30.01.2012, 15:24

Moritz Jäger

Dank Proxy und VPN

Grooveshark nach der Sperre nutzen

Grooveshark ist dank Proxy noch immer verfügbar.

Nutzer des Musik-Streaming-Dienstes Grooveshark stehen seit kurzem vor verschlossenen Türen. Wer dennoch seine Lieder weiter anhören möchte, der kann die Sperre mit VPN-Verbindungen oder Proxy-Diensten umgehen. Wir zeigen, wie das geht.
Grooveshark hat seine deutschen Nutzer am 18. Januar mit einer bösen Neuerung überrascht - während sich nahezu das komplette Web zu einem Protest gegen die Zensur von SOPA und PIPA versammelte, verwehrte der Musik-Streaming-Dienst plötzlich deutschen Nutzern Zugriff. Statt ihrer Musik sehen die Nutzer nun lediglich einen Hinweis, dass man aufgrund der „unverhältnismäßig hoher Betriebskosten“ den Dienst in Deutschland beenden müsse. Nutzer mögen sich doch bitte an den Konkurrenten Simfy wenden, wenn sie weiterhin Musik streamen möchten. Besonders ärgerlich: Dieser Schritt betrifft nicht nur Nutzer, die Grooveshark kostenlos nutzen, sondern auch diejenigen, welche eine Premium-Mitgliedschaft erworben haben.
Glücklicherweise wurde die Sperre bei Grooveshark scheinbar nicht umfassend implementiert. Sie beschränkt sich auf eine GeoIP-Abfrage, sobald der Nutzer die Grooveshark-Seite aufruft. Kann man diese austricksen, so hat man regulären Zugriff auf den Dienst. Das klappt über zwei Wege: Ein Proxy-Server oder eine VPN-Verbindung - beide müssen sich aber außerhalb Deutschlands befinden.

Grooveshark nutzen: Proxy-Server verwenden

Ein Proxy-Server leitet den kompletten eigenen Internettraffic über einen zusätzlichen Server. Der Server sieht normalerweise lediglich die IP des Proxy-Servers. Das Problem ist meist, einen passenden Proxy zu finden, der gratis ist und die Anfragen schnell genug verarbeitet. Eine Übersicht über entsprechende Proxy-Server liefert etwa HideMyAss.com. Jeder aktuelle Browser unterstützt den Einsatz von Proxy-Servern, diese werden über die Einstellungen eingetragen. Zusätzlich bieten Chrome oder Firefox passende Erweiterungen an, die den Umgang mit den Proxys vereinfachen.
In Firefox gibt es etwa FoxyProxy Standard, Nutzer von Google Chrome finden in Switchy! eine passende Alternative. Die Technik bietet aber verschiedene Nachteile: Kostenlose Proxies sind oft weder stabil noch besonders schnell. Zudem laufen alle Daten über den Server dieses Anbieters. Der große Vorteil der Addons für den Browser ist es, dass man nicht nur einfach die Informationen zu den Proxies austauschen, sondern auch gezielt Regeln erstellen kann. Dann wird etwa nur die Verbindung zu Grooveshark umgeleitet und alle anderen Daten fließen wieder normal. Übrigens: Sobald man Zugriff auf Grooveshark hat, kann man den Proxy wieder abschalten. Solange man die Seite nicht neu lädt, wird der Dienst nicht erneut die Position des Nutzers abfragen. Achtung: Für Firefox gibt es zwar auch eine spezielle Erweiterung, wer allerdings FoxyProxy oder Co nutzt, hat deutlich mehr Kontrolle über den verwendeten Proxy.

Grooveshark nutzen: VPN-Verbindung als Alternative

Deutlich praktischer für das Umgehen der GeoIP-Sperre ist ein VPN-Dienst. Der Vorteil hierbei ist: Da man die Verbindung abbauen kann, nachdem die Vorschaltseite von Grooveshark umgangen ist, kann man die Funktion gezielt an- und wieder abschalten. So verhindert man beispielsweise, dass Daten ungewollte über die Netzwerke von Dritten fließen. Ein idealer Anbieter für diese Zwecke ist FlyVPN. Nicht nur bringt der Hersteller einen passenden Client, der auf Windows 7 ohne Installation funktioniert, sondern bietet außerdem kostenlose Trial-Zugänge. Diese sind zwar nur wenige Minuten gültig, das reicht aber vollkommen, um die GeoIP-Sperre von Grooveshark auszuhebeln. Denn ebenso wie beim Proxy gilt: Solange der Nutzer die Seite nicht neu lädt, findet auch keine erneute Prüfung der GeoIP statt.
PC-Welt meint: Das Verhalten von Grooveshark gegenüber seinen Nutzern ist alles andere als professionell. Nachdem diese die Datenbanken von Grooveshark mit Liedern gefüttert oder Premium-Accounts erworben hatten, stehen treue Nutzer ohne Vorwarnung sozusagen vor verschlossenen Türen. Auch die Begründung der angeblich hohen Betriebskosten wirkt ein wenig konstruiert - die GEMA streitet in einer Pressemeldung die monierten „hohen“ Zahlungen von Grooveshark ab.
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