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Linux-Bootmanager Grub

Der Bootmanager Grub startet installierte Linux- und Windows-Systeme. In diesem Grundlagen-Artikel erfahren Sie alles Wichtige über das unerlässliche Werkzeug.

Von Jörg Thoma

Egal, ob Sie als Betriebssystem Linux oder Windows oder beide parallel auf Ihrem Computer nutzen: Ohne einen Bootloader geht nichts. Den unter Linux gängigen Bootmanager Grub (Grand Unified Bootloader) richten die meisten Linux-Distributionen als Standard-Bootmanager bei der Installation ein; er startet sowohl Linux-Systeme als auch sämtliche Windows-Varianten bis hin zu Windows Vista.

Grub bietet nicht nur eine recht flexible Konfigurationsdatei, der Bootmanager verfügt auch über die unerlässliche Kommandozeilen-Umgebung (Shell), mit der Sie im Notfall ein Betriebssystem starten können. Dieser Artikel vermittelt Grundlagen zum Aufbau von und Umgang mit Grub, zudem geben wir Ratschläge, wie Sie vorgehen, wenn Ihre Systeme nicht mehr korrekt hochfahren, beispielsweise weil Sie nachträglich Windows XP oder Vista installiert haben. Und auch wenn der Bootloader einmal zerschossen ist, lässt sich dieser mit Super Grub Disk restaurieren.

Ein Bootmanager hat eine recht simple Funktion: die vorhandenen Systeme zu starten. Mit einigen Grundkenntnissen bekommen Sie nicht nur Grub, sondern auch den Bootmanager von Windows in den Griff.

Grundlagen zum Linux-Bootmanager

Sobald das Bios eines Rechners die Hardware initialisiert hat, übergibt es das Kommando an das Betriebssystem. Das passiert über eine kleine Software, den Bootloader, der im ersten Sektor des Bootmediums, also einer Festplatte, eines USB-Sticks oder einer Diskette, untergebracht ist. Der Bootloader muss Kenntnisse über die Partitionsaufteilung der Festplatten und über das Dateisystem der zu startenden Partition besitzen. Der DOS-/Windows-95/98/ME-Bootloader beispielsweise kann nur Systeme von FAT(32)-Partitionen starten; und sie dürfen nur in der ersten Partition der ersten Festplatte liegen. Der Windows-NT-Bootloader kennt zwar nur FAT(32)- und NTFS-Partitionen, kann aber das Windows-Betriebssystem auf einer beliebigen Partition starten.

Grub ist weniger eingeschränkt, es erkennt nicht nur sämtliche Partitionen, sondern auch die gängigsten Partitionstypen, etwa Ext2, Ext3, FAT, Jfs, Xfs und sogar mit ISO-9660 formatierte CD/DVDs. Dabei greift Grub auf weitere Dateien zu, die entweder auf der Festplatte, einer Diskette, einem USB-Stick oder einer CD/DVD liegen. Dabei benötigt Grub für den Zugriff auf das Dateisystem des Bootmediums passende Treiber, die in speziellen Dateien untergebracht sind. Diese mit dem Begriff „stage1_5“ benannten Dateien heißen etwa „e2fs_stage1_5“ für Ext2-/-3-Partitionen. Danach startet Grub aus der Datei stage2 seine eigene Shell und liest die Konfigurationsdatei menu.lst aus, sofern diese vorhanden ist, und bietet die darin aufgeführten Systeme zum Start an.

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