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Die besten Benchmarks: PC-Tempo selbst messen

04.10.2016 | 09:10 Uhr |

Wie schnell sind PC, SSD und Grafikkarte wirklich? Die Antwort können Sie sich mit den richtigen Test-Tools selbst geben. Wir stellen die besten Programme vor.

Der englische Begriff „Benchmark“ bedeutet auf Deutsch „Maßstab“. Bei PC-Komponenten versteht man unter diesem Begriff Programme, mit denen sich die Leistungsfähigkeit von Hardware testen lässt. Sie kommen zum Beispiel im Testcenter der PC-WELT zum Einsatz. Aber auch um das Tempo Ihres Rechners selbst zu prüfen, sind diese Anwendungen nützlich. Denn mit ihrer Hilfe lassen sich etwa defekte Komponenten und Systembremsen entlarven, damit Sie entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten können, beispielsweise durch ein Upgrade. In diesem Ratgeber haben wir die besten Benchmarks gesammelt, damit Sie nicht nur den kompletten Rechner, sondern auch wichtige Komponenten wie Festplatten, Grafikkarte und CPU testen können. Außerdem verraten wir Ihnen, wie Sie die Geschwindigkeit Ihres Heimnetzes überprüfen.

Grundlagen: So erhalten Sie die besten Ergebnisse

Um aussagekräftige und vergleichbare Ergebnisse zu bekommen, sollten Ihre Tests immer unter den gleichen Bedingungen stattfinden. Bei einem Grafikkartentest beispielsweise ist es empfehlenswert, stets den gleichen Benchmark respektive die gleiche Spieleszene mit identischen Einstellungen zu benutzen, damit sich die Ergebnisse auch wirklich vergleichen lassen. Schon eine veränderte Option kann das Ergebnis verfälschen. Doch auch die Rahmenbedingungen für den Test müssen stimmen – das gilt zum Beispiel für die Temperatur: Sie erhalten unterschiedliche Resultate, wenn Sie den PC direkt nach dem ersten Hochfahren am Morgen und dann erneut am Abend testen, nachdem er den Tag über in Betrieb war. Das liegt unter anderem daran, dass Windows den Arbeitsspeicher im Laufe des Tages mit verschiedenen Daten füllt und auf der Systemfestplatte eine Auslagerungsdatei anlegt, die die Geschwindigkeit des PCs beeinträchtigen kann. Idealerweise testen Sie Ihren Rechner direkt nach dem ersten Start des Tages oder führen mehrere Testläufe über den Tag hinweg durch.

Tipp: Die besten aktuellen CPUs im Vergleich

PC-Benchmarks: Tempo des Komplettsystems prüfen

Der PC Mark 8 von Futuremark ist ein umfassender Benchmark, der alle Komponenten des Rechners in unterschiedlichen Szenarien überprüft.
Vergrößern Der PC Mark 8 von Futuremark ist ein umfassender Benchmark, der alle Komponenten des Rechners in unterschiedlichen Szenarien überprüft.

Nicht nur Besitzer von Komplett-PCs, auch stolze PC-Eigenbauer prüfen am besten mit einem Komplett-Benchmark, wie gut die eingebaute Hardware harmoniert. Idealerweise kombiniert ein Benchmark mehrere Tests, die die Komponenten unterschiedlich auslasten. Für mehr Komfort lässt das Programm die verschiedenen Tests automatisch mehrmals hintereinander ablaufen, um zum Beispiel Caching-Effekte aufzuzeigen. Typische Schwerpunkte sind die Messungen der Multimedia-, Büro- sowie Alltagsleistung. Einer der bekanntesten Entwickler für Benchmark-Anwendungen ist Futuremark . Der aktuelle System-Benchmark hört auf den Namen PC Mark 8 und kostet in der Advanced Edition 50 Euro. Doch auch die kostenlose Basic Edition reicht für einen umfassenden Systemtest aus, nur der „Storage-Test“ für Festplatten und SSDs fehlt hier. Sie sollten die aktuelle Version des PC Mark 8 für einen Test verwenden, denn für Windows 10 hat Futuremark in zahlreichen Updates den Benchmark angepasst. Sämtliche Tests in den Szenarien verfügen über Einzelpunktzahlen, die das Programm für das Endergebnis kombiniert.

Der „Home Test“ prüft die PC-Auslastung beim Arbeiten zu Hause: PC Mark 8 simuliert dafür Webbrowsen, Schreiben, rudimentäre Bildbearbeitung sowie Videotelefonie. Der „Creative Test“ ist eher für Profis gedacht, die hauptsächlich Medien- und Unterhaltungsinhalte verarbeiten. Diese Testläufe sind besonders für den Prozessor fordernder als beim „Home-Test“ und eignen sich eher für Systeme der Mittelklasse: Der Benchmark umfasst die Leistungsprüfung beim Webbrowsen und bei der Bildbearbeitung, beim Videoschnitt, bei einer Videotelefonie-Konferenz, beim Umwandeln von Medienformaten und beim Spielen. Der „Work Test“ wiederum richtet sich an Büroanwender, die Dokumente bearbeiten, Webseiten durchsuchen, Tabellen erstellen und den Videochat benutzen. Somit eignet sich dieses Szenario insbesondere für Office-PCs und entsprechende Notebooks. Bei jedem Test haben Sie darüber hinaus die Möglichkeit, ihn im Modus „Conventional“ oder „Accelerated“ auszuführen. Letztere Option bedeutet, dass der Benchmark die Programmierschnittstelle OpenCL nutzt, die den Grafikprozessor zur Hardwarebeschleunigung verwendet. In der Regel führt dies dann zu besseren Ergebnissen.

Die Ergebnisse in PC Mark 8 lassen sich online mit anderen Resultaten vergleichen. So sehen Sie sofort, wie gut Ihr PC im weltweiten Ranking abschneidet.
Vergrößern Die Ergebnisse in PC Mark 8 lassen sich online mit anderen Resultaten vergleichen. So sehen Sie sofort, wie gut Ihr PC im weltweiten Ranking abschneidet.

Am Ende der Tests zeigt PC Mark 8 Ihnen eine Gesamtpunktzahl – je höher diese ist, desto schneller ist Ihr PC. Um das Ergebnis besser einordnen zu können, klicken Sie auf „View result online“: PC Mark 8 öffnet ein Browser-Fenster, in dem es Ihr Ergebnis international vergleicht. Mit unserem Ergebnis „Better than 77% of all results“ schneiden wir für einen Office-PC recht gut ab: Unsere Punktzahl ist besser als die von 77 Prozent aller bislang getesteten Systeme. Um die Leistung noch genauer einschätzen zu können, klicken Sie auf „Zum Vergleich hinzufügen“. Im unteren Bereich des Browsers klappt nun die „Compare“-Leiste auf. Über das Plussymbol können Sie das Ergebnis mit PCs vergleichen, die mit der gleichen CPU oder Grafikkarte ausgestattet sind.

Speicher testen: Benchmarks für SSD, HDD und USB-Stick

PC Mark 8 bietet einen weiteren Test speziell für Speichermedien. Beim „Storage Test“ messen Sie das Tempo von Festplatten, SSDs oder Hybrid-HDDs. Doch auch externe Speichermedien wie etwa USB-Sticks oder mobile Festplatten lassen sich damit testen. Hierfür nutzt der Benchmark festgelegte Arbeitsschritte oder Szenen des Multimedia-Pakets Adobe Creative Suite, der Bürosoftware Microsoft Office und ausgewählter Spiele. Deshalb handelt es sich um sehr praxisnahe Tests.

Crystal Disk Mark lässt sich einfach bedienen und liefert schnell brauchbare Ergebnisse – auch bei USB-Sticks.
Vergrößern Crystal Disk Mark lässt sich einfach bedienen und liefert schnell brauchbare Ergebnisse – auch bei USB-Sticks.

Wenn Sie nur Ihre Festplatten testen möchten, benötigen Sie keinen System-Benchmark wie PC Mark 8. PC-WELT benutzt bei den SSD-Tests das Gratis-Programm „ Iometer “, das die Transferleistung der Flash-Speicher beim wahlfreien Lesen und Schreiben überprüft. Dabei geht der Benchmark gründlich vor: Es finden vier Testläufe statt, die die Anzahl der Befehle pro Sekunde (IOPS), die Datenrate, die Antwortzeit sowie das Lesen und Schreiben testen. Stellen Sie am besten die Blockgröße auf vier Kilobyte und 32 parallele Anfragen ein und lassen Sie den Test danach eine volle Stunde laufen. Um Ihre Ergebnisse vergleichen zu können, werfen Sie einen Blick in unsere SSD-Bestenlisten, die Sie unter www.pcwelt.de/bestenlisten finden.

Die Bestenlisten der PCWELT bieten eine gute Möglichkeit, um Testergebnisse zu vergleichen und einzuordnen – etwa beim SSD-Tempo.
Vergrößern Die Bestenlisten der PCWELT bieten eine gute Möglichkeit, um Testergebnisse zu vergleichen und einzuordnen – etwa beim SSD-Tempo.

Eine übersichtlichere Alternative für das Testen von Speichermedien bietet das ebenfalls kostenlose Tool Crystal Disk Mark . Dieses Programm verwenden wir insbesondere bei Tests von USB-Sticks, weil es zuverlässig, schnell und auch praxisnah Auskunft über die Leistungsfähigkeit gibt. Nach dem Programmstart stehen drei Drop-Down-Menüs zur Auswahl bereit. Im Ersten wählen Sie die Zahl der Testläufe, im Zweiten die Testgröße und im Dritten das Laufwerk. Ein Klick auf „All“ startet die Tests. Links listet das Utility die Ergebnisse beim Lesen und rechts diejenigen beim Schreiben von Daten in Megabyte pro Sekunde auf. Wenn Sie auf den Speicherstick ein Live-System aufspielen oder ihn als Backup-Medium benutzen wollen, sollten die Ergebnisse unter „Seq“ besonders hoch sein. Um Dateien auf den Speichermedien müssen Sie sich keine Sorgen machen, denn die Programme beschreiben lediglich den leeren Speicherplatz. Für ein optimales Ergebnis sollte das Laufwerk beim Test jedoch komplett leer sein.

3D-Leistung mit Benchmarks und Spielen testen

Für die meisten Benutzer spielt im PC vor allem die Leistung der Grafikkarte eine maßgebliche Rolle: Sie bestimmt, wie spielefähig ein Rechner ist. Auch um zu prüfen, wie gut die GPU Multimedia-Anwendungen unterstützt, lohnt sich ein GPU-Test durchaus. Eines der bekanntesten Messprogramme kommt wieder aus dem Hause Futuremark – der 3D Mark , der in der Advanced Edition für 25 Euro erhältlich ist. Die kostenlose Basic Edition bietet weniger Tests und lässt auch keine individuellen Einstellungen für Testläufe zu. Für den Test der Grafikleistung setzt 3D Mark auf imposante Grafikeffekte, Physikberechnungen sowie extreme Auflösungen bis Ultra-HD: Der 4K-Test ist allerdings nur in der Advanced Edition verfügbar.

Ice Storm ist der Einstiegstest und eignet sich für Tablets und Smartphones. Es gibt ihn auch für Android und iOS. Die Benchmark-Szenen greifen unter Windows auf das Feature-Level 9 von DirectX 11 sowie bei Android und iOS auf OpenGL ES 2.0 zurück. Etwas fordernder ist „Cloud Gate“, das für Notebooks und Home-PCs gedacht ist. Als Nächstes steht „Sky Diver“ zur Auswahl, das am besten für den Test von Gaming-Notebooks und Mittelklasse-Desktop-PCs geeignet ist. Die Oberklasse bildet der dreistufige „Fire Strike“ für High-End-PCs. Die reguläre Version dieses Tests rendert die Szenen in Full- HD (1920 x 1080 Pixel), „Fire Strike Extreme“ ist eine aufwendigere Version für Gaming-PCs mit mehreren Grafikkarten, welche auch in WQHD (2560 x 1440 Pixel) auflöst. Die Königsdisziplin ist „Fire Strike Ultra“, bei dem es sich um den ersten Ultra-HD-Benchmark der Welt handelt – dementsprechend üppig fällt die Rechenlast aus. Um den Test durchführen zu können, muss Ihre Grafikkarte über mindestens 3 GB Grafikspeicher verfügen. Einen UHD-Monitor benötigen Sie nicht, weil der 3D Mark die Pixelzahl automatisch hochrechnet. Für alle 3D-Mark-Tests führt der Hersteller weltweite Ranglisten, die sich online einsehen lassen. Mit einem Klick können Sie Ihr eigenes Ergebnis hinzufügen. Allerdings wird es erst öffentlich, wenn Sie es unter die besten 100 der Welt schaffen.

Volles Tempo: Mehr Leistung für die Grafikkarte

Wie schnell Ihre Grafikkarte in einem bestimmten Spiel arbeitet, lässt sich aus der Punktzahl des 3D Mark nur indirekt ableiten, weil es sich um einen sogenannten synthetischen Benchmark handelt: Damit die Ergebnisse vergleichbar sind, setzt 3D Mark alle Einstellungen wie beispielsweise Farbtiefe, Auflösung sowie andere Werte auf ein einheitliches Niveau. Und schließlich spielen Faktoren wie die CPU, der Arbeitsspeicher und die Festplatte ebenfalls eine wichtige Rolle im Benchmark.

Der Benchmark Fire Strike aus dem 3D Mark prüft mit imposanten Grafikeffekten die Leistung einer GPU – die Auflösung geht dabei bis Ultra-HD.
Vergrößern Der Benchmark Fire Strike aus dem 3D Mark prüft mit imposanten Grafikeffekten die Leistung einer GPU – die Auflösung geht dabei bis Ultra-HD.

Um also die Gaming-Leistung Ihres Systems in einem Spiel zu testen, müssen Sie es starten und während des Spielens die sogenannte Bildrate messen, also die Bilder pro Sekunde, die die Grafikkarte berechnen kann. Damit Sie bei diesem Praxistest vergleichbare Werte erhalten, sollten Sie unbedingt darauf achten, immer die gleiche Spieleszene als Benchmark zu nutzen. So haben wir bei dem Spiel „The Witcher 3: Wild Hunt“ einen Speicherpunkt im Wald der windigen Insel Skellige erstellt und reiten von unserem Startpunkt aus im Galopp geradewegs durch die Wildnis, vorbei an einer kleinen Herde Rehe, aggressiven Wölfen und einem belebten Dorf – und weichen kein einziges Mal von der Route ab, und das bei jedem Test, da die Messung sonst nicht vergleichbar wäre.

Um sich die Leistung der Grafikkarte in Bildern pro Sekunde während des Spiels anzeigen zu lassen, benutzen Sie das Gratis-Tool Fraps . Dort können Sie auch festlegen, dass die Bildraten innerhalb einer selbst definierten Zeitspanne gemessen werden. Fraps kann als Ergebnis neben den durchschnittlichen Bildern pro Sekunde auch die maximalen und minimalen Werte innerhalb des Messzeitraums anzeigen. So lässt sich beispielsweise überprüfen, ob die GPU auch bei effektstarken Szenen, bei denen der Spielablauf als flüssig wahrgenommen wird, über 30 Bilder pro Sekunde kommt. Fans von Shooter-Spielen sollten lieber auf eine Bildrate von 40 setzen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Standardmäßig schalten Sie die Bildratenmessung über die Taste „F11“ ein, allerdings lässt sich die Taste frei auswählen. Wichtig ist der Messzeitraum, der bei uns 30 Sekunden beträgt – anschließend stoppt die Messung automatisch, und das Spiel läuft weiter. Die Ergebnisse speichert Fraps in einer Textdatei, die Sie im Installationspfad des Programms finden.

Für den Test sollten Sie V-Sync, also die vertikale Synchronisation, abschalten. Sonst begrenzt die Bildwiederholfrequenz des Monitors das Ergebnis – meist auf 60 Bilder pro Sekunde. Des Weiteren sollten Sie für einen fairen Vergleich herstellerspezifische Grafikeffekte deaktivieren. Dazu zählt etwa die Haarsimulation „Hairworks“ von Nvidia, die zwar physikalisch korrekt eine hübsche Haarpracht simuliert, jedoch nur auf Geforce-Grafikkarten wirklich rund läuft. Bei Radeon-Grafikkarten würde diese Technik die Leistung stark ausbremsen.

In der sogenannten „Hall of Fame“ sammelt Futuremark die Top 100 der 3D-Mark-Ergebnisse. Die ersten Plätze sind stets von Overclocking-Profis belegt.
Vergrößern In der sogenannten „Hall of Fame“ sammelt Futuremark die Top 100 der 3D-Mark-Ergebnisse. Die ersten Plätze sind stets von Overclocking-Profis belegt.

CPU-Tests: So reizen Sie den Prozessor wirklich aus

Bereits mit einem kleinen Gratis-Tool können Sie Ihren Prozessor komplett auslasten und die Stabilität des Systems prüfen. Prime 95 tut nichts anderes, als Primzahlen zu berechnen, was selbst Hochleistungs-CPUs an ihre Grenzen bringt. Wenn währenddessen der Rechner abstürzt, ist das ein deutlicher Hinweis auf Instabilität aufgrund von mangelnder Kühlung oder wegen eines Hardwaredefektes. Eine Installation des Utilitys ist nicht notwendig, Sie müssen es lediglich mithilfe eines Zip-kompatiblen Managers wie etwa 7-Zip entpacken. Beim Start fragt Sie das Programm, was Sie eigentlich tun wollen – für eine Auslastung der CPU markieren Sie „Just Stress Testing“. Für die größtmögliche Auslastung wählen Sie außerdem die Option „Small FFTs“. Lassen Sie Prime 95 nun für rund 30 Minuten Primzahlen berechnen.

Um die Temperaturen während des Tests im Auge zu behalten, installieren Sie ein weiteres Programm wie HW Monitor , das Ihnen alle Werte übersichtlich auflistet. Für einen reibungslosen Betrieb sollte die Temperatur des Prozessors nicht dauerhaft über 80 Grad Celsius klettern. Wenn das System nicht abgestürzt ist und die Temperaturen in Ordnung gehen, dann ist alles in Butter.

Allerdings lässt sich die Leistungsfähigkeit eines Prozessors mit Prime 95 nur bedingt demonstrieren, weshalb Sie in diesem Fall auf ein anderes Programm zurückgreifen sollten.

Wir messen die Leistungsfähigkeit einer CPU mittels Cinebench R15 von Entwickler Maxon. Sehr informativ bei diesem Benchmark ist der Test der Einzel- und der Mehrkernleistung des Hauptprozessors. Um eine möglichst hohe Auslastung zu erzielen, rendert Cinebench fotorealistische Szenen mithilfe verschiedener Algorithmen ausschließlich auf dem Prozessor. Die gerenderten Szenen enthalten Herstellerangaben zufolge mehr als 2000 Objekte und über 300.000 Polygone. Des Weiteren kommen Spiegelungen, Flächenlichter, prozedurale Shader und auch Kantenglättung zum Einsatz. Die Bedienung gestaltet sich dabei denkbar einfach. Klicken Sie links oben auf „File“ und wählen Sie den „Advanced Benchmark“ aus, damit das Programm auch zwischen Single- und Multicore-Performance unterscheidet. Ein Klick auf „Run all selected tests“ startet anschließend die Testläufe. Ab Werk sind bereits einige Ergebnisse für eine bessere Leistungseinordnung gespeichert, die Sie unter dem Ergebnis Ihrer CPU sehen können. Im Internet gibt es darüber hinaus einige Foren und Webseiten, die ebenfalls ein Ranking führen.

Siehe auch: So messen Sie das WLAN-Tempo

Netzwerktempo per LAN und WLAN zuverlässig testen

Um das Tempo des Heimnetzes zu messen, gilt das Gratis-Programm Jperf bereits seit Längerem als Geheimtipp, da es nur wenige Ressourcen in Anspruch nimmt und genaue Messdaten liefert. Es muss auf zwei Rechnern im Netzwerk laufen: Einer fungiert als Client, der andere als Server. Jperf misst dann, wie schnell diese beiden PCs Daten austauschen können. Es setzt auf dem Kommandozeilen-Tool Iperf auf, bringt aber eine grafische Benutzeroberfläche mit. Bei Jperf handelt es sich um eine Zip-Datei, die Sie als Erstes auf dem Server-PC herunterladen und entpacken. Der Start des Tools erfolgt über JPerf.bat. Meldet sich die PC-Firewall, müssen Sie Jperf den Zugriff erlauben. Erhalten Sie eine Fehlermeldung, dass „javaw nicht gefunden werden konnte“, müssen Sie das Java Runtime Environment installieren, das es ebenfalls kostenlos im Netz gibt.

Anschließend erscheint die Benutzeroberfläche, in der Sie den Rechner im oberen Bereich als Server angeben. Bevor Sie den PC wechseln, notieren Sie sich noch die IP Ihres Rechners. Hierfür rufen Sie die Eingabekonsole auf und tippen ipconfig ein. Die „IPv4-Adresse“ ist die Zahlenfolge, die Sie für den Test brauchen. Als Nächstes gehen Sie zum zweiten Rechner, der als Client agieren soll, indem Sie die entsprechende Option in Jperf anhaken. In dem Fenster neben „Server address“ tippen Sie danach die eben aufgeschriebene IP des Servers ein. Im linken Fensterbereich definieren Sie unter „Transmit“ die Dauer des Tests, der mindestens 30 Sekunden lang dauern sollte. Unter „Output Format“ legen Sie fest, in welcher Einheit Jperf die Ergebnisse darstellen soll. Den Test starten Sie über „Run IPerf!“ zunächst am Server, anschließend auf dem Client. Unser getestetes LAN ist beispielsweise mit nur 1,75 Megabyte in der Sekunde eine recht lahme Krücke. Die Gründe dafür sind vielfältig: eine falsche Verkabelung, schlecht optimierte Netzwerkeinstellungen, ein veralteter Router oder fehlerhafte Treiber. Generell sollten Sie in diesem Fall mit einem Firmware-Update Ihres Routers respektive Switches starten, um dem Problem auf die Schliche zu kommen.

Mit Jperf lässt sich natürlich auch die Datenrate im WLAN messen: Dazu verbinden Sie Ihren WLAN-Router per LAN-Kabel mit einem Rechner, der als Server oder Client für Jperf agiert. Die Gegenseite ist ein beliebiges WLAN-Gerät im Heimnetz, auf dem sich Jperf installieren lässt, also ein PC oder Notebook. Um den am Router angeschlossenen Rechner per Jperf zu erreichen, müssen Sie dessen IP-Adresse eingeben, nicht die des Routers. Zudem sollten Sie darauf achten, dass die LAN-Verbindung zwischen Router und Rechner mit Gigabit-Tempo arbeitet. Ansonsten bremst die LAN-Übertragung zwischen Router und Rechner möglicherweise die Datenrate des WLAN.

Übertaktbarer Gaming-Laptop mit Desktop-Grafik
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