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Hausautomatisierung mit Raspberry Pi - Folge 5

12.12.2014 | 08:30 Uhr |

Haus- und Heimautomatisierung wird immer populärer – aber es gibt viele Standards und noch mehr Hersteller. Wenn man sich für ein Gesamtsystem entscheidet, ist man meist daran gebunden. Alternativ baut man das Ganze selber, so wie Daniel Böber.

Daniel Böber studiert Medieninformatik, sein Leben dreht sich um Technik, seit er denken kann. Vor allem interessieren ihn Trends und Projekte, die den Alltag erleichtern. Sie noch besser zu machen, ist Herausforderung für ihn. Auf http://siio.de stellt er seine Projekte vor. Das Thema "Low-Budget-Smart-Home-Zentrale" beschreibt er in fünf Folgen bzw. Tutorials.

In Folge 1 ging es um das Kennenlernen des Minicomputers Raspberry Pi und die grundlegende Inbetriebnahme.

In Folge 2 habe ich erklärt, wie wir das Ganze mit der passenden Hardware bestücken, die wir dann mit der intuitiven Software Pilight bedienen.

In Folge 3 habe ich die Heimautomatisierungs-Software Pimatic vorgestellt und die Zentrale dazu gebracht, einige Aufgaben selbstständig zu erledigen.

In Folge 4 ging es um die Installation eines digitalen Temperatursensors, der nebenbei die Luftfeuchtigkeit misst.

In meiner letzten Folge erkläre ich die Installation von Push- bzw. E-Mail-Benachrichtigungen und demonstriere die Integration von MAX!-Thermostaten.

Das brauchen Sie für Folge 5:

Für die Push-Informationen auf das Smartphone:

Für die gesteuerte Heizung:

MAX! Thermostat
Vergrößern MAX! Thermostat
© Daniel Böber

Installation von Push auf dem Raspberry Pi

Als erstes installieren wir das Plug-in für unsere Pimatic-Software, die dann Nachrichten, die wir in den Regeln definieren, an das Smartphone sendet. Ist beispielsweise ein bestimmtes Gerät via Ping aktiv, können wir “Computer eingeschaltet” senden.

Beispiel 2: Wir verlassen die Wohnung und bekommen noch einmal den Status einiger Komponenten und die aktuelle Zimmertemperatur geschickt. An dieser Stelle wieder das Image zum Downloaden , auf dem die Folgen 1 bis 3 bereits ausgeführt wurden.

Wer diese Tutorials abarbeitet, sollte an ein Update von Pimatic denken, da die Software ständig weiterentwickelt wird.

Pushover auf dem Raspberry Pi

Auf der Pushover-Seite müssen Sie sich zunächst registrieren und ein neues Konto erstellen. Nach der Anmeldung brauchen Sie den User Key und den Application Token. Dazu bitte als erstes eine neue Application erstellen und die beiden Zahlenfolgen notieren, wir brauchen sie gleich für die Konfiguration.

User Key bei Pushover
Vergrößern User Key bei Pushover
© Daniel Böber

Weiter geht es auf dem Raspberry Pi:

1.    Als Administrator einloggen (sollten Sie beim Arbeiten mit Pimatic immer machen)

   sudo su

2.    Pimatic anhalten

   service pimatic stop

3.    Die Konfiguration öffnen und bearbeiten

   nano /home/pi/pimatic-app/config.json

Unter “Plug-ins” Pushover mit den richtigen Daten hinzufügen:

Unter “Plug-ins” Pushover mit den richtigen Daten hinzufügen
Vergrößern Unter “Plug-ins” Pushover mit den richtigen Daten hinzufügen
© Daniel Böber

4.    Es sollte im Kontext etwa so aussehen

Es sollte im Kontext etwa so aussehen
Vergrößern Es sollte im Kontext etwa so aussehen
© Daniel Böber

5.    Strg+X,Y,Enter (speichern und schließen)

6.    Pimatic wieder starten

   service pimatic start

Pushover auf dem Smartphone

Auf dem Smartphone muss die App Pushover installiert werden, die es für Android und Apple gibt. Nach dem Starten loggen Sie sich mit den Benutzerdaten ein und können nun Nachrichten empfangen. Es gibt auch ein Browser-Plug-in für Pushover, das Sie beispielsweise auf dem Laptop gut verwenden können.

Heizungssteuerung am Raspberry Pi

Die Tage werden wieder kälter, und eine intelligente Heizungssteuerung kann unseren Wohnkomfort erhöhen, während wir dabei noch Geld sparen. Fertige Lösungen wie das MAX! sind “Standalone”. Sie lassen sich in der Regel nicht mit anderen Aktoren verknüpfen. Über ein Pimatic-Plug-in können Sie zumindest den Cube fernsteuern und eine Integration in das Smart Home ist möglich. Gerade in Kombination mit der Temperaturmessung aus Folge 4 sind damit schon einige interessante Szenarien machbar.

Zur Erinnerung: Wer diese Tutorials abarbeitet, sollte an ein Update von Pimatic denken, da die Software ständig weiterentwickelt wird.

Hinweis: Das MAX!-Plug-in befindet sich noch in der Entwicklung und hat dementsprechend seine Macken. Sie sollten daher immer den Update-Verlauf im Auge behalten und sich darüber im Klaren sein, dass die Benutzung experimentell ist.

Die Vorbereitung auf dem Cube

Viel Bastelei ist diesmal nicht nötig, denn das eq-3 MAX!-System ist an sich selbstständig lauffähig. Sie müssen den Cube installieren und wenigstens einen Thermostat einbinden. Wenn dort alles funktioniert, geht es auf dem Raspberry Pi weiter.

Die Software anpassen

1.    Als Administrator einloggen (sollten Sie beim Arbeiten mit Pimatic immer machen)

   sudo su

2.    Pimatic anhalten

   service pimatic stop

3.    In das Pimatic-Modul Verzeichnis wechseln

   cd /home/pi/pimatic-app/node_modules/

4.    Das Thermostat-Plug-in installieren

   git clone https://github.com/georg90/pimatic-max-thermostat.git
   cd pimatic-max-thermostat/
   npm install max-control

5.    Wieder in den Root-Ordner von Pimatic

    cd /home/pi/pimatic-app/

6.    Die Konfiguration öffnen und bearbeiten

    nano config.json

7.    unter Plug-ins hinzufügen und IP des Cubes eintragen

IP des Cubes eintragen
Vergrößern IP des Cubes eintragen
© Daniel Böber

8.    Im Kontext sieht es etwa so aus

Im Kontext sieht es etwa so aus
Vergrößern Im Kontext sieht es etwa so aus
© Daniel Böber

9.     Speichern mit Strg+X,Y,Enter

10.    Pimatic starten

    service pimatic start

11.    Auf das Pimatic Web GUI Einloggen (http://ip_des_raspberry/)

12.    Ins Menü (oben links) –>messages–>debug einblenden (oben links)

13.    Adresse für Thermostat herausfinden

RoomID und Werte merken (kopieren)

Pimatic Debug für MAX! Thermostate
Vergrößern Pimatic Debug für MAX! Thermostate
© Daniel Böber

 

14.    Wieder via SSH einloggen

15.    Als Administrator anmelden

    sudo su

16.    Pimatic beenden

    service pimatic stop

17.    Konfiguration öffnen und bearbeiten

    nano /home/pi/pimatic-app/config.json

18.    Neues Device erstellen und Werte aus Debug eintragen (DeviceNo ist die Adresse)

Neues Device erstellen und Werte aus Debug eintragen
Vergrößern Neues Device erstellen und Werte aus Debug eintragen
© Daniel Böber

19.    Im Kontext sieht es etwa so aus (die komplette Beispiel-Config können Sie hier herunterladen)

Im Kontext sieht es etwa so aus
Vergrößern Im Kontext sieht es etwa so aus
© Daniel Böber

20.    Speichern mit Strg+X,Y,Enter

21.    Pimatic wieder starten

    service pimatic start

22.    Auf das Pimatic Web-GUI einloggen (http://ip_des_raspberry/)

23.    Per Zahnrad oben links –> add new item –> Heizung anklicken –> zurück

24.    Die Heizung sollte jetzt in der Ansicht zu sehen sein und kann bedient werden.

Heizungssteuerung in der Pimatic-Übersicht
Vergrößern Heizungssteuerung in der Pimatic-Übersicht
© Daniel Böber

Es ist sinnvoll, die Automatik im MAX! Cube zu deaktivieren und die Steuerung Pimatic zu überlassen. Fensterkontakte können Sie wie oben beschrieben einbinden. Wollen Sie diese nur für das Schließen der Heizung verwenden, kann das auch der Cube. Das Schema für einen Fensterkontakt in der Konfiguration:

Schema für einen Fensterkontakt in der Konfiguration
Vergrößern Schema für einen Fensterkontakt in der Konfiguration
© Daniel Böber

Inbetriebnahme und Test

Sie können jetzt Push-Informationen einprogrammieren. Das Schema lautet

push title:"Bad 16" message:"es wird kalt!" priority:1

title: die Überschrift

message: Inhalt /Details

priority:1 sollte so bleiben

Eine Beispielregel in Kombination mit den Thermostaten (Wenn 16 Grad Celsius eingestellt werden, dann sende Push):

Push-Beispiel
Vergrößern Push-Beispiel
© Daniel Böber

Für weitere Tests programmieren wir ein einfaches Szenario. Wenn wir per Smartphone anwesend sind, wird die Heizung eingeschaltet und wir bekommen eine Push-Info auf das Handy. Beim Verlassen der Wohnung reagiert die Heizungssteuerung auch und drosselt die Temperatur. Diese Regel setzt natürlich die entsprechenden Tutorials voraus.

Beispiel für Anwesenheitssteuerung der Heizung
Vergrößern Beispiel für Anwesenheitssteuerung der Heizung
© Daniel Böber

Zusammenfassung

An dieser Stelle möchte ich mich für Ihr Interesse an meinem Projekt bedanken. Ohne die klasse Software Pimatic und Pilight wäre dieses Projekt kaum möglich gewesen. Für wenig Geld kann man damit schon  viel Spaß haben und davon profitieren. Ich selbst nutze Pimatic und 433-MHz-Schalter für ein paar Lampen bei mir und bin sehr zufrieden. Es gibt sicher zuverlässigere Lösungen auf dem Markt, jedoch kosten diese entsprechend.

Hinweis für alle Bastler:
Wenn auch Sie ein kreatives Projekt entwickelt haben, schreiben Sie uns. Wir würden Ihre Konstruktionen, nützlich oder einfach nur schräg, gern auf //www.pcwelt.de/hacks: www.pcwelt.de/hacks vorstellen. Schreiben Sie an Birgit Götz - hacks@pcwelt.de.

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Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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