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Daten online speichern

Dropbox, OneDrive & Google Drive - Cloud-Speicher im Vergleich

29.12.2015 | 09:50 Uhr |

Dropbox, oder doch nicht? Längst konkurrieren viele andere Cloud-Anbieter mit dem „Original“. Dabei bieten sie teils unbegrenzten Speicherplatz, mehr Komfort und spezielle Funktionen für Office & Fotos.

Cloud-Speicher ist wahnsinnig praktisch: Dateien, die man bei einem der zahlreichen Online-Dienste speichert, stehen jederzeit und überall zur Verfügung, sofern eine Internetverbindung besteht. Per Webinterface und Apps für die meisten Geräte sowie Betriebssysteme hat man damit stets Zugriff auf Bilder, Musik, Videos, Dokumente und vieles mehr. Einige Anbieter beziehungsweise Apps erstellen außerdem eine lokale Kopie, sodass die Inhalte selbst dann zur Verfügung stehen, wenn keine Verbindung zum Internet besteht, wie es bei mobilen Endgeräten vor allem unterwegs doch immer wieder vorkommt.

Neben der automatischen Synchronisierung bieten zahlreiche Cloud-Speicher auch weitergehende Funktionen an. Standard ist dabei die Möglichkeit, die eigenen Inhalte mit anderen zu teilen. Anstatt also Dateien per Mail hin-und herzuschicken, verschickt man nur noch einen Link. Das spart Bandbreite und macht in vielen Fällen das „Versenden“ großer Dateien überhaupt erst möglich. Versehen mit einem Zeitstempel und/oder einem Passwort lässt sich das Bereitstellen der Daten so gut steuern.

Relevant: Die wichtigsten Cloud-Begriffe erklärt

Cloud-Speicher: Synchronisierung, Weitergabe und Zusammenarbeit

Gewährt man anderen Personen per Einladung Zugriff auf die eigenen Daten im Cloud-Speicher, dann liegt der Gedanke geradezu auf der Hand, die Inhalte ebenfalls zur Bearbeitung freizugeben. Im beruflichen Umfeld hat sich die Zusammenarbeit an Dokumenten längst etabliert, praktisch ist sie aber auch im privaten Einsatz. Ob es um das gemeinsame Erstellen eines Textes geht oder ob die mitzubringenden Dinge für das nächste Gemeinschafts-Buffet zu organisieren sind: Eine singuläre und damit stets aktuelle und für alle gleiche Dateiversion erleichtert die Zusammenarbeit erheblich.

Das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten über Google Drive funktioniert über die integrierten Web-applikationen in der Praxis ausgezeichnet.
Vergrößern Das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten über Google Drive funktioniert über die integrierten Web-applikationen in der Praxis ausgezeichnet.

Ermöglicht wird dies durch die Cloud-Einbindung von Programmen zur Bearbeitung. Das kann Office-, Foto- oder sonst eine Software sein. Verbreitet sind insbesondere Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, der bekannteste Vertreter heißt „Google Docs, Tabellen & Präsentationen“. Tatsächlich zählen auch Tools für Formulare und zum Zeichnen zum Repertoire, doch Google bewirbt sie nicht aktiv, so tief sind sie in den Cloud-Speicher integriert. Denn wie auf dem lokalen Windows-Desktop können Sie in Google Drive über die rechte Maustaste und das Kontextmenü eine beliebige Office-Datei erstellen. Öffnen und Bearbeiten erfolgt wie gewohnt per Doppelklick mit der Webanwendung, die Bedienung gleicht also der lokaler Applikationen.

Damit dies alles – selbst bei gleichzeitigem Zugriff durch mehrere Personen – reibungslos vonstattengeht, arbeitet im Hintergrund eine komplexe Technik. Neben Google bieten auch GMX/Web.de, Microsoft Onedrive und Zoho solche Kombinationen aus Cloud-Speicher und Office-Apps an.

Dropbox: Klassiker und Synonym für Speicherplatz im Internet

Gestartet vor gerade mal zehn Jahren ist Dropbox nicht nur zum Klassiker unter den Cloud-Speichern avanciert, der amerikanische Dienst hat das gesamte Genre erst populär gemacht. Das lag und liegt vor allem an dem sehr simplen Bedienkonzept, das dem Firmennamen im wahrsten Sinne des Wortes alle Ehre macht. So lässt man die Daten einfach in die „Online-Schachtel“ fallen, Upload, Synchronisierung und Bereitstellung der Daten laufen automatisch im Hintergrund. Musste man große Dateien in Vor-Dropbox-Zeiten auf einen USB-Stick kopieren (oder auf CD/DVD brennen), genügt seit 2007 das Herüberziehen mit der Maus.

Zum Cloud-Speicher Dropbox gibt es zahlreiche Zusatz-Tools und der US-Dienst selbst erweitert seine Funktionen auch ständig ? zuletzt mit der Team-Funktion.
Vergrößern Zum Cloud-Speicher Dropbox gibt es zahlreiche Zusatz-Tools und der US-Dienst selbst erweitert seine Funktionen auch ständig ? zuletzt mit der Team-Funktion.

Und weil der Dienst so einfach und zuverlässig funktioniert, hat er sich eben durchgesetzt und war dadurch wiederum attraktiv für Entwickler von Zusatz-Tools, die den Funktionsumfang deutlich erweitern: Das reicht von der automatischen Verschlüsselung, unter anderem mit Boxcryptor , über das Abspielen von Musik mit Droptunes bis hin zum automatischen Ausdruck über Dropbox Drucker. Außerdem hat Dropbox selbst im Laufe der Jahre stets neue Funktionen implementiert, vor wenigen Monaten erst die Team-Funktion, welche die Zusammenarbeit und das Trennen privater und geschäftlicher Arbeitsbereiche erleichtert. Schließlich lässt sich der mit lediglich zwei GB anfangs doch recht stark beschränkte kostenlose Speicherplatz durch diverse Kniffe kostenlos auf mehr als 20 GB verzehnfachen. Wie das funktioniert, erläutert unser Online-Workshop .

  Übersicht: Tools erleichtern für Online-Speicher
Programm Beschreibung Sprache
Boxcryptor

Verschlüsselt Daten Deutsch
Carot DAV

Zugriff auf mehrere Cloud-Speicher Englisch
Cloud Save (Chrome-Erweiterung)

Speichert Inhalte direkt in der Cloud Englisch
Google Drive (Desktop) Bindet Google Drive in Windows ein Deutsch
Onedrive (Desktop)

Bindet Onedrive in Windows ein Deutsch

Ansonsten ähnelt das Geschäftsmodell von Dropbox dem zahlreicher anderer Anbieter von Cloud-Speicher: Kostenlos gibt es nur begrenzten Speicherplatz (maximal 50 GB), wer mehr benötigt, der zahlt eine monatliche oder jährliche Gebühr und erhält zudem meist auch zusätzliche Funktionen. So berechnet Dropbox beispielsweise 99 Euro im Jahr für den Pro-Account mit 1000 GB Volumen.

Die Tabelle auf dieser Seite zeigt einige Speicherdienste im Überblick. Klar ist jedoch auch, dass Gratis-Volumen nicht das alleinige Kriterium für die Auswahl sein sollte. So stellt der hier nicht aufgeführte Dienst Adrive zwar 50 GB gratis zur Verfügung, doch in der Vergangenheit wurde dann die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt, sodass Down-und Upload unnötig lange dauerten. Darüber hinaus sind die Preise für Speicherplatz in den vergangenen Monaten drastisch gesunken: 100 GB gibt es schon für rund zwei Euro pro Monat.

Wichtig können abhängig von Dateninhalten und persönlicher Einstellung der Firmensitz, der Standort der Speicherserver und damit die rechtliche Seite sein. Während in Deutschland ein vergleichsweise strenges Datenschutzrecht gilt, hat die Obrigkeit in den Vereinigten Staaten weit mehr Eingriffsbefugnisse. Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie End-to-End-Verschlüsselung sind weitere sicherheitsrelevante Kriterien, die allerdings lediglich einzelne Anbieter implementiert haben.

Online-Office, Termine & Notizen: Privates Büro mit Fernzugang

Online-Office und die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit wurden bereits angesprochen, unser Online-Test vergleicht die wichtigsten Webbüroprogramme im Detail. Im Folgenden konzentrieren wir uns auf die beiden großen Dienste Google und Microsoft.

Auch wenn der Schwerpunkt beim Suchmaschinenkonzern nicht auf den Office-Anwendungen liegt, reichen die Möglichkeiten der Web-Apps Docs, Tabellen und Präsentationen im Office-Alltag zumeist völlig aus. Den meisten Textdokumenten und Tabellen sieht man äußerlich nicht an, ob sie in Microsoft Office oder mit den Online-Applikationen von Google erstellt wurden. Dass Letztere sich funktional nicht verstecken müssen, werden Sie bereits nach wenigen Minuten feststellen – ein kostenloses Google-Konto genügt. Nervig sind da schon eher ein paar Einschränkungen im Alltag, darunter etwa die fehlenden Kopier-und Einfügeoptionen über das Kontextmenü. Hier muss man auf die Standardtastenkombinationen Strg-C, Strg-V und Strg-X zurückgreifen.

Ausgesprochen vielfältig sind bei Google hingegen die Optionen zum Freigeben von Dateien. Jedes Dokument können Sie über die Schaltfläche „Freigeben“ per beliebiger Mailadresse anderen zur Verfügung stellen, zum Einloggen benötigt der Adressat allerdings ein Google-Konto. Anders verhält sich die im selben Fenster mögliche „Link-Freigabe“, so genügt hier die automatisch generierte URL mit den vom Besitzer festgelegten Rechten: Ansehen, Kommentieren oder Bearbeiten. Noch mehr Einstellmöglichkeiten erscheinen über „Freigeben -> Erweitert“. Nicht möglich ist es dagegen, die Nutzung zeitlich zu befristen. Der Dateieigentümer muss die Freigaberechte also gegebenenfalls manuell wieder entziehen. Kein Problem stellt bei Google übrigens der gleichzeitige Zugriff auf eine Datei dar: Haben zwei oder mehr Personen ein Dokument geöffnet, sehen alle etwaige Änderungen sofort!

Office Online von Microsoft bietet sehr viele Funktionen. Selbst für professionelles Arbeiten mit Word, Excel und Co. benötigt man das ?vollwertige? Office-Paket kaum noch.
Vergrößern Office Online von Microsoft bietet sehr viele Funktionen. Selbst für professionelles Arbeiten mit Word, Excel und Co. benötigt man das ?vollwertige? Office-Paket kaum noch.

Microsoft bietet hinsichtlich der Freigabe zwar weniger Möglichkeiten an, die Weitergabe mit und ohne Microsoft-Konto wie auch das Recht, die Bearbeitung von Dateien zuzulassen beziehungsweise zu unterbinden, gibt es jedoch auch. Die eigentliche Stärke von Microsoft liegt – wie erwartet – bei der Office-Funktionalität: Word, Excel, Powerpoint und Co kommen bereits in den kostenlosen-Online-Versionen mit sehr vielen Funktionen. Als MS-Office-Nutzer findet man sich sofort zurecht, die Web-Apps sind ähnlich strukturiert wie Office ab 2007.

Siehe auch: So nutzen Sie Cloud-Dienste sicher

Und wie bei Google lassen sich bei Microsoft auch online Mails, Termine, Kontakte und Notizen managen. Besondere Tools oder Online-Dienste wie Evernote werden kaum benötigt.

Welcher der Dienste ist nun „besser“? Sowohl Google als auch Microsoft bieten 15 GB kostenlos an und verlangen für 100 GB Speicher knapp zwei Euro/US-Dollar. Microsoft legt den Schwerpunkt hierbei auf seine Office-Anwendungen, Google mehr auf die Gesamtintegration seiner Dienste – auf „Google Fotos“ kommen wir noch ausführlich zurück. Erwähnen möchten wir hier schließlich auch die neue und frisch wirkende Präsentations-App Sway .

Google Drive erlaubt exakte Einstellungen dazu, welche Personen mit welchen Rechten auf welche Dateien zugreifen beziehungsweise an ihnen arbeiten dürfen.
Vergrößern Google Drive erlaubt exakte Einstellungen dazu, welche Personen mit welchen Rechten auf welche Dateien zugreifen beziehungsweise an ihnen arbeiten dürfen.

Eine interessante Offerte ist die Kombination von vollwertigem Office und mehr Speicherplatz. Unter der Bezeichnung Office 365 Personal respektive Office 365 Home bietet Microsoft für 69 Euro pro Jahr (Home: 99 Euro) das aktuelle Office 2016 plus 1000 GB Online-Speicher (Home: 5000 GB und fünf Geräte) an. In Anbetracht des Kaufpreises von 279 Euro für eine Einzellizenz (!) der weniger umfangreichen Desktop-Version „Office Home & Business 2016“ eignet sich das Mietmodell vor allem für Familien .

Im Detail: Das kosten und bieten die Speicherdienste
Anbieter Gratis-Speicher Jährliche Kosten für 1000 GB WebDAV-Unterstützung Verschlüsselung Server-standorte Anmerkungen
Amazon Cloud Drive

5 GB 400 Euro nein Server USA Fotospeicher unbegrenzt
Dropbox

2 GB (bis ca. 20 GB erweiterbar) 99 Euro nein Server USA diverse Zusatz-Tools
GMX / Web.de Mediacenter

10 GB – (max. 100 GB) ja Server Deutschland Online-Office
Google Drive

15 GB ca. 130 Euro nein Server USA Online-Office, Foto-speicher unbegrenzt
Hidrive (Strato)

ca. 100 Euro (2-Jahres-Vertrag) ja Server Deutschland 30 Tage kosten-loser Test
iCloud (Apple) 5 GB ca. 120 Euro nein Server USA
Mega

50 GB ca. 120 Euro (500 GB) nein Client keine Angabe End-to-End-Verschlüsselung
Onedrive (Microsoft)

5 GB 69 Euro nein Server Deutschland, USA Online-Office, 1000-GB-Angebot inkl. vollwertigem Microsoft Office
Telekom Cloud

25 GB – (max. 100 GB) ja Server Deutschland

Fotos und Videos erfordern sehr viel Speicherplatz in der Cloud

Ursprünglich konzipiert war Dropbox als Tool zum Synchronisieren zwischen verschiedenen Endgeräten, nicht aber zum dauerhaften Speichern. Auch wenn sich die Online-Speicher aus verschiedenen Gründen weiterhin nicht zum Sichern von Daten eignen, sind Fotos und Videos eine gewisse Ausnahme. Denn zum einen werden Bilder und Filme mittlerweile oft mit Geräten aufgenommen, die über eine Online-Anbindung verfügen und neue Inhalte spätestens im WLAN-Netz übertragen. Zum anderen zeigt man Fotos und Videos natürlich gerne her und teilt sie mit anderen. Dafür eignen sich Online-Plattformen ideal, da der Besitzer sie hier nur einmal hochladen muss.

Das dauerhafte Speichern von Bild-und Filmmaterial erfordert jedoch viel Platz. Dateigrößen von fünf MB im JPEG-Format sind Standard, die zwei GB Dropbox-Standardspeicher sind also schon mit 400 Aufnahmen belegt. Und selbst die 15 GB bei Microsoft oder Google reichen jeweils nur für rund 3000 Bilder.

Vor diesem Hintergrund und weil die Preise für Online-Speicher gesunken sind, hat das Foto-Online-Portal Flickr schon vor einiger Zeit sein Limit auf 1000 GB hochgesetzt. Jedes Bild darf dort maximal 50 MB groß sein, Videos sind bis zu Full-HD-Auflösung (1080p) und bis zu einer Länge von drei Minuten erlaubt. Finanziert wird das Ganze durch Werbung, der werbefreie Account kostet bei gleicher Größe 50 US-Dollar pro Jahr.

Die Fotofunktion Carousel von Dropbox bietet nicht ganz so viele Möglichkeiten wie Google Fotos, nach Orten sowie nach ein paar weiteren Kriterien sortiert sie die Aufnahmen dann aber doch.
Vergrößern Die Fotofunktion Carousel von Dropbox bietet nicht ganz so viele Möglichkeiten wie Google Fotos, nach Orten sowie nach ein paar weiteren Kriterien sortiert sie die Aufnahmen dann aber doch.

Noch weiter geht Google: Seit Mitte 2015 gewährt der Suchmaschinenkonzern Nutzern von Google Fotos unbeschränkten Speicherplatz. Theoretisch lässt sich dort also das gesamte (Foto-)Leben abspeichern. Erlaubt sind derzeit Bilder bis maximal 16 MB sowie Filme bis Full-HD. Zudem arbeiten im Hintergrund eine Reihe von Werkzeugen, die das Sortieren, Bearbeiten und Erstellen von Collagen sowie „Geschichten“ automatisieren. Praktisch ist auch die Motiverkennung, ohne dass man eigene Schlagwörter vergeben müsste.

Siehe auch: Daten sicher aus der Cloud löschen

Auf der anderen Seite gewährt dieser Einsatz von Algorithmen Google äußerst detaillierte Einblicke in die Privatsphäre. Diese gehen weit über Suchanfragen, Mailinhalte oder Standortdaten hinaus: Sind meine Schuhe abgetragen, brauche ich vielleicht neue. Zeigen meine Selfies touristische Highlights, liegt weitere Reisewerbung geradezu auf der Hand. Werbung war und ist das Kerngeschäft von Google, coole kostenlose Dienste gegen private Informationen, so lautet auch weiterhin der Deal. Ein paar Tipps zu Google Fotos geben wir in unserem Ratgeber zum Thema . Einige automatische Foto-Sortierfunktionen erlaubt ebenfalls Carousel von Dropbox , bei der Anmeldung gibt es als Bonus zusätzlich drei GB Speichervolumen.

Der perfekte Online-Speicher für alle Zwecke existiert nicht, zu unterschiedlich sind die persönlichen Anforderungen. Während die Fotofunktion bei Google wirklich gut funktioniert und der Internetkonzern dafür unbegrenzten Speicherplatz zur Verfügung stellt, gehen manchen Benutzern die Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte allerdings zu weit.

Mit ?extreme Preissenkung? bewirbt der Berliner Anbieter Strato seinen Online-Speicher Hidrive. Die Preise liegen auf dem Niveau der US-Konkurrenz, die Server aber stehen in Deutschland.
Vergrößern Mit ?extreme Preissenkung? bewirbt der Berliner Anbieter Strato seinen Online-Speicher Hidrive. Die Preise liegen auf dem Niveau der US-Konkurrenz, die Server aber stehen in Deutschland.

Fazit: Ob Dropbox oder Onedrive - den perfekten Cloud-Speicher für alles gibt es nicht!

Nicht dass die Office-Online-Apps von Google schlecht wären – im Gegenteil, häufig sind sie völlig ausreichend. Microsoft setzt genau hier seinen Schwerpunkt. Auch der Cloud-Speicher Onedrive funktioniert meistens tadellos, zumal das Desktop-Tool das Online-Laufwerk wie einen Ordner in Windows einbindet. Dass Microsoft neben Onedrive mit Docs eine zusätzliche Plattform zum Veröffentlichen ins Leben gerufen hat, dürfte dagegen bei vielen Anwendern eher für Verwirrung sorgen.

Wer mehr Speicherplatz benötigt, der fährt auf jeden Fall mit Microsoft besser: Denn hier kostet ein TB (1000 GB inklusive vollwertigem Office-2016-Paket 69 Euro pro Jahr, während Google für den gleichen Speicherplatz inklusive Steuern umgerechnet beinahe 130 Euro verlangt. Dropbox liegt mit jährlich 99 Euro in der Mitte und besticht durch einfaches Handling, Zuverlässigkeit sowie zahlreiche Zusatz-Tools von externen Entwicklern. Mit 400 Euro für 1000 GB ist der Speicherplatz bei Amazon richtig teuer und damit für Privatanwender lediglich in der Gratis-Variante attraktiv.

Die Verfügbarkeit der Apps für Mobilgeräte, die Sicherheit sowie der Datenschutz sind weitere Aspekte, die für die Auswahl des Online-Speichers entscheidend sein können. Wichtig ist aus Gründen des Datenschutzes zum einen der Serverstandort und zum anderen die Verschlüsselung. Verschlüsseln auf dem Client lässt sich mit einem Tool wie Boxcryptor prinzipiell jeder Cloud-Speicher, die kostenlose Version dieses guten Programms beschränkt sich aber auf einen Online-Dienst. Bereits implementiert in der Software ist die End-to-End-Verschlüsselung nur beim Cloud-Dienst Mega, der zudem 50 GB gratis speichert.

In Bezug auf den Datenschutz haben die deutschen Anbieter die Nase vorne. Beim Berliner Unternehmen Strato lässt sich unterschiedlich viel Platz mieten: 100 GB kosten derzeit 3,59 Euro pro Monat, 1000 GB gibt es für 9,99 Euro. Bucht man einen 24-Monate-Vertrag, reduzieren sich die Kosten auf 75 Prozent. Ebenfalls in Deutschland speichern die Deutsche Telekom und United Internet (GMX, Web.de), die 25 respektive zehn GB kostenlosen Cloud-Speicher zur Verfügung stellen. Voraussetzung ist jeweils lediglich ein Freemail-Konto beim Anbieter. Allerdings ist bei GMX, Web.de und bei der Telekom bei 100 GB Schluss.

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