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Ultima Online

10.01.2008 | 09:55 Uhr |

Warum sind Online-Rollenspiele heute so, wie sie sind? Weil 1997 ein vierköpfiges Entwicklerteam die Grundregeln definierte. Heute kann Ultima Online als der Urvater der heutigen Online-Rollenspiele dargestellt werden.

Eine gigantische Online-Welt, in der sich Tausende Spieler austauschen und gemeinsam spielen - für mehr als 9 Millionen World of Warcraft-Abonnenten ist das keine Besonderheit, sondern Alltag.

Als 1997 die Spieleschmiede Origin Systems das Online- Rollenspiel Ultima Online veröffentlichte, war die Idee allerdings mehr als gewagt. Die meisten Nutzer surften damals mit langsamen Modems, die Server-Technologie war noch unausgereift; so traten häufig Verbindungsstörungen (Lags) auf.

Das Spiel feierte trotzdem von vornherein einen erstaunlichen Erfolg. Bereits nach sechs Monaten verzeichnete der Titel über 100.000 registrierte Spieler - weit mehr als zeitgenössische Konkurrenzspiele à la The Realm Online.

Der Ursprung
Ultima Online funktioniert im Kern genau wie seine Vorgänger aus der Ultima-Reihe. Sie durchstreifen mit einem von Ihnen erstellten Charakter eine Fantasy-Welt und verprügeln unzählige Monster.

Je öfter Sie eine Fähigkeit einsetzen, desto schneller verbessern Sie diese. Ein Trainingseffekt also, ähnlich wie in Oblivion. So steigern Sie Ihren Schwertkampfwert, indem Sie möglichst oft mit der Klinge kämpfen.

Der große Unterschied zu traditionellen Offline-Rollenspielen ist die starke soziale Komponente. Damals wie heute bilden die Spieler Gilden, treffen sich regelmäßig online und schließen Freundschaften - oft sogar im realen Leben. Besonders wichtig ist auch die Freiheit, die Online-Rollenspiele bieten.

Im Gegensatz zu den meisten Solo-Rollenspielen entscheidet der Spieler in Ultima Online selbst, was er macht. Ob er den Drachen nebenan tötet, einen anderen Charakter zum Kampf herausfordert oder einen waschechten Gildenkrieg anzettelt, bestimmt nicht das Spiel, sondern der Spieler. Schnell zeigte sich, dass die absolute Freiheit zu Problemen führt.

Die Entwickler mussten immer wieder in den Spielablauf eingreifen, um unfaires Verhalten zu verhindern. So wurden Neulinge regelmäßig von erfahrenen Profis getötet, weil es für das Angreifen von Einsteigern keine Bestrafung gab.

Besonders frustrierend: Der siegreiche Spieler konnte seinen Gegner bis auf die Unterhose ausziehen, die gesamte wertvolle Ausrüstung und die Barschaft gingen so flöten.

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