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Gratis Linux-Server-Alternativen zu Windows Server 2012 R2 Essentials SBS

14.05.2014 | 10:03 Uhr |

Wir stellen leistungsfähige und leicht administrierbare Linux-Distributionen für den Servereinsatz in Unternehmen vor. Als Ersatz für den Windows Server 2012 R2 Essentials SBS. Anders als der Server von Microsoft sind die Linux-Server zumindest grundsätzlich kostenlos erhältlich.

Nicht alle Unternehmen wollen dauerhaft an Microsoft gebunden sein. Da der Softwareriese auch noch seinen beliebten Small Business Server deutlich abgespeckt hat, schauen sich immer mehr Unternehmen nach Alternativen zum Windows-Server um. Und werden bei Linux-Servern fündig.

Es gibt einige Linux-Distributionen die sich schnell und einfach installieren lassen. Der Einsatz ist häufig vollkommen kostenlos, Support wird auf Wunsch kostenpflichtig zur Verfügung gestellt. Wer eine neue Datenablage oder einen neuen Server für das eigene, kleine, Unternehmen sucht, sollte sich die Linux-Server-Lösungen in diesem Beitrag ansehen. Viele bieten deutlich mehr Funktionen als Windows-Server und die Verwaltung ist nicht komplizierter.

Diese Ubuntu-Linux-Varianten gibt es

Vorteil beim Einsatz von Linux-Servern für kleine Unternehmen ist, dass diese in der Regel kostenlos zur Verfügung stehen. Ihre Windows-Clients können Sie natürlich problemlos anbinden. Für die Anwender ändert sich im Grunde genommen nichts, denn diese speichern weiterhin ihre Daten auf Netzlaufwerken und rufen Mails mit ihren gewohnten Programmen ab. Nur auf dem Server läuft Linux. Die Verwaltung von Tagesaufgaben, wie die Benutzerverwaltung, Datensicherung oder andere Tätigkeiten nehmen Sie in den meisten Fällen über eine Weboberfläche vor. Die Installation und  Einrichtung erfolgt über Assistenten. Natürlich ist etwas Grundwissen für den Bereich IT durchaus sinnvoll. Wer aber einen Windows-Server installieren und verwalten kann, kommt auch mit den Linux-Distributionen in diesem Beitrag zurecht.

Die Installation von Zentyal ist Assistenten-gestützt und schnell erledigt
Vergrößern Die Installation von Zentyal ist Assistenten-gestützt und schnell erledigt

Zentyal - Linux Small Business Server

Eine bekannte Distribution für kleine Unternehmen ist Zentyal 3.4-Server. Dieser steht kostenlos als ISO-Datei zur Verfügung. Um einen Server zu installieren, brennen Sie die ISO-Datei auf eine DVD oder verbinden die Datei als Laufwerk mit einem virtuellen Server, wenn Sie zum Beispiel erst einmal testen wollen. Nach der Installation verwalten Sie den Server über eine grafische Weboberfläche. Hier richten Sie die gemeinsame Datenablage ein. Auch DHCP, FTP und ein Zeitdienst für das Netzwerk lassen sich hier aktivieren.

Nach der Installation können Sie über die grafische Oberfläche Zentyal verwalten und zusätzliche Pakete integrieren
Vergrößern Nach der Installation können Sie über die grafische Oberfläche Zentyal verwalten und zusätzliche Pakete integrieren

Mit dabei ist der OpenSource-E-Mail-Server Zarafa. Neben der kostenlosen Version stehen noch kostenpflichtige Editionen zur Verfügung. Diese unterscheiden sich vor allem im Support. Wer sich noch tiefgehender mit dem Thema auseinandersetzen will, kann noch einen Voice-Over-IP-Dienst (VoIP) aktivieren, sowie Instant Messaging-Funktionen auf Basis von XMPP http://xmpp.org .

In der Oberfläche können Sie auch Systemeinstellungen vornehmen und den Server überwachen
Vergrößern In der Oberfläche können Sie auch Systemeinstellungen vornehmen und den Server überwachen

ClearOS Community

Eine weitere bekannte Distribution für kleine Unternehmen ist ClearOS. Auch diese Distribution steht als kostenlose Version und als kommerzieller Server zur Verfügung. Die kommerzielle Version bietet auch hier vor allem Support durch die Entwickler. Die kostenlose Version reicht den meisten Unternehmen aber vollkommen aus.

ClearOS bietet zentrale Datenablage und mehr. Die Verwaltung erfolgt über eine grafische Benutzeroberfläche
Vergrößern ClearOS bietet zentrale Datenablage und mehr. Die Verwaltung erfolgt über eine grafische Benutzeroberfläche

Grundlage des Servers für kleine Firmen,  ist die bekannte Linux-Distribution CentOS . Ein Mail-Server auf Zarafa-Basis ist ebenfalls integriert. Auf Wunsch können Sie auch die Remoteeinwahl über das Internet realisieren. Über einen App-Store können Sie noch weitere Funktionen und Erweiterungen nachinstallieren lassen. Für das Produkt gibt es über diesen Weg auch kommerzielle Erweiterungen zum Virenschutz und der Mail-Funktionalität des Servers. Benötigen Sie einen Datenbank-Server, können Sie die OpenSource-Datenbank MySQL integrieren.

Linux für jeden Zweck und jeden Anwender - der große Überblick

Wer nicht selbst einen Server erwerben und einrichten will, kann ClearOS auch komplett fertig installiert und konfiguriert als Hardware-Appliance kaufen. Die ClearBOX 100 Series kostet etwa 1200 Dollar. Mit dem Gerät können bis zu 15 Benutzer arbeiten. Vorkonfiguriert sind Freigaben, ein Outlook-Connector für den Mail-Server, eine Datenbank auf MySQL-Basis und weitere Funktionen. Die Verwaltung erfolgt auch hier über eine Webschnittstelle. Natürlich können Sie auch hier Benutzer mit Windows-Arbeitsstationen anbinden.

Linux SMW installieren Sie in einer textbasierten, grafischen Oberfläche und verwalten den Server danach in einer Weboberfläche
Vergrößern Linux SMW installieren Sie in einer textbasierten, grafischen Oberfläche und verwalten den Server danach in einer Weboberfläche

Linux SME

Der kostenlose Linux SME Server ist bereits seit Jahren eine der bekanntesten Lösungen für kleine Unternehmen.
Die Installation erfolgt, wie bei den anderen Distributionen auch, gestützt durch einen Assistenten. Der Server bietet eine zentrale Datenablage, eine Benutzerverwaltung, sowie einen E-Mail-Server mit Viren- und Spamschutz. Linux SME verfügt auch über einen Webserver auf Apache-Basis sowie einen Faxserver, den Sie auch als Anrufbeantworter konfigurieren können. Für den Server steht auch eine deutsche Oberfläche zur Verfügung.

Linux SME bietet eine grafische Oberfläche und die Möglichkeit Windows-Arbeitsstationen an Linux anzubinden
Vergrößern Linux SME bietet eine grafische Oberfläche und die Möglichkeit Windows-Arbeitsstationen an Linux anzubinden

Die Verwaltung von SME basiert ebenfalls auf einer Weboberfläche. Mit SME können Sie auch ein Software-RAID einrichten, das wichtige Ordner automatisch duplizieren kann. Das vermeidet Datenverluste und erhöht die Sicherheit. Auch die Benutzer legen Sie in der grafischen Oberfläche an.

Resara Server
Vergrößern Resara Server
© Resara

Resara Server

Reasara ist eine weitere Linux-Distribution für kleine Unternehmen. Das Produkt ist OpenSource-Software und bietet ebenfalls eine zentrale Datenablage. Windows-Clients lassen sich problemlos anbinden, die Verwaltung wird ebenfalls über eine grafische Oberfläche durchgeführt. Bestandteil des Servers ist auch ein DNS-Server und ein DHCP-Server. Die Installation und Einrichtung entspricht weitgehend den anderen Distributionen in diesem Bereich. Schwerpunkt des Servers ist die Verwendung von Samba 4, sowie die einfache Bedienung. Auch die Anbindung an Active Directory ist möglich, was zum Beispiel für kleinere Niederlassungen sinnvoll ist, die den Server an die Active Directroy-Gesamtstruktur des Unternehmens anbinden wollen.

FreeNAS
© FreeNAS

Eigenes NAS mit FreeNAS

Nicht jedes Unternehmen sucht gleich einen kompletten Server mit mehreren Funktionen. Oft reicht eine zentrale Datenablage aus. Um  einen zentralen Speicherplatz für die Anwender im Netzwerk zur Verfügung zu stellen, können Sie zum Beispiel auf einem ausgedienten Server ein NAS-System installieren. Das kostenlose System FreeNAS ist sicherlich eines der bekanntesten Lösungen in diesem Bereich.

Mit diesem System bauen Sie ein leicht zu bedienendes NAS-System auf. Die Verwaltung erfolgt auch hier über eine Weboberfläche. FreeNAS ist ein selbstständiges Betriebssystem, benötigt also keine weitere Installation von zusätzlichen Anwendungen oder Betriebssystemen. Da FreeNAS OpenSource ist, benötigen Sie keine Zugriffslizenzen. An FreeNAS lassen sich an Windows- und Linux-Computer anbinden. FreeNAS bietet auch Funktionen wie Speicherplatzgrenzen für Anwender(Quotas). Haben Sie mehrere Festplatten zur Verfügung, können Sie mit FreeNAS auch ein Software-Raid erstellen. Dabei können Sie auch Festplatten spiegeln (RAID 1, mirror).

Mit IPCop können Sie kleine Netzwerke effizient vor Angriffen schützen und die Anwender sicher über einen Proxy-Server mit dem Internet verbinden
Vergrößern Mit IPCop können Sie kleine Netzwerke effizient vor Angriffen schützen und die Anwender sicher über einen Proxy-Server mit dem Internet verbinden
© IPCop

IPCop – Die Linux-Firewall

Kleine Unternehmen, die eine Firewall suchen, können auf die Linux-Distribution wie IPCop setzen. Nach der Einrichtung erfolgt auch hier die Verwaltung über Weboberfläche.  Hilfe bei der Einrichtung und Verwaltung erhalten Sie über die deutsche Community. IPCop umfasst eine Firewall, einen Proxyserver auf Squid-Basis und einen DHCP-Server. Wer sich etwas tiefgehender mit dem Thema auseinandersetzen will, kann auch erweiterte Funktionen wie Intrusion Detection (SNORT) und VPN, sowie dynamisches DNS nutzen. Sie können IPCop allerdings nicht als Dateiserver nutzen.  

Fazit: Gratis-Server ist mit Linux möglich

Mit etwas Recherche und Zeit können kleine Unternehmen auch durchaus mit kostenlosen Mitteln mächtige Serverwerkzeuge integrieren. Sinnvoll kann der Einsatz auch dann sein, wenn im Unternehmen ein Linux-erfahrener Anwender beschäftigt ist und dabei helfen kann, die Prozesse im Unternehmen zu verbessern, indem einfach ein neuer kostenloser Server installiert wird.

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