12.04.2009, 09:31

Michael Schmelzle, Verena Ottmann, Ines Walke-Chomjakov

Hardware-Tricks

Mehr Tempo für 0 Euro (Teil 2)

Mehr PC-Leistung – auch ohne neuen Rechner! Mit unseren ausgewählten Gratis-Tools reizen Sie im zweiten Teil unseres Tuning-Artikels die Festplatte richtig aus.
Im Laufe der Zeit verliert der PC seine Leistungsfähigkeit, weil die Dienste im Hintergrund permanent zunehmen. Beispiel PC-Sicherheit: Rund ein halben Dutzend Schädlingsscannern gegen Phishing, Rootkits, Spam, Spyware und Viren fressen inzwischen die System-Ressourcen. Und der Hardware-Hunger neuer Software inklusive ihrer Updates steigt ja auch ständig.
Wenn Sie also aus diesen oder anderen Gründen das Gefühl haben, Ihr PC schwächelt, dann können Sie natürlich tief in die Tasche greifen und einzelne Komponenten für viel Geld austauschen. In einigen Fällen mag das sogar vernünftig sein, um Ihren PC fit für 2008 zu machen. Bevor Sie aber unnötig Geld ausgeben, probieren Sie doch erst einmal unsere Tuning-Tricks aus. Das kostet Sie keinen Cent - dank unserer ultimativen Tool-Sammlung.
Im ersten Teil unserer Serie „Mehr Tempo für 0 Euro“ haben wir Ihnen gezeigt, wie Sie Prozessor und Grafikkarte Beine machen. Jetzt verraten wir Ihnen in Teil 2, wie Sie Ihre Festplatte(n) auf Trapp bringen. Die dafür nötigen Tools haben wir im Text direkt mit unserem Download-Center verlinkt, damit Sie gleich loslegen können.
NCQ unter Windows XP aktivieren
Das Native Command Queuing (NCQ) erlaubt es einer SATA-Festplatte, die vom System geforderten Zugriffe selbständig zu verwalten. So kann das Laufwerk die optimale Reihenfolge der Zugriffe ermitteln. Das spart zusätzliche Drehbewegungen, verkürzt damit die Wegstrecken, die der Schreib-/Lesekopf zurücklegen muss, und sorgt ergo für ein höheres Tempo. NCQ setzt allerdings voraus, dass das Bios dem SATA-Festplatten-Controller das Advanced Host Controller Interface (AHCI) zuweist. Das ist aber oft nicht der Fall, weil das Bios aus Kompatibilitätsgründen in der Standardeinstellung den Controller im IDE-Modus ansteuert.
Sie können aber nicht einfach im Bios auf AHCI umschalten. Das würde lediglich zu einem Blue Screen beim Hochfahren von Windows XP führen, da das Betriebssystem die Festplatte jetzt mit dem „falschen“ IDE-Treiber anspricht. Für bestimmte Intel-Chipsätze gibt es allerdings eine relativ einfache Lösung. Besitzt Ihre Platine die ICH8R-Southbridge (Intel-Chipsätze G965, P965, Q965 und 975X), haben Sie Glück. Sie müssen dann nur die Datei „IaStor.sys“ in das Windows-Verzeichnis „system32drivers“ kopieren und registrieren.
Das Vorgehen: Laden Sie sich den Intel Matrix Storage Manager herunter. Zum Entpacken der Installationsdatei kopieren Sie „Iata78_cd.exe“ in einen beliebigen Ordner, beispielsweise „C:\Downloads“. Öffnen Sie dann eine Kommandozeile, indem Sie die Tastenkombination <Win> - <R> drücken, „cmd“ in die Befehlszeile eintragen und auf „OK“ klicken. Geben Sie dann
cd C:\Downloads Iata78_cd.exe –A –PC:\Downloads\AHCI
ein. Achten Sie darauf, dass Sie zwischen “-P” und “C:” kein Leerzeichen eintippen. Folgen Sie nun den Anweisungen auf dem Bildschirm. Die entpackten Dateien liegen in unserem Beispiel im Verzeichnis „C:\Downloads\AHCI“. Wenn Sie ein anderes Verzeichnis verwenden, müssen Sie die Pfadangabe und Laufwerksbuchstaben entsprechend ändern. Kopieren Sie nun aus „C:\Downloads\AHCI“ die Datei „IaStor.sys“ ins Verzeichnis „C:\Windows\System32\Drivers“.
Laden Sie im nächsten Schritt von der Website Media Addicted die Registrierungsdatei für den AHCI-Treiber herunter, führen Sie sie per Doppelklick aus, und bestätigen Sie mit „Ja“. Starten Sie dann den PC neu, und rufen Sie sofort das Bios-Setup auf (<Entf> oder <F2>). Stellen Sie im entsprechenden Menü für die Laufwerkseinstellungen, etwa in „Advanced, Drive Configuration Menu“, die Option „Configure SATA as...“ auf „AHCI“. Speichern Sie die Änderung, und starten Sie Windows XP.
Installieren Sie abschließend den Intel Matrix Storage Manager - jetzt ohne bei der Abfrage des Installationsverzeichnisses den vorgeschlagenen Pfad zu ändern. Falls Sie wider Erwarten beim Neustart einen Blue Screen sehen, dann wechseln Sie im Bios einfach wieder von „AHCI“ auf „IDE“.
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