15.09.2011, 08:10

Dirk Bongardt

Gratis mehr Leistung

Grafikkarte übertakten mit Afterburner

Mit dem kostenlosen MSI Afterburner lässt sich fast jede Grafikkarte übertakten.

Für die ruckelfreie Darstellung von Spielen, Videos und Animationen ist die Leistung des Grafikprozessors (GPU) oft wichtiger als die der CPU. Werden Grafikkarten mit Werkseinstellung betrieben, bleiben sie gewöhnlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Wie Sie Ihre Grafikkarte übertakten, und so eine höhere Framerate, flüssigeres Gameplay und bessere Video-Wiedergabe erreichen, ohne zugleich einen frühen Hitzetod Ihrer GPU befürchten zu müssen, erfahren Sie hier.
Overclocking der GPU, also das bewusste Übertakten der Grafikkarte über die Herstellerspezifikation hinaus, verspricht sichtbare Ergebnisse: Gamer erzielen bei Spielen entweder höhere Bildraten für flüssigere Darstellung oder können bei gleicher Framerate höhere Qualitätseinstellungen nutzen. Video- und Multimedia-Nutzer können nach dem Übertakten Videos und Diashows in höherer Auflösung abspielen, ohne von Rucklern und Aussetzern genervt zu werden.
Doch die von den Herstellern vorgesehenen Limits zu überschreiten, birgt natürlich auch Risiken und ist unter Umständen mit Nachteilen verbunden: Nach dem Übertakten der Grafikkarte entsteht mehr Hitze. Besitzt die Grafikkarte einen eigenen Lüfter, muss dieser mit höherer Drehzahl arbeiten, und damit steigt auch der Lärmpegel. Entsteht mehr Hitze, als der Lüfter abführen kann, nimmt die Temperatur langsam, aber stetig zu. Irgendwann macht sie sich durch Instabilitäten bemerkbar. Überschreitet die Temperatur über einen längeren Zeitraum 90 Grad Celsius, führt das früher oder später zum Hitzetod der GPU. Diese Risiken lassen sich reduzieren, wenn Sie beim Übertakten Ihrer Grafikkarte behutsam und systematisch vorgehen und sich ausreichend Zeit nehmen, die von Ihnen vorgenommen Änderungen im Hinblick auf Temperaturentwicklung und Stabilität zu testen.
Kontrolliertes Übertakten mit MSI Afterburner
MSI Afterburner ist ein Tool, mit dessen Hilfe Sie die Taktraten der allermeisten Nvidia-Geforce- und AMD-(ATI)-Radeon-Grafikkarten einstellen können, nicht nur die von MSI hergestellten. Wir raten allerdings dringend davon ab,  einfach alle Regler auf Vollanschlag zu ziehen: Das dürfte der sicherste Weg sein, Ihre Grafikkarte zu zerstören. Lesen Sie lieber weiter und erfahren Sie, wie ein sicheres, maßvolles Overclocking vonstatten geht.

Installation von MSI Afterburner: So geht's los

Die ZIP-Datei, die Sie beim Download von MSI Afterburner erhalten, enthält zwei Setup-Dateien: Die MSIAfterburnerSetup.EXE installiert Afterburner. Mit der MSI_Kombustor_Setup.EXE richten Sie MSI Kombustor ein - ein Benchmark-Tool, dem Sie die Leistung vor und nach dem Hochtakten ermitteln können.
Sind beide Tools installiert, können Sie MSI Kombustor auch aus MSI Afterburner heraus starten. Sie messen damit zum einen, wie sich das Übertakten auf die Darstellungsleistung der Grafikkarte auswirkt. Zum anderen bietet das Tool einen „Burn-in Test“, der dazu dient, die Grafikkarte maximal zu erhitzen. Mit diesem Test prüfen Sie, wie sich geänderte Einstellungen auf Hitzeentwicklung und Stabilität Ihrer Grafikkarte auswirken.

Afterburner-Funktionen abhängig von der Grafikkarte

Welche Parameter Sie in MSI Afterburner einstellen können, hängt von Ihrer Grafikkarte ab. So lässt sich zum Beispiel die Lüftergeschwindigkeit und das Verhalten des Lüfters bei Temperatur-Veränderungen nur auf Grafikkarten einstellen, die über einen Fan-Controller-Chip und damit über einen regelbaren Lüfter verfügen. Auf modernen Grafikkarten der Geforce-Serie und auf allen Radeon-Karten sind außerdem Chip- und Shadertakt gekoppelt, lassen sich deshalb also nicht separat steuern. In jedem Fall stehen Ihnen Regler für den Chiptakt und den Speichertakt zur Verfügung. Wie Sie beim Übertakten/Overclocking Ihrer Grafikkarte am besten vorgehen, lesen Sie auf der nächsten Seite.
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