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Ist Green IT nur ein Lippenbekenntnis?

05.01.2009 | 10:01 Uhr |

Die Marktforscher von Gartner und der World Wide Fund for Nature (WWF) wollten es genauer wissen und befragten 24 große Hersteller aus der Computer- und Telekommunikationsbranche, wie sie es mit dem Umweltschutz halten. Die Ergebnisse lassen zu wünschen übrig, findet die Computerwoche.

Gartner und der WWF hatten den wichtigsten ITK-Herstellern im Vorfeld des "Symposium/ITxpo 2008" im französischen Cannes auf den Zahn gefühlt. Als Marktforschungsexperten haben die Analysen von Gartner die Untersuchung geleitet, während die Umweltschutzorganisation WWF die Forscher beriet. Auf der Veranstaltung in Cannes haben die beiden Partner die Ergebnisse präsentiert.

Für die Untersuchung hat Gartner einen detaillierten Fragebogen mit 84 Punkten an 24 bekannte Hersteller geschickt. Die Fragen zielten darauf ab, festzustellen, wie die Hersteller mit dem Thema Umweltschutz in ihrer Produktion und im eigenen Unternehmensalltag umgehen. Neben der Entwicklung umweltschonender Produkte lag also ein zweiter Fokus auf dem Umweltverhalten der Mitarbeiter. Neun der 24 Hersteller haben auf die Darlegung ihrer Green-IT-Strategie verzichtet und den Fragebogen nicht zurückgeschickt.

Wenig Grund zum Jubeln

Das Urteil von Gartner und dem WWF könnte kaum schlechter ausfallen. Nach Ansicht der Experten drehen sich die Mühlen in Sachen Green IT in der ITK-Branche nur langsam. Die Kritik ist niederschmetternd, denn die Zeit, Umweltschutz-Strategien zu entwickeln und umzusetzen, ist längst gekommen: Technologien und Konzepte für energieeffiziente, ausstoßarme Produkte sind verfügbar und können sofort eingesetzt werden. Auch die Art, wie die Firmen ihren eigenen Betrieb führen, wird kritisiert.

Vermisst werden zum Beispiel "intelligente" Gebäudetechniken, aber auch Grid-Applikationen und Cloud-Computing , mit denen Firmen webbasiert auf hocheffiziente Ressourcen zugreifen. Selbst Videokonferenzen als Alternative zur ökologisch bedenklichen und zudem noch teuren Dienstreise haben sich noch längst nicht durchgesetzt. Doch gerade das würde die Kohlendioxidmenge drastisch verringern.

Gartners Research Vice President Simon Mingay, der einst den griffigen Ausdruck Green-IT prägte, inzwischen von dieser Bezeichnung aber Abstand nehmen will, hat die Untersuchungsergebnisse in Cannes erläutert.

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