Highspeed-Internet

Breitband-Internet für alle dank LTE

Montag den 10.09.2012 um 12:09 Uhr

von Peter-Uwe Lechner

Per Funk kommt LTE jetzt auch in DSL-unterversorgte Gebiete.
Vergrößern Per Funk kommt LTE jetzt auch in DSL-unterversorgte Gebiete.
© istockphoto.com/zmeel
Endlich ist Schluss mit der bisherigen Zweiklassengesellschaft beim schnellen Internet. Dank LTE kommt das Highspeed-Internet jetzt per Funk auch in DSL-unterversorgte Gebiete.
Auch im Jahr 2012 – also gut 14 Jahre nach dem Startschuss für T-DSL – ist Deutschland weit davon entfernt, flächendeckend Highspeed-Internetanschlüsse zu haben. Zwar können laut der Deutschen Telekom inzwischen rund 93 Prozent der Teilnehmeranschlüsse mit Telekom-DSL versorgt werden, die Zahlen sind allerdings wenig repräsentativ. Die hohe Zahl wird vor allem dadurch erreicht, dass alle Anschlüsse in den Anschlussbereichen der mit DSLAMs ausgebauten Teilnehmer-Vermittlungsstellen als versorgt gelten. Unberücksichtigt bleiben dabei aber die Anschlüsse in den ausgebauten Anschlussbereichen, die wegen ungeeigneter Anschlussleitungen (Dämpfung, Crosstalk, Multiplexer, Glasfaser) kein Telekom-DSL erhalten können. Wenn Alternativen wie Kabelinternet fehlen, ist besonders in ländlichen Gebieten oftmals das antiquierte Analogmodem oder eine ISDN-Verbindung der einzige Weg ins Internet – und das mit maximal 128 KBit pro Sekunde und einem Bruchteil der DSL-Geschwindigkeit. Hier kommt dann LTE (Long Term Evolution) oder 4G ins Spiel. Die neue Mobilfunktechnik verspricht nicht nur bis zu 100 MBit/s im Download, sondern erlaubt es den Betreibern auch, deutlich mehr Nutzer in der gleichen Funkzelle zu versorgen. Zunächst wollen wir uns jedoch der DSL-Technik widmen, die inzwischen in mehreren Ausbaustufen angeboten wird.

DSL: Von schnell bis turboschnell verfügbar /exports/articles/images/1/5/6/5/4/7/2/908edca48c899666.jpeg 660 495 LTE, Breitband-Internet, DSL, VDSL Breitbandverfügbarkeit in Deutschland. 4 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie true 3434275 Die Technologie „Digital Subscriber Line“ (DSL) nutzt herkömmliche Kupferleitungen für die Datenübertragung. Sie ist alles andere als neu und kam beispielsweise in den USA bereits in den frühen 1990er Jahren zum Einsatz. Die DSL-Technologie baut auf der Tatsache auf, dass eine standardmäßige Kupferleitung – also die Telefonleitung – durch einen Splitter in mehrere Frequenzbereiche aufgeteilt werden kann, um Sprachinformationen und Datenübertragung voneinander abzugrenzen. Theoretisch lassen sich nach diesem Prinzip Binärdaten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 MBit/s übertragen. Wichtig ist außerdem die Entfernung zur Vermittlungsstelle: Diese darf keinesfalls zu groß sein – sonst werden die durch den Widerstand der Kupferleitungen auftretenden Verluste zu groß. Aus diesen kurzen Infos zur Technik wird bereits deutlich, warum sich DSL nicht überall anbieten lässt (Entfernung zur Gegenstelle, Vorhandensein von Kupferleitungen). Hinter der DSL-Technologie verbergen sich mehrere – technisch voneinander abweichende – Verfahren wie ADSL, ADSL2, ADSL2+, SDSL sowie VDSL und VDSL2. beitrag_id link stoerer 799586 DSL-Alternativen - günstiger und schneller _blank /exports/articles/images/1/5/6/5/4/7/2/45eb20b78042b9bf.jpeg 660 495 LTE, Breitband-Internet, DSL, VDSL Wie alle DSL-Techniken benutzt auch VDSL für das letzte Stück der Übertragungsstrecke zum Kunden eine Kupferleitung. Die Strecke von der Vermittlungsstelle zum Kabelverzweiger wird auf Glasfaser realisiert. 2 Strömung GmbH true 3434276 VDSL: Für IP-Technologien wie das hochauflösende HDTV via Internet ist allerdings mehr Bandbreite erforderlich. Diese lässt sich mit VDSL (Very High Data Rate Digital Subscriber Line) erzielen. Wie alle DSL-Techniken benutzt auch VDSL für das letzte Stück der Übertragungsstrecke zum Kunden die Kupferleitung, obwohl immer wieder fälschlicherweise auch für dieses Stück von der Verwendung von Glasfasern die Rede ist. VDSL erlaubt eine Datenübertragung mit bis zu 52 MBit/s Downstream und 11 MBit/s Upstream über die Telefonleitung, jedoch sinkt die nutzbare Übertragungsbandbreite mit der Länge der Leitung. Bereits bei einer Entfernung von 300 Metern zur Vermittlungsstelle sinkt die Datenübertragungsrate auf rund 26 MBit/s und bei etwa zwei Kilometern befindet man sich auf ADSL-Niveau mit 6 MBit/s. Aus diesem Grund darf der Abstand zwischen dem Anschluss des Teilnehmerendgeräts und der Vermittlungsstelle nicht zu groß werden.

Montag den 10.09.2012 um 12:09 Uhr

von Peter-Uwe Lechner

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (10)
  • magiceye04 22:24 | 15.09.2012

    @Thomania: 100% ist nie möglich, die Auflagen haben sicher auch gewisse Obergrenzen, was erfüllt werden muß, z.B. optimistische 98% dieser Gebiete.
    Immerhin hast Du HSDPA und könntest mit einer entsprechenden Außenantenne auch drinnen das Internet nutzen.
    Ich hab in meiner Berghütte nach wie vor auch draußen nur GPRS. Zum Glück bin ich da nur gelegentlich am Wochenende und eigentlich froh, wenn ich die Technik mal links liegen lassen kann.

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  • dnalor1968 22:22 | 15.09.2012

    Zitat: McGill
    Nein DSL ist grundversorgung. Ist Seit 2010 für ende 2011 gesetzlich festgelegt. Mache mal eine seite auf mit ISDN Morgen lese ich was Gestern geschrieben würde


    Das Angebot von Internet-Anschlüssen unterliegt im Telekommunikationsgesetz nicht den Vorgaben der Grundversorgung. Damit ist kein Anbieter verpflichtet, Endkunden mit einem Internetanschluss (z.B. DSL, WiMax, LTE) zu versorgen.

    Stand: 11.10.2011


    http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1912/DE/Verbraucher/VerbraucherserviceTelekommunikation/InformationenZuHaeufigGestelltenFragen/BreitbandigeAnschluesseBasepage.html;jsessionid=AFE7442554B1CFBDB70536A8995CC1DA?nn=68532

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  • Thomania 21:34 | 15.09.2012

    "... Um dieses Band nutzen zu können, müssen die Provider bestimmte Auflagen der Bundesnetzagentur erfüllen: Zunächst müssen sie Gebiete per LTE versorgen, in denen bislang kein Breitband erhältlich war. Diese Auflagen sind inzwischen erfüllt, ..."

    Wenn das wahr ist, habe ich wohl so einiges verpasst. An meinem Wohnort in ländlicher Gegend im Norden Deutschlands ist das Einzige, was hier verfügbar ist, nach wie vor UMTS/HSDPA Outdoor - nichts weiter. Ich muss mit meinem Laptop nach draussen auf die Gartenbank, wenn ich mal was downloaden oder emails abrufen will. Das ist für mich absolut keine "flächendeckende" und vor allem erst recht keine zeitgemäße Breitbandversorgung. Die telefonische Antwort von Vodafone auf meine Frage, wann unser Ort endlich dran ist, lautet sinngemäß: damit brauchen Sie vorläufig nicht zu rechnen.

    Aber was solls - man muss die Provider ja auch verstehen - hier auf den kleinen Dörfern ist nun mal kein Reibach zu machen. Da sind größere Städte auf Grund der großen Kundenzahl doch sehr viel lukrativer. Was interessiert fremdes Leid...

    Aber vielleicht kann ja PC Welt hierzu noch einmal die Bundesnetzagebtur befragen. Vielleicht hat sich an den o. g. Auflagen inzwischen auch etwas geändert?

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  • mike_kilo 19:23 | 11.09.2012

    DSL ist grundversorgung. Ist Seit 2010 für ende 2011 gesetzlich festgelegt.
    :was:
    > [URL]http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1932/DE/Verbraucher/VerbraucherserviceTelekommunikation/InformationenZuHaeufigGestelltenFragen/InfoFAQs_node.html;jsessionid=B506FCD4A4449F2E4C5A83C0F0DD3751#doc44594bodyText3

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  • magiceye04 19:17 | 11.09.2012

    Was zahlt man denn in Dänemark?
    Wie heißt das Gesetz genau?

    Ich hab hier wochenlang mit GPRS das Internet genutzt, das ist exakt so schnell wie eine einzelne ISDN-Leitung. Wenn man Bilder bereits vor dem Herunterladen komprimieren läßt und/oder den Browser so einstellt, dass Bilder nur aus dem Cache und ansonsten auf Nachfrage geladen werden, gibt es kaum Geschwindigkeitseinbußen.
    Gegen meine ersten Netzwer-über-Funk-Erfahrungen mit 1,2kBit/s in den 90ern ist das immer noch rasend schnell

    Wenn man nicht gerade alleine in der Pampa wohnt, lohnt sich ggf. auch ein gemeinschaftlich genutzter Funkanschluß. Man muß nur genügend Leidensgenossen in der unmittelbaren Nachbarschaft finden, dann lohnt sich das auch finanziell.

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