Hardware-Duell

Tablet-PC vs. Ultrabook im Vergleich

Donnerstag den 15.03.2012 um 11:37 Uhr

von Thomas Rau, Arne Arnold

Klapprechner oder Tablet-PC: Welches Gerät bietet mehr?
Vergrößern Klapprechner oder Tablet-PC: Welches Gerät bietet mehr?
© iStockphoto.com/MarsBars
PC-WELT klärt, ob ein Tablet-PC mit einem modernen Notebook, dem Ultrabook, mithalten kann. Beide Geräteklassen müssen in fünf Kategorien zeigen, wo ihre Vorteile liegen.
Tablet-PCs verkaufen sich wie geschnitten Brot. Gleichzeitig sinken die Verkaufszahlen von klassischen Notebooks deutlich. Haben die alten Klapprechner ausgedient? Nein, sagen die Anhänger von Geräten mit Tastatur und vielen Anschlüssen. Sie verweisen dabei vor allem auf die Ultrabooks: Diese neue Notebook-Generation ist leicht, flach, schnell und ausdauernd. Damit sollen sie es locker mit den Tablets aufnehmen können. PC-WELT lässt die beiden Gerätetypen in einem Duell gegeneinander antreten und vergleicht die Modelle in fünf wichtigen Kategorien.

Ultrabooks: Das Notebook wird sexy

1. Welches ist das bessere Gerät für unterwegs?

Tablet-PC: Geräte wie das iPad 2 oder das Samsung Galaxy Tab 10.1 sind extrem leicht (rund 650 Gramm) und halten trotzdem mit nur einer Akkuladung lange durch – je nach Anwendung meist rund sieben bis 14 Stunden. Dank ihres geringen Gewichts und der flachen Bauweise können Sie sie bequem überall mitnehmen und viel Platz in der Tasche oder dem Rucksack benötigen die schlanken Geräte auch nicht. Unterwegs in der Bahn oder auf der Parkbank hält man sie wie eine Zeitschrift und liest damit zum Beispiel bequem im Internet.

Ultrabook: Die neue Generation der Notebooks sind etwas größer als Tablet-PCs mit ihren 10-Zoll-Bildschirmen. Aber dafür bieten Sie auch mehr Displayfläche: Diagonalen von 11,6 Zoll über 13,3 bis hin zu 15 Zoll sind erhältlich. Die Akkuleistung fällt fast genauso gut wie bei vielen Tablets aus: Sie liegt meist bei sieben bis neun Stunden. Etwas mehr Gewicht müssen Sie allerdings einpacken. Zwischen 1,1 Kilogramm beim Asus UX 21 bis zur 1,4 Kg beim Acer Aspire S3 tragen Sie schon mit sich herum. Unterwegs lassen sich die flachen Klapprechner prima auf einem Tisch oder im Sitzen auf den eigenen Beinen aufstellen. Anders als bei Tablets müssen Ultrabooks nicht in der Hand gehalten werden.

Ergebnis: Angesichts des deutlich geringeren Gewichts und der kleineren Maße geht diese Runde an die Tablets.

Punktsieg fürs Tablet!

 

2. Welches Gerät lässt sich besser bedienen?

Tablet-PC: Das hervorstechendste Bedienungsmerkmal bei einem Tablet-PC ist der Touchscreen. Für viele Programme und Inhalte gibt es nichts Besseres als die Bedienung mit dem Finger. Sie zeigen auf das, was Sie haben wollen. Einfacher geht’s nicht. In Verbindung mit den meist gut funktionierenden Multi-Touch-Gesten lassen sich häufige Aufgaben, etwa das Zoomen von Fotos und Texten, sehr schnell erledigen. Hier muss natürlich auch die Software mitspielen. Nur mit einer wirklich guten App lassen sich auch komplexe Aufgaben, wie das Schneiden eines Videos oder einfache Fotobearbeitung gut am Tablet erledigen.

Ultrabook: Für viele Aufgaben braucht man zwingend eine vernünftige Tastatur und eine Maus. Wollen Sie zum Beispiel längere Texte tippen oder mit einer Excel-Tabelle arbeiten, brauchen Sie zwingend mechanische Eingabegeräte. Texte kopieren und formatieren geht mit einer Tastenkombination einfach schneller als mit der schönsten Multi-Touch-Geste.

Ergebnis: Welches Gerät sich besser bedienen lässt, hängt stark von den Aufgaben ab, die Sie erledigen wollen. Kurz gesagt: Wer überwiegend konsumiert, ist mit einem Tablet gut beraten, wer unterwegs produktiv arbeiten will, ist mit einem Ultrabook besser dran.

Unentschieden!

 

3. Für welches Gerät gibt es mehr und bessere Software?

Tablet-PCs: Für Geräte mit Android als Betriebssystem gibt es rund 400.000 Programme im offiziellen Android Market (jetzt: Google Play) für das iPad sind es über 550.000. Ein Mangel herrscht bei der Software wahrlich nicht. Egal ob Spiel, Büroprogramm oder Hobby-Anwendung, solange es keine Steuererklärung sein muss, findet sich für jeden Einsatzzwecke eine App. Entscheidend ist, die fast immer extrem einfache Bedienung der Software. Gute Apps sind kinderleicht zu bedienen, lassen sich im Handumdrehen installieren und starten blitzschnell. Außerdem laufen die meisten sehr stabil.

Ultrabook: Ultrabooks benötigen keine speziell angepassten Programme. Sie arbeiten mit Windows 7 und einem aktuellen Prozessor – alles, was Sie auf einem Windows-PC installieren können, läuft auch problemlos auf einem Ultrabook - vielleicht mit der Ausnahme von effektreichen 3D-Spielen. Das Angebot ist also riesig – und nicht nur auf einen bestimmten Software-Shop beschränkt. Vom kleinen Mini-Tool, das nur eine einzige Aufgabe hat, bis zum umfangreichen Office- oder Multimedia-Paket reicht dabei das Angebot.

Ergebnis: Bei Angebot und Funktionen der Software sind Ultrabooks nicht zu schlagen. Die meisten Tools sind zwar nicht so leicht und schnell zu installieren und zu bedienen wie eine Tablet-App. Dafür lassen sie sich flexibler einsetzen.

Punktsieg: Ultrabook!

 

4. Welches Gerät lässt sich flexibler einsetzen?

Tablet-PCs: Die flachen Geräte decken einen extrem großen Einsatzbereich ab. Sie funktionieren ebenso als kleine Multimediafestplatte wie als Streaming Client, der die eigene Filmsammlung vom PC zum Fernseher bringt. Im Büro kommt das Tablet als Zusatzbildschirm für den PC zum Einsatz oder als Diktiergerät. Unterwegs fungieren sie als Navigationsgerät im Auto oder auch als Stadtplan beim Sightseeing zu Fuß. Fotos lassen sich damit ebenfalls schießen.

Ultrabook: Ein Ultrabook ist ein PC – das heißt, es kann eigentlich ziemlich viele Dinge, aber nicht alle wirklich perfekt. Als Kamera, Camcorder, E-Book-Reader, Surfmaschine, Spielekonsole, Navigationsgerät oder Musik-Spieler ist es einem Tablet unterlegen. Dafür bietet ein Ultrabook viel mehr Speicherplatz als ein Tablet – Sie können alle Ihre Daten also immer mitnehmen. Der Anschluss von Peripherie fällt am Ultrabook außerdem leichter: Egal ob Drucker, Monitor, externe Festplatte, TV-Stick oder Digitalkamera: Sie lassen sich ans Ultrabook so einfach anschließen wie an einen PC.

Ergebnis: Tablets sind kleiner, handlicher und mobiler – und lassen sich deswegen in vielen Situationen einfacher verwenden als ein Ultrabook. Und auch der Wechsel zwischen den Funktionen – zum Beispiel vom Streaming-Client zur Videokamera – geht beim Tablet schneller vonstatten als beim Ultrabook. Dafür lässt sich ein Ultrabook sehr schnell in einen vollwertigen PC verwandeln mitsamt Eingabe- und Periphregeräte.

Unentschieden

 

5.) Welches Gerät hat das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis?

Tablet-PCs: Gute Tablets wie das iPad 2 gibt es für unter 400 Euro. Ab 600 Euro ist auch ein UMTS-Modul eingebaut. Je nach Einsatzzweck kommen noch Ausgaben für Zusatzgeräte hinzu, etwa eine externe Festplatte, Adapterstecker für den Anschluss ans TV-Gerät oder eine externe Tastatur. 600 Euro sind nicht wenig, doch angesichts der hohen Qualität der Geräte stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis allemal. Flexibler kann ein IT-Gerät kaum sein.

Ultrabook: Ultrabooks sind leistungsfähiger und anschlussfreudiger als ein Tablet. Dafür auch teurer –bis jetzt. Die meisten Ultrabooks kosten rund 1000 Euro – es gibt auch günstigere, die aber vor allem, was das Rechentempo, die Verarbeitung und die Displayqualität nicht mit den Ultrabooks der 1000-Euro-Klasse mithalten können. Wenn Sie Spezial-Wünsche wie eine besonders große SSD oder ein eingebautes UMTS-Modul haben, wird es noch teurer. Ab Sommer sollen die Ultrabook-Preise aber fallen – dann sind auch Ultrabooks für 500 Euro denkbar.

Ergebnis: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt bei den guten Geräten für beide Kontrahenten. Absolut gesehen kommen Sie mit einem Tablet etwas günstiger weg. Das gilt erst recht, wenn Sie keine oder nur weniger Zusatzgeräte benötigen.

Punktsieg: Tablet-PC!

Duell-Fazit: Tablets sind einfacher, Ultrabooks flexibler – auf diese einfache Formel kann man den Unterschied bringen. Allerdings kann kein Gerät das andere vollkommen ersetzen: Wer unterwegs produktiv arbeiten muss und in einer Umgebung arbeitet, die weitgehend auf Windows-Produkten aufbaut, kommt um ein Ultrabook nicht herum. Wer ein bequemes, handliches und unglaublich einfach zu bedienendes Gerät fürs Surfen und Filmeschauen braucht, muss zum Tablet greifen.

Künftig werden sich aber beide Geräteklassen immer mehr annähern. Tablets wie das neue iPad oder das Asus Transformer Prime erhöhen die Leistung der Tablets, was sie für Spiele und andere rechenintensive Aufgaben immer besser eignet. Ultrabooks werden nicht nur günstiger: Mit Windows 8 werden wir auch Geräte sehen, die sich pre touch-Bildschirm bedienen lassen und damit besonders von der angepassten Kachel-Oberfläche des neuen Microsoft-Betriebssystems profitieren.

Surfpads gegen Netbooks
Surfpads gegen Netbooks

In unserem Video-Duell von Ende 2010 musste das iPad 1 übrigens gegen Netbooks antreten. Bei diesem Zweikampf damals verlor das iPad 1 ganz knapp.

 

 

 

Donnerstag den 15.03.2012 um 11:37 Uhr

von Thomas Rau, Arne Arnold

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