Kindle-Hacking

Spiele, Twitter & Surfen auf dem Kindle - so geht's

Dienstag, 10.01.2012 | 08:03 von Dirk Bongardt
Kindle Hacking: Tipps und Tricks zum Amazon Kindle
Vergrößern Kindle Hacking: Tipps und Tricks zum Amazon Kindle
© Amazon
Amazons E-Book-Reader Kindle scheint, anders als iPad und Co., nur für einen Zweck konzipiert zu sein: Für das Lesen von E-Books aus dem Hause Amazon. Doch das Gerät kann mehr: Sie können damit twittern, surfen, spielen, Bildschirmfotos machen, und vor allem: Viel mehr lesen als nur das, was Amazon selbst anbietet.
In Deutschland bietet Amazon den Kindle derzeit in drei Varianten an: Die günstigste ist der „Kindle 4“ der nur mit einigen wenigen Navigationstasten ausgestattet ist, etwas teurer ist der „Kindle Keyboard“, bei dem sich über eine kleine Tastatur alle Buchstaben des Alphabets und einige Sonderzeichen eintippen lassen. Die teuerste Variante, der „Kindle Keyboard 3G“ unterscheidet sich vom Kindle Keyboard durch seine (überwiegend kostenlose) Unterstützung des Mobilfunknetzes, während die beiden günstigeren Geräte ausschließlich per WLAN oder per USB mit  Inhalten bestückt werden können.


Kindle: Jedem sein Konto

Jeder Kindle wird ab Werk mit dem Amazon-Konto des Käufers verknüpft. Wer einen Kindle  verschenken möchte, und nicht daran denkt, könnte deshalb schnell eine böse Überraschung auf seinem Girokonto oder seiner Kreditkartenabrechnung vorfinden: Alle mit einem Gerät gekauften Bücher werden über das Kundenkonto abgerechnet, mit dem das Gerät verknüpft ist. Das mit dem Gerät verknüpfte Amazon-Konto lässt sich jedoch schnell ändern: Über die Tasten „Home/Menü/Settings (oder „Einstellungen“, je nach Gerätetyp)“ können Sie die Registrierung auf ein Konto aufheben und ein neues registrieren.
 
Die Verknüpfung mit einem Amazon-Konto ist nicht nur wichtig, um E-Books bei Amazon zu bestellen. Sie erleichtert auch die Nutzung eigener Dokumente auf dem Kindle und überhaupt den Umgang mit den Gerät deutlich. Statt mühsam auf der kleinen Tastatur herum zu tippen oder mit der Navigationstaste zu hantieren, können Sie vieles, was Ihren Kindle betrifft, sehr bequem vom PC aus erledigen.

Geheime E-Mail-Adresse für Kindle nutzen

Melden Sie sich dazu mit Ihren Benutzerdaten bei Amazon an, klicken Sie auf den Link „Mein Konto“ und dann unter dem Stichwort „Einstellungen“ auf „Mein Kindle“. Hier finden Sie nicht nur Ihre komplette Bibliothek gekaufter Bücher, sondern können auch Ihre Geräte verwalten. Sehr nützlich, aber vielen Kindle-Nutzern nicht bekannt: Unter „Persönliche Dokumente-Einstellungen“ finden Sie eine individuelle E-Mail-Adresse, an die Sie persönliche Dokumente schicken können, die dann auf Ihr Kindle übertragen werden.

Wichtig für Nutzer des Kindle 3G: Für die Übertragung von persönlichen Dokumenten via Mobilfunknetz berechnet Amazon Gebühren, die sich nach der übertragenen Datenmenge richten. Derzeit liegen diese bei 0,25 EUR per MB. Wer diese Gebühren vermeiden möchte, schickt seine Dokumente nicht an die E-Mail-Adresse, die in den „Persönliche Dokumente-Einstellungen“ aufgeführt ist, sondern an eine Adresse mit gleichlautendem Präfix, die, statt auf „@kindle.com“ auf „@free.kindle.com“ endet. Amazon nutzt für die Übertragung dann ausschließlich eine WLAN-Verbindung, für die das Unternehmen keine Gebühren berechnet.

Auf diese Art lassen sich nicht nur Dateien in originären Kindle-Formaten (.mobi, .azw) übertragen, sondern auch Microsoft Word-, RTF- und HTML-Texte, Fotos in den Formaten .jpg, .gif, .png und .bmp, sowie Dokumente im PDF-Format.

Tipp: Wollen Sie gleich mehrere persönliche Dokumente an Ihren Kindle schicken, können Sie der E-Mail, die Sie an Ihre Kindle-Adresse schicken, entweder bis zu 25 einzelne Dateien anhängen, oder diese Dateien zuvor in eine ZIP-Datei bündeln, die Sie dann der E-Mail anhängen.

Auf dem Kindle können Sie auch PDF-Dokumente lesen. Spaß macht das aber selten, da die meisten nicht für die Anzeige auf dem kleinen Kindle-Display formatiert wurden. Wesentlich bequemer geht das, wenn Sie sie zuvor in ein Kindle-Format umwandeln. Wenn Sie ein PDF per E-Mail an Ihren Kindle schicken, schreiben Sie in die Betreffzeile dazu einfach das Wort 'convert'.

Seit einigen Monaten bietet Amazon auch die Archivierung persönlicher Dokumente an. Wenn Sie die Archivierung in den „Persönliche Dokumente-Einstellungen“ aktiviert haben, speichert Amazon alle Dokumente, die Sie per E-Mail an Ihren Kindle schicken, zusätzlich in Ihrer Kindle-Bibliothek. Wenn Sie ein Dokument von Ihrem Gerät gelöscht haben, können Sie es dann jederzeit erneut aus der Bibliothek herunter laden.

Surfen und Twittern auf dem Kindle

Alle drei in Deutschland vertriebenen Kindle-Varianten sind mit einem Browser ausgestattet. Auf dem Kindle 4 erreichen Sie den Browser, indem Sie zuerst die Home-, dann die Menü-Taste drücken, anschließend die Option „Experimentell“ und dann den Menüpunkt „Browser starten“ wählen. Auf den beiden Varianten des Kindle Keyboard gehen Sie fast identisch vor, nur sind die Optionen hier englisch „experimental“ und „launch browser“ benannt.

Einer der nützlichsten Befehle im Kindle-eigenen Browser:
„Artikel-Modus“ respektive „Article Mode“
Vergrößern Einer der nützlichsten Befehle im Kindle-eigenen Browser: „Artikel-Modus“ respektive „Article Mode“

Während Sie den Browser nutzen, stehen Ihnen über die Menütaste eine Reihe spezieller Befehle zur Verfügung. Über „URL Eingeben“ respektive „Enter URL“ tragen Sie die Adresse ein, die Sie besuchen möchten, über „Vergrößern“ respektive „Zoom In“ vergrößern Sie die Darstellung so weit, dass Sie den meist viel zu kleinen Text vernünftig lesen können. Einer der wichtigsten Befehle ist aber zweifellos „Artikel-Modus“/“Article Mode“:

Im Artikel-Modus verschwinden störende
Navigationselemente, Blog-Artikel und Nachrichten lassen sich
ähnlich komfortabel lesen wie E-Books.
Vergrößern Im Artikel-Modus verschwinden störende Navigationselemente, Blog-Artikel und Nachrichten lassen sich ähnlich komfortabel lesen wie E-Books.

Dieser Modus rückt den gerade angezeigten Text in den Mittelpunkt, blendet den größten Teil der Werbung aus, und stellt beispielsweise Blog-Artikel beinahe genau so lesefreundlich dar, wie der Kindle sonst E-Books anzeigt. Möchten Sie die Website anschließend wieder in ihrem ursprünglichen Layout darstellen, drücken Sie erneut die Menü-Taste und wechseln zurück in den „Web-Modus“/“Web Mode“.

Anders als bei den meisten Tablets und Mobiltelefonen verrät der Kindle-eigene Browser den aufgerufenen Websites leider nicht, dass er auf einem Mobilgerät aktiv ist. Dabei bieten viele Seitenbetreiber spezielle Varianten ihrer Websites, die in Navigation und Optik perfekt an den knappen Platz auf einem Mobilgerät angepasst wären. Fast immer genügt es, der URL statt des üblichen 'www.' ein 'm.' voranzustellen, um die mobile Variante der Website aufzurufen: Testen Sie zum Beispiel m.pcwelt.de.

Entspannter surfen lässt es sich auf für Mobilgeräte
ausgelegten Websites. Stellen Sie einfach ein 'm.' oder ein
'mobil.' vor die URL.
Vergrößern Entspannter surfen lässt es sich auf für Mobilgeräte ausgelegten Websites. Stellen Sie einfach ein 'm.' oder ein 'mobil.' vor die URL.

Über deren mobile Websites können Sie auf den Kindle sogar den Microblogging-Dienst Twitter (m.twitter.com) oder das soziale Netzwerk Facebook (m.facebook.com) nutzen. Das Verfassen von Nachrichten mag etwas umständlich sein, aber was sich in Ihrer Timeline oder auf Ihrer Pinnwand tut, können Sie auf dem Kindle so durchaus bequem im Auge behalten.

Dienstag, 10.01.2012 | 08:03 von Dirk Bongardt
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