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Hijacker von Al-Jazeera-Website stammt aus Kalifornien

13.06.2003 | 12:21 Uhr |

Während des Irak-Krieges wurde eine Website des den USA kritisch gegenüberstehenden Nachrichtensenders "Al Jazeera" auf eine proamerikanische Seite umgeleitet. Der dafür verantwortliche 24-jährige Kalifornier muss sich nun am Montag vor Gericht verantworten.

Während des Irak-Krieges wurde eine Website des den USA kritisch gegenüberstehenden Nachrichtensenders "Al Jazeera" auf eine proamerikanische Seite umgeleitet. Der dafür verantwortliche 24-jährige Kalifornier muss sich nun am Montag vor Gericht verantworten. Ihm werden die Vergehen "telegrafischer Betrug" sowie unerlaubter Erhalt elektronischer Kommunikation vorgeworfen.

Bei der "Übernahme" der Website stieß der Beklagte auf relativ wenig Widerstand. Ein paar Telefonate, Mails und gefälschte Dokumente reichten offenbar aus, um den zuständigen Website-Hoster davon zu überzeugen, dass er ein Mitarbeiter des Fernsehsenders sei.

Der Beklagte soll Kontakt zu Administratoren von Network Solutions (dem Hosting-Unternehmen) aufgenommen und sich dort als Admin von Al Jazeera ausgegeben haben. Dort bat er um die Änderung der Zugriffspasswörter und fälschte eine Unterschrift auf einem dafür erforderlichen Formular, dass ihm von Network Solutions zur Verfügung gestellt wurde.

Dieses Dokument soll der Beschuldigte dann zusammen mit einer Kopie eines gefälschten Firmenausweises an das Hosting-Unternehmen gefaxt haben, so Arif Alikhan, Mitarbeiter des US-Staatsanwalts für Zentral-Kalifornien und Chef der dortigen Computerkriminalitäts-Abteilung.

Als der Beklagte die Kontrolle über die Website erlangt hat, richtete er eine Weiterleitung auf eine proamerikanische Website ein, die dazu aufforderte, die US-Soldaten zu unterstützen. Zudem wurden alle Mails, die an den Sender gingen, auf ein externes Mail-Konto umgeleitet.

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