OK“ ab.

Die Netzwerkkonfiguration für Hyper-V bietet drei Optionen an. Mit „Extern“ erhält der virtuelle Rechner Zugriff auf die Internetverbindung.
Vergrößern Die Netzwerkkonfiguration für Hyper-V bietet drei Optionen an. Mit „Extern“ erhält der virtuelle Rechner Zugriff auf die Internetverbindung.

Schritt 4: Virtuellen PC einrichten

Klicken Sie im Hyper-V-Manager rechts unter „Aktionen“ auf „Virtueller Computer“. Es startet ein Assistent, der Sie durch die Einrichtung führt. Geben Sie einen Namen für den virtuellen PC ein. Wenn Sie das Häkchen vor „Virtuellen Computer an einem anderen Speicherort speichern“ aktivieren, können Sie das Laufwerk und den Ordner einstellen, in dem die Daten der virtuellen Maschine abgelegt werden sollen. Klicken Sie auf „Weiter“ und übernehmen Sie die Vorgabe mit „Weiter“. Danach legen Sie fest, wie viel Arbeitsspeicher der virtuellen Maschine maximal zur Verfügung stehen soll. Aktivieren Sie außerdem „Dynamischen Arbeitsspeicher für diesen virtuellen Computer verwenden“ – das reduziert den RAM-Verbrauch. Nun wählen Sie den in Schritt 3 erstellten Netzwerkadapter aus. Mit „Weiter“ kommen Sie zur Einrichtung der virtuellen Festplatte. Aktivieren Sie „Virtuelle Festplatte erstellen“ und bestimmen Sie den Speicherpfad. Zum Schluss legen Sie fest, ob Sie das Betriebssystem für den virtuellen PC von einer CD/DVD oder über eine ISO-Datei installieren wollen.

Der Assistent für neue virtuelle PCs führt Sie schrittweise durch den Einrichtungsvorgang.
Vergrößern Der Assistent für neue virtuelle PCs führt Sie schrittweise durch den Einrichtungsvorgang.

Schritt 5: Virtuellen PC starten

Zum Starten des virtuellen PCs im Hyper- V-Manager markieren Sie die Maschine ganz rechts unter „Aktionen“ und gehen auf „Starten“. Zur Anzeige des PCs klicken Sie im Manager innerhalb des Menübereichs der Maschine auf „Verbinden“. Nun beginnt die Betriebssystemeinrichtung. Über den Bereich „Aktionen“ können Sie das System dann später auch wieder herunterfahren und den Systemzustand dauerhaft speichern. Details zur Konfiguration des virtuellen PCs legen Sie in der „Aktionen“- Leiste mit dem Befehl „Einstellungen“ fest.

Starten Sie die virtuelle Maschine, dann klicken Sie auf „Verbinden“, um den Desktop des virtuellen Systems auf den Monitor zu holen.
Vergrößern Starten Sie die virtuelle Maschine, dann klicken Sie auf „Verbinden“, um den Desktop des virtuellen Systems auf den Monitor zu holen.
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