Multimedia-Inhalte

Bilder, Musik und Videos im Heimnetz

Mittwoch den 15.08.2012 um 14:09 Uhr

von Thorsten Eggeling

Bildergalerie öffnen Heimnetz - Streaming
© istockphoto.com/Goldmund
Die Zeiten der Spezialgeräte sind vorbei. Ob TV, PC, Smartphone oder Tablet – alle können Multimedia-Inhalte von den jeweils anderen Geräten wiedergeben oder an diese senden.
Mit Streaming-Techniken lassen sich Multimedia-Dateien über das Netzwerk im ganzen Haus und auf jedem Gerät abspielen. Grundsätzlich genügt dafür ein WLAN nach dem Standard 802.11g (54 MBit/s). Bei HD-Videos sollte es jedoch besser WLAN 802.11n (150 oder 300 MBit/s), Power-LAN oder ein Kabelnetzwerk sein. Sonst ruckelt der Film, und die Wiedergabe macht keine Freude. Dieser Artikel erklärt, wie Streaming funktioniert und welche Software Sie dafür benötigen. Die erwähnten Tools sind bei Windows 7 teilweise enthalten. Wer eine ältere Windows-Version verwendet oder mehr Funktionen braucht, muss zusätzliche Software installieren.

Was ist und wie funktioniert Streaming?
Streaming bedeutet, dass die digitalen Mediadateien dem Abspielgerät nicht als Ganzes vorliegen müssen, sondern in einem kontinuierlichen Datenfluss in kleinen Häppchen übertragen werden. Typisch ist Streaming seit langem vor allem im Internet, wenn Sie Videos auf Youtube ansehen. Je nach verfügbarer Bandbreite der Netzwerkverbindung werden die Streams in unterschiedlicher Qualität ausgeliefert. Dazu stellt der Streaming-Server die Geschwindigkeit der jeweiligen Verbindung fest und wählt einen Video-Stream mit entsprechend niedriger oder höherer Bitrate. Internetvideos erfordern nur eine geringe Bandbreite zwischen 1 und 2 MBit/s, damit auch Nutzer mit langsamen Verbindungen und mobilen Geräten in den Genuss des Filmes kommen können. Zum Vergleich: Ein hochaufgelöstes MKV-Video bringt es auf 10 bis 20 MBit/s oder mehr. Da kann dann einem 802.11n-WLAN-Netz unter ungünstigen Bedingungen schon die Puste ausgehen.


Streaming im Heimnetz: Im heimischen Netzwerk greifen Sie mit dem Abspielgerät meist auf den Netzwerkspeicher zu (Freigabe auf einem PC, NAS oder auch Server im Internet), auf dem die Video- und Audiodateien liegen. Das Abspielgerät kann die Wiedergabe sofort starten und holt sich dazu portionsweise die Mediadaten vom Server. Das direkte Abholen auf Dateiebene mit dem Abspielgerät, etwa von einer Windows-Freigabe, hat aber eine Reihe von Nachteilen.

In einem Netzwerk lassen sich die unterschiedlichsten
Geräte miteinander verbinden.
Vergrößern In einem Netzwerk lassen sich die unterschiedlichsten Geräte miteinander verbinden.

Erstens ist es auf Geräten wie Smart-TVs per Fernbedienung relativ unkomfortabel, in umfangreichen Netzwerkordnern zu navigieren. Zweitens benötigt das Heimnetz für diese Bedienung eine Rechteverwaltung, damit sämtliche Benutzer und Geräte auf die Daten zugreifen können. Und drittens besitzen digitale Audio- und Videomedien diverse MetaDaten (Tags) über Interpret oder Erscheinungsjahr, die auf Dateiebene allesamt nicht wiedergegeben werden. Infolgedessen ist es auch nicht möglich, nach solchen Meta-Daten zu suchen.

Streaming über UPnP und DLNA
Um die Nachteile des direkten Dateizugriffs zu vermeiden, haben die Hersteller mehrere Standards für den Zugriff auf Multimedia-Dateien im Netzwerk entwickelt. Einer davon ist UPnP beziehungsweise UPnP-AV (Universal Plug-and-Play). UPnP definiert drei abstrakte Netzwerkgeräte: den Media-Server, den Media-Renderer (Player) und den Control Point. Letzterer ist für das Auffinden der Server im Netz zuständig. Die Datenpakete werden per TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) und UDP (User Datagram Protocol) übertragen. Die Kommunikation erfolgt über das vom Webbrowser her bekannte HTTP (Hyper Text Transfer Protocol) und SOAP (Simple Object Access Protocol). In einem Netzwerk und sogar auf einem PC lassen sich auch mehrere UPnP-Server parallel betreiben.


Ein UPnP-fähiges Gerät sucht im Netzwerk nach Servern, die einen entsprechenden Dienst bereitstellen und präsentiert eine Liste der gefundenen Anbieter. In der Liste können Sie dann einen Server und die gewünschten Dateien auswählen. UPnP benötigt keine Anmeldung beim Server und hat auch standardmäßig keine Funktionen für Zugriffsrechte. Jedes Gerät kann also auf die angebotenen Ressourcen zugreifen. Auf vielen aktuellen Geräten befindet sich ein DLNA-Logo (Digital Living Network Alliance). Bei DLNA handelt es sich um einen auf UPnP aufsetzenden Standard, der Beschreibungen von Dateiformaten, Decodern und Auflösungen enthält. Bei DLNA geht es vor allem darum, die Zusammenarbeit von Geräten wie Computern, Druckern, Kameras, Smartphones und anderen mobilen Devices zu ermöglichen.

Wiedergabeprobleme mit DLNA: In der Praxis funktioniert das allerdings nicht immer wie versprochen. Die Hersteller von TV-Geräten, Smartphones und Tablet-PCs werben zwar mit der problemlosen Verbindung sämtlicher Geräte, der Benutzer muss sich dann aber häufig mit untauglicher Software herumschlagen und sieht auf dem Fernseher Meldungen wie „Das Dateiformat wird nicht unterstützt“. Eine der Ursachen dafür ist, dass DLNA nur die Formate JPEG (Fotos), LPCM (Audio) und MPEG-2 (Video) verbindlich vorschreibt. Auch wenn ein TV-Gerät DivX, MKV oder H.264 beherrscht, heißt das noch lange nicht, dass sich diese Formate auch per DLNA wiedergeben lassen. Dies führt zu dem für viele Anwender merkwürdigen Effekt, dass sich eine Datei zwar von einem USB-Stick, nicht jedoch über DLNA abspielen lässt. Und selbst wenn es funktioniert, reagiert die Oberfläche des TV-Geräts oft zögerlich auf Benutzereingaben, und einige Funktionen, etwa das Vor- und Zurückspulen, funktionieren nicht. In diesem Fall hilft es, mehrere DLNA/UPnP-Server auszuprobieren. Einer davon arbeitet dann vielleicht mit dem TV-Gerät, Tablet-PC oder Smartphone optimal zusammen.

Mittwoch den 15.08.2012 um 14:09 Uhr

von Thorsten Eggeling

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