11.06.2012, 10:34

David Wolski

Technik-Trends

Was können Heimnetzwerke in der Zukunft?

Technik-Trends: Wie sieht die Zukunft vom Heimnetzwerk aus? ©istockphoto.com/vgajic

Das heimische Netzwerk bedient bald nicht nur PC, Tablet, Smartphone und vielleicht Spielekonsole, sondern auch Fernseher und Haushaltsgeräte sowie ungewöhnliche Zaungäste.
Niemand muss lange an der Glaskugel reiben, um die unmittelbare Zukunft von Heimnetzwerken zu erahnen. Die letzten Messen wie die CES 2012 in Las Vegas und die IFA in Berlin haben eindeutig gezeigt, wohin die Entwicklung nach der Vorstellung der Hersteller gehen soll.
Smarte Fernseher drängen in die Wohnzimmer
Die Verschmelzung von TV-Geräten und Netzwerk-Clients zu Smart-TVs war bereits länger abzusehen. Intel drängte vor sechs Jahren mit seiner Initiative VIIV ins Wohnzimmer, und Microsoft stellte die Windows XP Media Center Edition vor. Beides verschwand zwar bald weitgehend in der Versenkung, das netzwerkfähige Fernsehgerät meldete sich aber lautstark auf den letzten großen Computermessen zurück. Ein eigener PC ist nicht mehr erforderlich, die TV-Geräte bringen bereits alles Nötige mit.
Laut Branchenverband Bitkom ist 2012 jedes zweite verkaufte TV-Gerät internetfähig. Seltsamerweise wollen aber nur 13 Prozent der Besitzer damit online gehen. Das dürfte nicht nur an den spärlichen Inhalten liegen, sondern auch an umständlichen Fernbedienungen. Anschlüsse für Tastatur und Maus haben die Geräte in der Regel nicht. Einen normalen Webbrowser gibt es meist auch nicht – zu groß sind die Bedenken der Hersteller, Opfer von Sicherheitslücken zu werden.
Google ahnt hier einen gewissen Heimvorteil und belebt zurzeit sein zuerst wenig erfolgreiches Experiment Google TV wieder neu, für das sich 2010 auch Intel und Sony begeisterten. Das Linux-ähnliche Android ist hier wie bei Smartphones und Tablets die Betriebssystem-Plattform für Set-Top-Box und TV-Gerät. Damit verschmelzen nicht nur Fernsehprogramme und Web. Auch Android-Apps schaffen es so auf den großen Bildschirm und ermöglichen die bequeme Bedienung über das Smartphone. Samsung hat bereits Geräte mit Googles Technologie für dieses Jahr angekündigt. Einen ähnlichen Weg beschreitet Apple mit Apple TV, eine Set-Top-Box mit bisher bescheidenem Erfolg, die als Streaming-Client funktioniert und auf den iTunes Store zugreifen kann, um Medieninhalte direkt von dort zu beziehen.
Weiße Ware mit bunten Displays
Weniger einleuchtend erscheint die Verbindung von Haushaltsgeräten und Heimnetzwerk. Eine Waschmaschine mit Touchscreen und WLAN stellte Samsung jetzt auf der CES 2012 vor. Per App können Sie so überprüfen, wann die Wäsche fertig geschleudert ist. Hoher Neuigkeitswert – fraglicher Nutzwert. Es liegt die Vermutung nahe, dass diese Trends vor allem deshalb in Schwung kommen werden, weil die Verkaufszahlen in diesem Segment über die letzten Jahre stabil und krisenfest geblieben sind. Bei dieser klassischen „weißen Ware“ dient als Verkaufsargument erst mal Lifestyle und eine ungewöhnliche Bedienung für eine Zielgruppe, die mit PCs und Spielekonsolen groß geworden ist.

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