iPhone & Handy freischalten
Verbotene Hardware-Tricks
Apples Luxus-Handy gibt es in Deutschland nur mit einem Vertrag von T-Mobile. Fürs Mobiltelefon werden dabei mindestens 400 Euro fällig, für den Vertrag monatlich mindestens 49 Euro. Nutzen lässt sich das iPhone hierzulande also nur mit einer SIM-Karte von T-Mobile - das Gerät ist per SIM-Lock an die T-Mobile-Karte gebunden. Ähnliches gilt auch für die meisten iPhones aus dem europäischen Ausland oder aus den USA: Auch dort darf ein Mobilfunkanbieter das Multimedia-Handy jeweils exklusiv verkaufen. Nur in Frankreich gibt es auch offiziell ein freies iPhone.
Um das iPhone mit einer beliebigen SIM-Karte betreiben zu können, muss es "unlocked" werden: Man hebt per Hard- oder Software-Patch die Zwangsbindung zwischen Handy und Karte auf. Diesen Freischaltservice bieten zahllose Firmen im Internet an - zu sehr unterschiedlichen Preisen. Bei buyplanet und iPhoneScout kostet das Freischalten nach Einschicken des iPhones beispielsweise 45 Euro. Der Anbieter Staxo nimmt 36 Euro. Diesen Preis verlangt auch Handyscout64, für Schüler und Studenten kostet das Freischalten dort nur 26 Euro. Der Anbieter verspricht, dass der Kunde ein neues iPhone erhält, wenn das Gerät beim Freischalten kaputtgeht. Solche Zusagen findet man bei den meisten anderen Freischaltservices nicht. Dafür weisen fast alle darauf hin, dass der Garantieanspruch gegenüber Apple oder dem Mobilfunk-Provider, der das iPhone verkauft hat, durch das Entfernen des SIM-Locks verfällt.
Einige Websites versenden auf Wunsch die Software zum Freischalten - das kostet zwischen 15 und 25 Euro. Dafür bekommt man aber nichts anderes als im Internet frei verfügbare Tools wie Jailbreak, Ziphone oder iPlus mit einer entsprechenden Anleitung beziehungsweise Links auf die im Internet verfügbaren Guides. Übrigens: Wenn Sie eine offizielle Firmware von Apple einspielen, tritt der SIM-Lock wieder in Kraft.
Aufwendiger, aber dafür sicherer ist die Manipulation des iPhones per SIM-Karte. Anders als beim Software-Patch verändert dieses Verfahren nichts an der Handy-Software - im Schadensfall lässt sich also nicht nachweisen, dass das Mobiltelefon unerlaubterweise freigeschaltet wurde. Dabei legt man eine spezielle SIM-Karte zusammen mit der Karte, über die man telefonieren will, ins Handy. Diese präparierten SIM-Karten authentifizieren sich gegenüber dem iPhone als die reguläre SIM-Karte, so dass sich das Telefon auch mit einer anderen Karte nutzen lässt. Dazu muss man normalerweise bei der eigenen SIM-Karte die obere linke Ecke abschneiden, manchmal auch beide Ecken. Die eigene Karte kommt dann mit der präparierten SIM-Karte in den Kartenhalter des Telefons. Vor der Benutzung der SIM-Karte muss das Handy über das Tool Jailbreak aktiviert werden. Diese Karten werden vor allem bei Ebay angeboten - sie heißen Stealthsim, Turbosim oder Nextsim. Allerdings funktionieren bestimmte Karten nur bei bestimmten Firmware-Versionen des iPhones, manche nur mit deutschen oder US-iPhones. Auf der Web-Site von iPhoneScout gibt's eine Nextsim-Karte für US-Telefone zum Beispiel für 10 Euro; 79 Euro nimmt der Anbieter fürs Freischalten. Bei iPhone-Stealthsim zahlen Sie fürs Freischalten per Karte 99 Euro, 20 Euro kostet das Aktivieren des iPhones per Jailbreak.
Bevor Sie das iPhone aber einem Web-Freischalter überlassen, sollten Sie mit diesem Kontakt aufnehmen - am besten telefonisch. Anbieter, die keine oder eine nicht erreichbare Telefonnummer oder nur eine Postfachadresse auf der Web-Seite angeben, sollten Sie meiden. Bei unseren Recherchen stießen wir auf einige unseriöse Anbieter: Sie antworteten nach dem Kauf einer präparierten SIM-Karte nicht auf Mails, und unter der auf der Web-Seite angegebenen Telefonnummer erreichte man immer nur einen Anrufbeantworter. Beim persönlichen Gespräch können Sie auch klären, ob der Anbieter für die Firmware- und Bootloader-Version Ihres iPhones das Freischalten überhaupt durchführen kann.



