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Google-Konkurrenz

Wenn eine Marke in den allgemeinen Sprachgebrauch übergeht, dann hat sie es eigentlich geschafft. Doch fünf Dienste greifen jetzt den Marktführer an. Ihr Ziel heißt: besser sein als Google.

Der Erfolg von Google hat viele Gründe. Der Wichtigste: Google glänzt mit hervorragenden Suchfunktionen. Anfangs durchsuchte Google ausschließlich HTML-Web-Seiten – mittlerweile wertet die Suchmaschine auch PDF-Dokumente aus, recherchiert in Newsgroups und hilft beim gezielten Aufspüren von Bildern.

Dazu beigetragen hat auch, dass Google eine reine Suchmaschine (geblieben) ist. Die Betreiber haben nicht den Fehler einiger Konkurrenten begangen, ihren Dienst zu einem Allzweckportal mit Mail- und Shopping- Diensten auszubauen, wie es etwa Altavista und Lycos versucht haben. Die Beschränkung auf ihre Hauptaufgabe macht Google schlank und schnell. Weder Werbebanner noch Info-Overload verstellen den Blick auf das Wesentliche – das Feld für die Eingabe der Suchbegriffe. Geld verdient Google mit Sponsored Links, die sich Firmen für bestimmte Schlüsselwörter kaufen können, und mit der Vergabe von Lizenzen für die Google-Technik an andere Unternehmen.

Googles Geheimrezept: Page-Rank-Bewertungsverfahren

Der Grund dafür, dass die Engine selbst bei komplizierten Suchanfragen unter den ersten Treffern so gut wie immer relevante Ergebnisse liefert, liegt im Bewertungsverfahren – dem Page Ranking. Eine Reihe von Suchmaschinen zieht ausschließlich den Inhalt des indizierten Dokuments für die Bewertung heran. Das heißt: Für die Einordnung der Suchergebnisse ist allein ausschlaggebend, an welchen Stellen und wie oft die Suchbegriffe enthalten sind. Je öfter beispielsweise ein Begriff in einem Dokument auftaucht, umso weiter oben wird die Seite einsortiert.

Google hingegen bewertet außerdem, wie viele Links es im Internet auf die entsprechende Site gibt. Google sortiert die Trefferlisten also auch danach, wie oft auf eine Web-Seite von anderen Web-Seiten aus verlinkt wird. Das Grundprinzip: Google interpretiert einen Link von Seite A auf Seite B als eine Stimme von Seite A für Seite B. Aus der Anzahl der für eine Seite abgegebenen Stimmen geht die Wichtigkeit dieser Seite hervor. Eine Seite, die 1000 „Stimmen“ aufweist, steht daher im Ranking weiter oben als eine Seite, die nur 600 „Stimmen“ hat. Dieses Grundprinzip verfeinert Google allerdings noch, indem es nicht einfach die Anzahl der Links zählt, sondern jeden Link auch nach dem Inhalt der Seite gewichtet, auf der er platziert ist.

Im Lauf der Zeit hat Google seinen Ranking-Algorithmus immer mehr verbessert. So nutzt der Suchdienst mittlerweile auch ausgeklügelte Textanalysetechniken, um das Umfeld der Suchbegriffe zu untersuchen. Bei der Bewertung der entsprechenden Seiten ist dann nicht mehr nur ausschlaggebend, ob diese von vielen anderen Seiten verlinkt werden, sondern auch, ob die auf diese Seite verweisenden Websites etwas mit dem grundlegenden Thema der Suchanfrage zu tun haben. Ist das nicht der Fall, handelt es sich nämlich in der Regel nur um einen entfernt relevanten Link, der von der Suchmaschine als solcher bewertet und nicht oder nur am Rande berücksichtigt wird.

Anbieterkonzentration: Nur noch wenige unabhängige Suchmaschinen

Die meisten Anwender nutzen (fast) ausschließlich Google, auch wenn sie auf Nachfrage ohne langes Nachdenken unzählige andere Suchmaschinen wie Altavista, Lycos, Firebird oder die Suchdienste bei AOL, T-Online und MSN nennen könnten.

Technisch gesehen gibt es ohnehin nur noch zwei Hauptanbieter: Google und jetzt Overture, das gerade vor kurzem Altavista und Fast aufgekauft hat und inzwischen zum Yahoo-Konzern gehört. Dazu kommen noch Alltheweb, Inktomi, Teoma und Wisenut, die inzwischen allesamt von Yahoo übernommen wurden.

Doch nun droht dem Marktführer Konkurrenz. Zum einen wurden traditionelle Suchmaschinen wie Altavista mit neuen Techniken aufgerüstet. Zum anderen sind neue Suchprojekte – etwa Kartoo, Teoma und Wondir – entstanden, die Google mit einer benutzerfreundlicheren Bedienerführung, einer verbesserten Suchtechnik oder schlichtweg mit relevanteren Fundstellen Paroli bieten möchten.

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