Overclocking mit Afterburner

Grafikkarte übertakten Schritt für Schritt

Donnerstag, 15.09.2011 | 08:10 von Dirk Bongardt
Für das Grafikkarten-Übertakten in kleinen Schritten, wie wir es hier empfehlen, gibt es keine Abkürzung: Selbst wenn einer Ihrer Freunde das gleiche Grafikkarten-Modell hat und Ihnen verrät, welche Taktraten bei ihm problemlos möglich sind, ist es nicht sicher, dass diese Taktraten auch bei Ihnen funktionieren: Vielleicht hat der Hersteller in die Grafikkarte Ihres Freundes hochwertigere Chips eingebaut als nötig, weil er bei der Fertigung einen Engpass an günstigeren Komponenten ausgleichen musste. Vielleicht hat Ihr Freund mehr Luft im Gehäuse seines Rechners, vielleicht steckt die Grafikkarte bei ihm in einem lüftungstechnisch günstigeren Slot, oder, oder, oder.


Schritt 1: Starten Sie MSI Afterburner. Alle Regler zeigen zunächst die Standard-Werte. Sollten Sie sich beim Einstellen eines Reglers vertun, können Sie die Default-Werte mit einem Klick auf „Reset“ unten im Fenster wieder herstellen.

Schritt 2: Zunächst arbeiten Sie mit den Reglern „Core Clock“, „Shader Clock“ (die, wie erwähnt, bei modernen Grafikkarten gekoppelt sind) und „Memory Clock“. Erhöhen Sie die Taktraten mit diesen Reglern zunächst um maximal 25 MHz. Sie können dazu die Regler mit der Maus nach rechts ziehen, die Richtungstasten auf der Tastatur verwenden oder direkt einen Wert in das Zahlenfeld rechts neben dem jeweiligen Regler tippen. Klicken Sie abschließend auf „Apply“, um die Werte zu übernehmen.

Leise und sicher: Hier bläst der Lüfter bei 70 °C mit
etwas mehr als halber Kraft. Steigt die Temperatur auf über 80 °C,
fährt er dann jedoch mit voller Leistung.
Vergrößern Leise und sicher: Hier bläst der Lüfter bei 70 °C mit etwas mehr als halber Kraft. Steigt die Temperatur auf über 80 °C, fährt er dann jedoch mit voller Leistung.

Schritt 3: Klicken Sie nach diesem ersten Übertakten auf das „K“ oben links im Fenster, um im MSI Kombuster den Burn-In-Test zu starten. Lassen Sie den Test mindestens zwanzig Minuten durchlaufen, es sei denn, die GPU-Temperatur steigt bereits vorher auf über 90 Grad. Rechts neben den Reglern von MSI Afterburner verfolgen Sie die Temperatur. Die Kurve verläuft zunächst steil und wird dann immer flacher, bis ein Höchstwert erreicht ist, der über längere Zeit stabil bleibt. Dieser Höchstwert sollte deutlich unter 90 °C liegen.

Schritt 4: Bleibt die Darstellung stabil und die Temperatur in einem vertretbaren Bereich, beenden Sie den Test, und erhöhen die Taktraten um weitere maximal 25 MHz, starten dann den Test erneut und wiederholen das ganze, bis die Stabilität leidet oder die Temperatur zu hoch wird. Dann reduzieren Sie die Taktfrequenzen wieder ein kleines Stück. Damit haben Sie die Maximalwerte ausgelotet. Klicken Sie in Afterburner unten auf „Save“ und dann auf eine der Ziffern 1 bis 5, um diese Werte in einem der fünf Profile zu speichern.

Schritt 5: Haben Sie die Maximalwerte ausgelotet, sind aber mit der Leistung immer noch nicht zufrieden, steht bei einigen Grafikkarten noch eine weitere Möglichkeit zur Verfügung: Das Erhöhen der Kernspannung, der Core Voltage. Aber Achtung: Das Risiko, die Grafikkarte zu zerstören, steigt dabei drastisch.
Klicken Sie zunächst auf „Settings“ und setzen Sie ein Häkchen bei „Unlock voltage control“, starten Sie Afterburner dann neu. Wenn Ihre Grafikkarte eine Änderung der Kernspannung zulässt, ist der entsprechende Regler jetzt freigeschaltet. Erhöhen Sie die Spannung um maximal 3 Millivolt, und wiederholen Sie dann die zuvor beschriebenen Schritte, indem Sie Schritt für Schritt Chip-Takt, Shader-Takt und Speichertakt heraufsetzen.

Den Grafikkarten-Lüfter steuern

Behalten Sie während eines Benchmarks den Hardware-Monitor
im Auge: Nimmt die Temperaturkurve einen flachen Verlauf, ist die
Maximaltemperatur erreicht.
Vergrößern Behalten Sie während eines Benchmarks den Hardware-Monitor im Auge: Nimmt die Temperaturkurve einen flachen Verlauf, ist die Maximaltemperatur erreicht.

Je höher die Lüfterdrehzahl, desto besser schützt er die GPU vor dem Hitzetod, desto lauter wird er aber auch. Zwar bietet Afterburner die Möglichkeit, die Lüftergeschwindigkeit manuell einzustellen. Nützlicher ist es jedoch, eine benutzerdefinierte Automatik zu verwenden, bei der sich die Drehzahl abhängig von der GPU-Temperatur ändert. Dazu klicken Sie auf die Schaltfläche „Settings“ und wählen im anschließenden Dialog das Register „Fan“. Hier setzen Sie ein Häkchen bei „Enable user defined software automatic fan control“. Jetzt erscheint eine Kurve, die darstellt, mit wie viel Prozent der Lüfterleistung der Lüfter bei welcher Temperatur arbeitet.


Diese Kurve können Sie nach Belieben anpassen: Geht Ihnen Ruhe vor Sicherheit, lassen Sie den Lüfter bis 80 °C mit halber Kraft arbeiten. Ist Ihnen eine sichere Kühlung wichtiger, lassen Sie den Lüfter schon ab 70 Grad Celsius mit voller Leistung blasen. Keine Kompromisse sollten Sie jenseits der 90-Grad-Grenze machen: Ab dort sollte der Lüfter immer mit voller Kraft laufen.

Donnerstag, 15.09.2011 | 08:10 von Dirk Bongardt
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