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Das taugen mobile Grafikchips

26.09.2008 | 08:26 Uhr |

Mobilen Grafik-Prozessoren haftet generell der Ruf an, abgespeckte und leistungsschwächere Versionen vergleichbarer Desktop-Modelle zu sein. Dieser Artikel verrät, ob an diesem Vorurteil etwas dran ist und erläutert die Besonderheiten mobiler GPUs.

Es gab eine Zeit, als mobile Grafik-Prozessoren (GPU, Graphics Processing Unit) verlacht wurden. Sie galten als schwachbrüstig und hätten kaum genug Power, um Tetris flüssig spielen zu können. Das war allerdings schon anno dazumal Blödsinn und ist es heute noch viel mehr.

Wahr ist: In der Regel sind die jeweils stärksten mobilen GPUs eines Herstellers schwächer als die jeweils stärksten Desktop-GPUs. Das liegt aber vor allem am Problem der Kühlung. Denn die Kühlung eines Notebooks gestaltet sich wesentlich schwieriger und ist wesentlich sensibler als die Kühlung eines vom Innenraum her unvergleichlich viel größeren Desktop-PCs. Allein aus diesem Grund ergibt es keinen Sinn, die leistungsfähigste 3D-Grafik in einem Notebook zu verbauen.

Dazu kommt noch der Faktor Stromverbrauch: Notebooks sollen in der Regel ja mobil sein – ein mörderischer Stromfresser ist daher selten erwünscht. Es gibt zwar Gaming-Notebooks, die beispielsweise mehrere der leistungsstärksten Mobil-GPUs einsetzen und dann Akkulaufzeiten von einer halben Stunde aufweisen, aber die sind die Ausnahme, nicht die Regel.

Generell haben sich die Leistungen mobiler Grafik-Prozessoren dem Niveau gleichnamiger Desktop-GPUs aber deutlich angenähert. Allerdings sind auch bei gleichnamigen Modellen weiterhin deutliche Unterschiede zu verzeichnen. Zwar setzen sie in der Regel auf dem gleichen Grafik-Prozessor auf, aber durch teils deutliche Unterschiede in der Taktung ist die Leistung der mobilen Version trotz gleichen Namens oft deutlich niedriger.

Als Beispiele sollen einmal die aktuellen GPU-Serien der beiden großen Grafik-Chip-Hersteller Nvidia und AMD/ATI mit ihren Desktop-Geschwistern gegenübergestellt werden.

ATI
Die aktuellste Generation der von AMD unter dem ATI-Logo vertriebenen Radeon-Grafikchips ist die HD-4000-Serie – zumindest für Desktop-Grafikkarten. Eine mobile Variante der HD 4000 gibt es allerdings noch nicht, die neueste und beste Technologie ist für Notebooks also (noch) nicht verfügbar. Schaut man sich dagegen die weiter verbreitete HD-3000-Familie an, dann gibt es sowohl für den Desktop- als auch für den Notebook-Bereich äquivalente Grafikkarten.

In beiden Bereichen gibt es eine Vielzahl Modelle. Nachfolgend konzentrieren wir uns auf die ATI Radeon HD 3870 (Desktop) und die ATI Mobility Radeon HD 3870 (Notebook).

Bei Nvidia sind die Desktop-Versionen schneller als die gleichnamigen Mobile-Varianten.
Vergrößern Bei Nvidia sind die Desktop-Versionen schneller als die gleichnamigen Mobile-Varianten.
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Nvidia
Ein Kontrollblick zu Nvidia zeigt: Hier ist es genauso. Während es für den Desktop-Bereich schon die neue GTX-200-Serie mit mehreren Modellen gibt, die sukzessive die Geforce-9-Familie ablösen wird, wird für den Mobilbereich "nur" die Geforce-9M-Familie angeboten. Neueste Technologie und beste Leistung – die neue Geforce GTX 200 – gibt es also auch bei Nvidia wie bei ATI nur im Desktop-Bereich.

Vergleichen wir bei Nvidia daher einmal die Geforce-9- mit der Geforce-9M-Familie. Die Modellvielfalt der Desktop- und Mobile-Grafik-Chips der Geforce-9- und Geforce-9M-Klasse ist allerdings Legion und zu umfangreich, um sie hier komplet aufzuzählen. Konzentrieren wir uns daher auf den größten gemeinsamen Nenner: Die Nvidia Geforce 9800 GTX (Desktop) und die Nvidia Geforce 9800M GTX (Notebook).

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