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Kampf gegen Online-Kriminalität à la James Bond

11.12.2009 | 10:02 Uhr |

Millionen privater Daten in Online-Communities wecken die Begehrlichkeit der Hacker. Wie Sicherheitsunternehmen gegen diese Gefahr vorgehen und welcher James-Bond-Methoden sie sich dabei bedienen, zeigt unter Interview mit einer Sicherheitsexpertin.

PC-WELT sprach mit Christine Wittig, Sicherheitsexpertin und Geschäftsführerin des Internet Providers Link-M, über die Gefahr von Datendiebstahl und die ungewöhnlichen Methoden im Kampf gegen Online-Kriminelle.

PC-WELT: Wie sicher sind private Daten im Internet?

Wittig: In der Vergangenheit hat es zahlreiche Mobbing-Fälle gegeben, die erst durch das Sammeln von persönlichen Informationen aus dem Internet möglich wurden. Wer als Opfer einer Sicherheitslücke nur Viagra-Mails bekommt, kann sich fast schon glücklich schätzen. Mir sind auch Fälle von unerwünschten Konto-Abbuchungen bekannt.

PC-WELT: Warum hört man so oft von Datenlecks bei Online-Communities?

Wittig: Online-Communities sind der Honigtopf für Hacker, da sie unzählige private Daten beinhalten. Computer und Online-Communities sind extrem komplexe Systeme – einen kompletten Schutz kann es nicht geben. Sicherheit muss in den Köpfen der Menschen anfangen.

PC-WELT: Wie meinen Sie das?

Wittig: Beispielsweise haben wir die IT-Infrastruktur eines Krankenhauses einem Sicherheitscheck unterzogen. Technisch war alles einwandfrei, bei einem Anruf mit unterdrückter Rufnummer als vermeintlich neuer IT-Mitarbeiter wollte uns die Sekretärin nicht ihr Passwort mitteilen. Der Chef aber fiel auf unseren Trick herein. Das klingt jetzt wie bei James Bond, aber ein weiterer Mitarbeiter ging mit der Oberschwester essen und legte dem Krankenhausleiter drei Tage später drei Patientenakten auf den Tisch – da hilft die beste Firewall nichts.

PC-WELT: Vielen Dank für das Gespräch. Das Interview führten Benjamin Schischka und Jenny Roßberg.

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