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Hitflip, Swapy und Co. - Tauschen statt kaufen

23.05.2013 | 10:36 Uhr |

Wer eine sinnvolle Verwendung für alten Ramsch sucht, kann sich an eine Tauschbörse im Internet wenden. Das kostet nur wenig, und Sie sind die Sachen gleich los. So geht's.

Wenn sich bei Ihnen ausgelesene Krimis türmen, Musik-CDs Ihr Regal verstopfen und alte Blockbuster- DVDs verstauben, könnten Sie den ganzen gebrauchten Kram ja verkaufen. Nur wirklich viel Geld verdienen Sie dadurch wohl nicht. Also wieso tauschen Sie nicht einfach Ihre Sachen gegen andere Wälzer, Filme oder Musik? Im Internet finden Sie mittlerweile eine recht gute Auswahl an Webseiten, die Ihnen als Tauschplattform dienen können.

Denn eigentlich hat ja der Handel mit dem Tauschen begonnen, das Bezahlen mit harter Währung kam erst relativ spät auf. So wie Händler sich früher auf Marktplätzen trafen, treffen sich Tauschwillige heute im Internet auf ausgewiesenen Börsen – klar, hier erreichen sie auch die meisten Interessenten, Angebot und Nachfrage sind nicht auf eine überschaubare Region begrenzt. Wir haben uns einige Portale angesehen und erklären außerdem, was Sie beachten sollten.

Tauschen oder kaufen: Es kommt darauf an

Wer tauschen möchte, der muss einen gleichwertigen Gegenstand für das eigene Objekt der Begierde anbieten. Aus diesem Grund ist es auch ziemlich unsinnig, für ein Samsung Galaxy S3 das eigene Nokia 3310 anzubieten – der Gegenwert steht einfach in keinem Verhältnis. Es sei denn, der Anbieter ist extrem auf das Objekt fixiert und ein vernarrter Nokia-Sammler, dem genau dieses Handy noch fehlt. Dann könnte es mit dem doch recht ungleichen Tausch klappen. Vor allem aktuelle Produkte erhalten Sie beim Tauschen jedoch nicht, um einen herkömmlichen (Online-)Shop kommen Sie in diesem Fall zumeist nicht herum. Denn heutzutage handelt es sich fast immer um gebrauchte Gegenstände wie etwa ausgelesene Bücher, Musikalben, DVDs, Bekleidung oder eben alte Elektronik.

Online-Shopping - Darauf müssen Sie achten

So funktioniert das Tauschgeschäft

Beliebte Tauschbörsen im Überblick.
Vergrößern Beliebte Tauschbörsen im Überblick.

Im Prinzip legen Sie sich auf einer Tauschbörse einen eigenen kleinen Online-Shop an, wenn Sie Waren zum Tausch anbieten möchten. Stoßen die anderen Nutzer dann auf ein interessantes Angebot von Ihnen, erhalten Sie zunächst eine Tauschanfrage. Sie enthält normalerweise auch die Aufforderung, die Waren des Interessenten nach einem für Sie tauschbaren Artikel zu durchsuchen und bei Gefallen gegen Ihren Artikel zu tauschen. Sind beide Interessenten mit den Tauschobjekten einverstanden, kommt es zu einer Transaktion und zum gegenseitigen Versenden der Waren. Bei manchen Webseiten können Sie den Artikel aber auch ganz normal über die bekannten Bezahlwege wie zum Beispiel Paypal oder Vorkasse erwerben.

Geschenke richtig umtauschen

Gebühren bei Tauschgeschäften

Oben der Hinweis von Kleiderkreisel, dass Mitglieder bei den Transaktionen auf sich allein gestellt sind. Unten macht Hitflip deutlich, dass man sich dort im Betrugsfall konsequent um die Mitglieder kümmert.
Vergrößern Oben der Hinweis von Kleiderkreisel, dass Mitglieder bei den Transaktionen auf sich allein gestellt sind. Unten macht Hitflip deutlich, dass man sich dort im Betrugsfall konsequent um die Mitglieder kümmert.

Auf vielen Portalen funktioniert der Tausch nach demselben Prinzip, aber in Form von Punkten. Wenn jemand einen Film von Ihnen möchte, schicken Sie ihm die DVD per Post zu. Ist die Ware erfolgreich und bestätigt angekommen, erhalten Sie vom Portal eine Art Tauschwährung gutgeschrieben. Je nach Anbieter unterscheiden sich diese und heißen beispielsweise Taler, Flips, Points oder Tickets. Mit diesen Punkten dürfen Sie dann selbst nach interessanten Artikeln stöbern. Allerdings verlangen einige Portale einen Obolus für erfolgreich getätigte Tauschgeschäfte in Form einer Gebühr. Diese kann sich prozentual berechnen oder in Form eines festen oder gestaffelten Betrags zum Wert des getauschten Produkts addieren lassen. Dafür ist das Mitglied abgesichert, wenn es einem Betrug zum Opfer fällt oder kaputte Ware erhält. Andere Börsen sind jedoch kostenfrei und verlangen keine Gebühren bei erfolgreichen Geschäften. Aber leider verzichten Sie auch auf einen gewissen Schutz.

Tauschen ist Vertrauenssache

Hiermit kommen wir zu einer der wichtigsten Fragen beim Tauschgeschäft: die nach der Sicherheit. Die Portalbetreiber machen es sich häufig leicht und ziehen sich bei den Transaktionen selbst aus der Affäre. Missglückt das Tauschgeschäft, greift der Betreiber höchstens dadurch ein, dass er das Nutzerprofil des betrügerischen Mitglieds löscht oder sperrt. Im schlimmsten Fall stehen Sie also ohne Gegentausch da oder haben gezahlt, ohne einen Artikel erhalten zu haben. Eine Ausnahme ist hier zum Beispiel das Portal Hitflip . Dort erhalten Sie zumindest die Tauschgebühren wieder zurück, wenn Sie Produkte nicht erhalten oder diese nicht im beschriebenen Zustand angekommen sind. Um den Mitgliedern von vornherein ein sicheres Gefühl bei den Transaktionen zu geben, existiert ein Bewertungssystem auf den Portalen. Dort bewerten und kommentieren die Mitglieder ihre Tauschpartner. Auf diese Weise erhalten Sie einen Eindruck davon, wie vertrauensvoll das Mitglied ist. Allerdings erschwert das auch neuen Mitgliedern den Einstieg, da Bewertungen fehlen.

Clever sparen durch Preisvergleich

Ausgewiesene Portale für bestimmte Kategorien

Dieses Kleiderkreisel-Mitglied verfügt über 615 positive und 3 neutrale Bewertungen sowie über eine negative.
Vergrößern Dieses Kleiderkreisel-Mitglied verfügt über 615 positive und 3 neutrale Bewertungen sowie über eine negative.

Besonders bei Frauen groß im Trend sind Tauschbörsen, auf denen vor allem Schmuck, Schuhwerk und Kleidung ihre Besitzer wechseln. Hier wären zum Beispiel die Portale Kleiderkreisel oder Kleiderkorb zu erwähnen: Beide verlangen keine Gebühren für die Geschäfte, die Mitglieder handeln jedoch in Eigenverantwortung und müssen Probleme unter sich regeln. Die Webseiten treten hier nur als Portalbetreiber auf und sehen sich als Plattform. Im Betrugsfall greifen sie also lediglich ein, indem sie ein Mitglied sperren. Fast immer dürfen Sie dort auch andere Waren wie beispielsweise Elektronikprodukte tauschen, allerdings nur in dafür ausgewiesenen Bereichen der eigenen Foren.

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