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Mehr Tempo gratis

03.08.2010 | 11:24 Uhr |

Jede Grafikkarte lässt sich übertakten und bringt dadurch mehr Leistung. Doch gerade bei Grafikkarten gilt: Übertreiben Sie es nicht mit dem Tuning, sonst leidet die Hardware.

Das Grafikkarten-Tuning lohnt vor allem dann, wenn ein 3D-Kracher in der zu Ihrem Monitor passenden Auflösung nur ruckelt, anstatt flüssig zu laufen. Wenn Sie die Leistung Ihrer Grafikkarte erhöhen, können Sie mit mehr Bildern pro Sekunde bei 3D-Titeln rechnen. 10 bis 20 Prozent mehr Bilder/s sind hier immer drin. Statt zu tunen, können Sie die Spieleauflösung herunterregeln. Da die Monitorlogik das Bild dann jedoch auf die gesamte Fläche hin vergrößert, entstehen Unschärfen oder Artefakte. Das ist also nur eine Notlösung. Der 2D-Bereich profitiert nicht von diesen Tuning-Aktionen am Grafikchip. Windows, Office- und Internet-Anwendungen bleiben gleich schnell.

Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen
Die größte Gefahr beim Tunen ist, dass Grafikchip oder Grafikspeicher den Hitzetod sterben. Das kann durch ein vorsichtiges Vorgehen vermieden werden. Die Taktraten und die Kühlung der Komponenten hat der Hersteller nämlich so gewählt, dass die Hitze, die unter Vollast entsteht, problemlos an die Umgebungsluft abgegeben werden kann. Und hier hat der Grafikkartenhersteller eine Sicherheitsspanne eingerechnet. Schließlich soll die Karte auch dann noch arbeiten, wenn der Pneben der Heizung oder in der prallen Sonne steht. Wenn Sie den Puls der Grafikkarten-Bauteile erhöhen, ist die wichtigste Vorsichtsmaßnahme die richtige Kühlung. Geht das Tuning zu weit, dann häufen sich Bildfehler und Programmabstürze. Fahren Sie Ihren PC dann am besten schnell herunter, und lassen Sie ihn abkühlen. Währenddessen können Sie in Ruhe abwägen, ob Sie den letzten Tuning-Schritt zurücknehmen oder die Grafikkarte stärker kühlen.

Die beste Lösung ist hier der Einbau eines Gehäuselüfters in die PC-Front. Damit senken Sie die Temperatur im Inneren des Gehäuses, so dass auch der Grafikkartenkühler effizienter arbeiten kann. Im zweiten Schritt können Sie die Lüfterdrehzahl mithilfe eines Tuning-Tools (siehe Seite 2 und 3) erhöhen. Schließlich können Sie noch die Kühlkörper-Lüfter-Kombination der Grafikkarte durch eine stärkere tauschen. Meist kommt der Umbau allerdings teurer, als wenn Sie gleich eine stärkere Grafikkarte anschaffen – ganz abgesehen vom Aufwand für den Kühlertausch.

Wichtige Vorarbeit: Die Software aktualisieren
Den neuesten Grafikkarten-Treiber haben Sie auf Ihren PC geholt und dadurch einen ersten Temposchub erzielt. Sehen Sie auch nach, ob es vom Software-Hersteller einen Patch gibt, um eventuelle Inkompatibilitäten zu bereinigen.

Bequem: Automatische Tuning-Funktionen des Treibers nutzen
Ohne viel Aufwand lässt sich eine Grafikkarte tunen, wenn Sie die automatische Tuning-Funktion nutzen.
AMD-Grafikkarten: Hier öffnen Sie einfach das Catalyst-Control-Center. Klicken Sie hierzu mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle auf dem Desktop. Wählen Sie im Kontextmenü „Catalyst (TM) Control Center“. Im Willkommensfenster müssen Sie auf „Advanced“ klicken und mit bestätigen, um in das Kontrollzentrum des Grafiktreibers zu gelangen. Alle Funktionen zum Übertakten finden Sie unter „Graphics Settings, ATI Overdrive“. Die Regler sind erst aktiv, nachdem Sie auf das Schlüssel-Icon und in einem Fenster, das Sie auf die Gefahren des Übertaktens hinweist, auf „OK“ geklickt haben. Mit „Auto-Tune“ starten Sie die automatische Übertaktungsfunktion: Wählen Sie die Grafikkarte aus, die Sie übertakten wollen. Normalerweise ist „ALL (Default)“ richtig, egal, ob Sie über eine oder mehrere Grafikkarten verfügen. Mit „RUN“ geht es los: Immer höhere Taktraten für Grafikchip und -speicher werden ausprobiert. Diese Prozedur dauert etwa zehn Minuten, bis die Meldung „The Auto-Tune has completed successfully“ erscheint. Prüfen Sie danach gleich, wie schnell Ihre Grafikkarte geworden ist: Entweder testen Sie, ob der 3D-Titel Ihrer Wahl endlich ruckelfrei läuft, oder Sie nutzen einen Benchmark wie 3D Mark Vantage .
Nvidia-Grafikkarten: Besitzen Sie eine Nvidia-Grafikkarte, müssen Sie ein Tuning-Tool (siehe Seite 2 und 3) nutzen und selbst Hand anlegen (siehe nächster Punkt).

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