Highspeed-Internet

Die besten Alternativen zu DSL und LTE

Sonntag den 25.11.2012 um 15:35 Uhr

von Christoph Hoffmann

DSL hat längst attraktive Konkurrenz bekommen. Wir stellen die Alternativen vor.
Vergrößern DSL hat längst attraktive Konkurrenz bekommen. Wir stellen die Alternativen vor.
© istockphoto.com/Henrik5000
DSL hat längst attraktive Konkurrenz bekommen. Und das nicht nur in Gebieten, die bis auf Weiteres DSL-technisches Niemandsland sind. Auch für Umsteiger sind UMTS, TV-Kabel, Satellit und Glasfaser Alternativen zum gängigen DSL-Anschluss, aber auch zu LTE.
Bandbreite ist beim Internet das Maß aller Dinge – vor allem für die Nutzung von Cloud-Diensten sowie für Video- und Musik-Streaming. Glücklich können sich die Anwender schätzen, die in (V)DSL- und LTE-Versorgungsgebieten wohnen und die Auswahl unter den vielen Angeboten der Provider haben. Aber auch für diejenigen, die außerhalb solcher Gebiete leben und trotzdem nicht auf Highspeed-Internet verzichten wollen, gibt es interessante Alternativen.
Der Internetzugang via Satellit ist flächendeckend in ganz
Deutschland verfügbar, die Übertragungsge- schwindigkeiten sind
aber auf rund 10 MBit/s limitiert.
Vergrößern Der Internetzugang via Satellit ist flächendeckend in ganz Deutschland verfügbar, die Übertragungsge- schwindigkeiten sind aber auf rund 10 MBit/s limitiert.

In weiten Teilen Deutschlands sind Kabelnetze verlegt: Nach Schätzungen sind 26 bis 30 Millionen Haushalte angeschlossen. Im Zuge des Rückkanal-fähigen Ausbaus der TV-Netze sind Telefonie und Internet (Triple Play) über das deutsche Kabelnetz möglich. Aktuell teilen sich die drei Netzbetreiber Kabel Deutschland , Unitymedia (NRW und Hessen) und Kabel BW (Baden-Württemberg) das Fernsehkabelnetz. Zusätzliche bekannte, regional täti-ge Kabelnetzbetreiber sind unter anderem Primacom, Net Cologne sowie Tele Columbus. Üblicherweise kosten 32 MBit/s Downstream rund 25 Euro monatlich inklusive Telefonanschluss mit Festnetz-Flatrate. Für 100 MB und mehr verlangen die Anbieter 40 Euro im Monat. Der Upstream ist in der Regel auf 2 MBit/s limitiert.

Kabelkunden können je nach Anbieter aus verschiedenen Tarifen auswählen und Downstream-Geschwindigkeiten von bis zu 128 MBit/s nutzen. Im Upstream sind bis zu 10 MBit/s möglich.



Mit maximal 10 MBit/s: Internet via Satellit
Besitzen Sie bereits eine Satellitenschüssel zum TV-Empfang, verfügen Sie gleichzeitig schon über die Technik, die Sie auch mit Breitbandinternet versorgen kann. Internet per Satellit funktioniert fast überall. Neu ist die Technik nicht, doch konnte sie sich nie recht durchsetzen. Das lag auch daran, dass die Daten über den Satelliten nur in eine Richtung liefen, nämlich aus dem Internet zum Anwender. Die Anforderung der Daten (Rückkanal) lief über eine Telefonleitung. Heute bieten die meisten Anbieter den Rückkanal auch über Satellit an.

Sky DSL2+ kostet 49,90 Euro monatlich plus Mietgebühr für die Hardware. Dafür gibt es einen pro Monat kündbaren Flatrate-Internetzugang mit einer Bandbreite von bis zu 10,2 MBit/s im Downstream und von bis zu 2 MBit/s im Upstream. Wer mehr Upload-Geschwindigkeit wünscht, wird kräftig zur Kasse gebeten: Für 4 MBit/s zahlen Sie monatlich rund 30 Euro mehr.

Filiago offeriert Internet über Satellit mit bis zu 10 MBit/s im Downstream und knapp 2 MBit/s im Upstream. Das Paket Filiago Sat 10.000 kostet inklusive Hardware 49,80 Euro monatlich, das 6-MBit-Paket kostet 10 Euro weniger.

Die Sat Internet Services GmbH – ist gegenüber der Konkurrenz teurer: Der Tarif 10 Flat mit 10 MBit/s Downstream und einer Upload-Geschwindigkeit von bis zu 2 MBit/s ist als Volumen-Flatrate ohne Mindestvertragslaufzeit inklusive Leih-Hardware für 59,90 Euro erhältlich. Die Erhöhung des Upstreams auf 4 MBit/s kostet monatlich 40 Euro mehr.

Für Wenig-Surfer oder mobile Nutzer: UMTS
Die Mobilfunktechnik UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) kann eine gute Alternative für alle sein, die selten ins Internet gehen oder nur sehr wenig aus dem Datennetz laden. Wer etwa täglich nur seine E-Mails abruft und ab und an eine Internetseite besucht, der ist mit einem UMTS-Surfstick gut beraten. Den Stick bekommen Sie etwa im Elektro- oder sogar im Supermarkt und den Datentarif gleich dazu. An UMTS-technisch gut ausgebauten Standorten sind Sie mit flotten 4 bis 5 MBit/s dabei. Bevor Sie sich für UMTS als stationäre Alternative zu DSL entscheiden, müssen Sie unbedingt prüfen, welcher Mobilfunkbetreiber an Ihrem Wohnort welche Datengeschwindigkeit anbietet. Generell versorgen die Telekom, Vodafone und O2 die meisten Gebiete mit schnellem UMTS.

Bei den Tarifen haben Sie die Wahl zwischen klassischen Vertragstarifen und Vorkasse (Prepaid). Beide Varianten unterliegen Volumenbeschränkungen.

Vom Medien-Hype zum Ladenhüter: Wimax
Bereits seit 2005 gibt es den Funkstandard Wimax (Worldwide Interoperability for Microwave Access). Mit Reichweiten von 50 Kilometern und Datenraten von bis zu 70 MBit/s sollte Wimax abgelegene Gebiete mit Highspeed-Internet versorgen. Durchgesetzt hat sich Wimax in Deutschland nicht – einige Firmen haben mangels Kundeninteresses die ersteigerten Wimax-Lizenzen an die Bundesnetzagentur zurückgegeben. Angeboten wird Wimax etwa von der Firma DBD Deutsche Breitband Dienste. Mit den Marken MAXX on air und DSL on air richtet sich das Unternehmen an Privat- und Geschäftskunden. Eine Verfügbarkeitsprüfung auf den Webseiten liefert Infos dazu, wo Wimax verfügbar ist. DSL on air Home ist vergleichsweise teuer: Für monatlich 90 Euro bekommen Sie den Downstream mit bis zu 1,5 MBit/s und den Upstream mit bis zu 128 KBit/s. Zusätzlich werden eine Installationsgebühr und ein Bereitstellungsentgelt von rund 500 Euro fällig.

Sonntag den 25.11.2012 um 15:35 Uhr

von Christoph Hoffmann

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