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Günstige 3D-Scanner vorgestellt

11.10.2015 | 17:09 Uhr |

Sie wollen ein Objekt in drei Dimensionen digitalisieren. 3D-Scanner für Hobbyisten sind hier die Lösung. Wir stellen günstige Geräte vor.

Statt ein Objekt in einer entsprechenden Software zu entwerfen, lässt sich eine 3D-Vorlage auch über einen dreidimensionalen Scan bekommen. Wie der 3D-Druck ist aber auch das räumliche Digitalisieren so komplex, dass Sie sich erst einmal einarbeiten müssen. Wer nicht viel Geld in die Hardware investieren will, um kleine Objekte in digitaler Form zu erhalten, greift zum Bausatz des Drehteller-Scanners Ciclop von BQ für rund 250 Euro, der komplett auf Open Source basiert. Das schließt die Software Horus ein, die der Hersteller entwickelt hat. Sie steht frei zum Download bereit. Als Kamera für die Scan-Aufnahmen nutzt Ciclop die Logitech HD Webcam C270. Das gesamte Projekt läuft unter Diwo, der Schul- und Entwicklerplattform von BQ. Das Kürzel steht für „Do it with others“ .

3D-Scanner als Bausatz: BQ Ciclop
Vergrößern 3D-Scanner als Bausatz: BQ Ciclop
© BQ

Wie etwa das Drucker-Scanner-Kombigerät von XYZPrinting Da Vinci 1.0 AiO nutzt auch Ciclop das Lichtschnittverfahren, um das Objekt zu erfassen. Dabei steht der Gegenstand in der Mitte des Drehtellers und rotiert vor der Kamera. Seitlich neben der Kamera sind zwei Laser eingebaut, die abwechselnd eine rote Linie über das Objekt werfen. Die Kamera erfasst die Linien und erkennt Oberfläche und Textur anhand der Verzerrungen. Damit das funktioniert, darf der Laser die Linie nicht in den freien Raum werfen, denn dann kann die Kamera den Linienbruch nicht genau aufnehmen und weiß nicht, wo der Umriss des Objekts verläuft. Eine weiße Wand bietet sich hier als Projektionsfläche an. BQ gibt eine Abtastgenauigkeit von 0,5 Millimetern an. Auf den Drehteller können Gegenstände mit einem Gewicht von maximal 3 Kilogramm. Das mögliche Scanvolumen liegt bei bis zu 250 Millimetern im Durchmesser und 205 Millimetern in der Höhe.

Technisch vergleichbar arbeitet die 3D-Drehteller-Scanlösung Digitizer von Makerbot für 950 Euro, die jedoch wie schon bei den 3D-Druckern ein in sich geschlossenes System darstellt. Der Vorteil: Die mitgelieferte Scan-Software ist übersichtlich aufgebaut. Der Nachteil: Sie erhalten am Ende des Scans automatisch eine proprietäre Thing-Datei. Für das druckkompatible STL-Format müssen Sie die Datei extra abspeichern. Die Detailauflösung liegt wie beim Ciclop bei maximal 0,5 Millimetern. Auch das maximale Gewicht auf dem Drehteller ist auf 3 Kilogramm begrenzt. Das Scanvolumen ist mit 203 Millimetern im Durchmesser und in die Höhe sogar geringer als beim Open-Source-Scanner.

Video: Welchen 3D-Drucker / -Scanner kaufen?

Alternative: 3D-Handscanner

Professionelle 3D-Handscanner wie etwa der Artec Eva kosten um die 10.000 Euro – das ist vielfach auch für professionelle Einsteiger eine zu hohe Investition. Wer trotzdem per Handgerät dreidimensional scannen will, wählt den Cubify Sense von 3D Systems für rund 370 Euro. Das Gerät wirft ein Infrarot-Lichtmuster auf das Scanobjekt und berechnet dessen Form aufgrund der Verzerrungen, die auf der Oberfläche entstehen.

Handgerät für den 3D-Scan: 3D Systems Cubify Sense
Vergrößern Handgerät für den 3D-Scan: 3D Systems Cubify Sense
© 3D Systems

Die mitgelieferte Software errechnet daraus das 3D-Modell und bietet gleichzeitig einige Werkzeuge, um Scanfehler zu beheben. Die fertige Datei lässt sich in den Standardformaten STL, OBJ oder PLY abspeichern oder direkt auf den 3D-Drucker senden. Allerdings klappt das nur mit dem hauseigenen Modell Cube. Der Mindestabstand vom Scanobjekt beträgt rund 40 Zentimeter, die weiteste Entfernung gibt der Hersteller mit drei Metern an. Das Scanvolumen ist mit 20 Zentimetern bis zu drei Metern variabel.

Fazit: Keine 3D-Scanner-Lösung ohne Ausprobieren

Egal, ob Sie sich für einen Bausatz, einen 3D-Scanner-Fertiggerät oder einen Handscanner entscheiden, ohne Ausprobieren läuft nichts. Wir empfehlen, nicht einfach blind zu kaufen. Dazu sind die 3D-Scanner selbst im Einstiegsbereich zu teuer. Lassen Sie sich beraten und testen Sie unterschiedliche Geräte im Geschäft aus. Wollen Sie Ihr 3D-System perspektivisch selbst erweitern, liegen Sie bei einer Open-Source-Lösung richtig. Proprietäre Lösungen eignen sich dafür nicht, sind aber in der Regel intuitiver zu bedienen.

Wollen Sie zum 3D-Scanner einen 3D-Drucker erwerben, sehen Sie sich den Vergleichstest zu 3D-Druckern an. Er gibt Ihnen einen guten Überblick, was die Geräte derzeit leisten und für welche Zwecke sie sich einsetzen lassen.

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