Auto & Technik auf PC-WELT

Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

1983502

Google und Apple erobern das Auto

29.08.2014 | 11:31 Uhr |

Apple und Google beherrschen den Markt bei Betriebssystemen fürs Smartphone. Jetzt wollen beide Firmen in die nächste „Geräteklasse“ einziehen – das Kraftfahrzeug.

Vor nicht einmal einem Jahr war moderne, mit einem Smartphone oder Tablet-PC vergleichbare IT im Auto ein Fremdwort. Bot ein Hersteller überhaupt Internet und Apps, ließen Umfang, Möglichkeiten und Bedienung oft zu wünschen übrig.

Das ändert sich gerade grundlegend, und so wie Apple den Smartphone-Markt revolutioniert hat, wollen der US-Konzern und Google künftig auch im Auto die Standards setzen. Den Autobauern kommt das insofern entgegen, als der Anspruch der Kunden hoch ist. Schließlich soll im Wagen alles genauso einfach sein wie auf den Mobilgeräten.

Apple nennt seine iOS-Variante fürs Auto „ Carplay “, Google seine „ Android Auto “. Das Ziel beider Systeme ist gleich, nämlich die gewohnte Smartphone-Bedienung ins Auto zu bringen. Dazu gehören Tausende Apps von der E-Mail bis zur Navigation, und beide Systeme lassen sich auch per Sprache steuern, was besonders während der Fahrt wichtig ist. Schließlich stehen bei Android und iOS über den eigenen Account alle persönlichen Daten wie Dokumente, Apps und Kontakte zur Verfügung, ohne dass diese erst abzugleichen wären.

Mirrorlink heißt die Technik, bei der die Apps eines Android- Smartphones auf das Autoradio gespiegelt werden. Radio und Handy müssen dazu Mirrorlinkkompatibel sein.
Vergrößern Mirrorlink heißt die Technik, bei der die Apps eines Android- Smartphones auf das Autoradio gespiegelt werden. Radio und Handy müssen dazu Mirrorlinkkompatibel sein.
© Sony

Alle Autofirmen machen mit

Wie groß der Druck auf die Kfz-Hersteller durch Kunden und die eigene Konkurrenz ist, zeigt ein Blick in die Liste der Kooperationspartner. Bei der Vorstellung im März unterstützen gerade einmal Ferrari, Mercedes und Volvo Apples Carplay, fünf Monate später sind es 30 Autobauer – ähnlich viele wie bei Googles Automotiv-Allianz. Volvo beispielsweise unterstützt im neuen SUV XC 90 Android- und iOS-Geräte. Wann welche anderen neuen Fahrzeuge demnächst auf den Markt dazukommen, ist derzeit offen. Neben Volvo wollen Ferrari und Mercedes Carplay noch 2014 integrieren, beim erst im Sommer vorgestellten Android Auto gibt es keine genauen Zeitpläne.

Die Kopplung von Auto-Infotainment und Mobilgerät erfolgt ganz klassisch per Kabel und beschränkt sich bei Carplay auf Geräte mit (mindestens) iOS 7 und Lightning-Anschluss: bei den iPhones also auf 5, 5c und 5s.

Etwas ruhiger ist es zuletzt um das von Microsoft angedachte Konzept mit Windows Phone geworden. Dafür wurde kürzlich die erste fürs Auto angepasste Tizen-Variante vorgestellt, also des Betriebssystems, das auf Linux-Basis läuft – ein möglicher neuer Mitbewerber in einem Markt, der sich gerade erst entwickelt.

IT im Auto selbst nachrüsten

Wie steht es um die Nachrüstung von Carplay und Android Auto? Erste Kits für das Apple- System wollen die Radiohersteller Alpine und Pioneer 2015 zum Preis zwischen 500 und 700 US-Dollar anbieten.

Android-Anwender können ihr Smartphone mit dem Google-Betriebssystem schon jetzt auf solche Autoradios spiegeln, die „Mirrorlink“ unterstützen. Dabei werden Handy und Radio per USB-Kabel und App gekoppelt. Alles läuft weiter auf dem Smartphone, der Touchscreen des Autoradios dient nur als Bedienelement. Solche Geräte gibt es ab rund 350 Euro, allerdings funktionieren längst nicht alle Radios und Handy so miteinander, wie sie sollten. Eine aktuelle Mirrorlink-Kompatibilitätsliste gibt es hier .

0 Kommentare zu diesem Artikel
1983502