Datenkrake

Google Dashboard

Sonntag, 07.03.2010 | 09:18 von Hans-Christian Dirscherl
Peinliche Youtube-Funde
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© 2014

Google hat auf die anhaltende Kritik an seiner Datensammelwut vor einiger Zeit reagiert und mit Google Dashboard ein Webfrontend bereitgestellt, das jedem Google-Benutzer auflistet, welche Einstellungen er beim jeweiligen Google-Dienst vorgenommen hat (wobei derzeit noch nicht alle Google-Anwendungen integriert sind). Diese Einstellungen lassen sich jederzeit ändern.

Google Dashboard erleichtert ohne Frage dem Benutzer die Übersicht über seine Einstellungen und deren Bearbeitung, doch das Dashboard schweigt völlig zur Verwertung dieser Daten durch Google und zur eventuellen Verknüpfung von Daten aus unterschiedlichen Google-Quellen (also beispielsweise aus Googlemail und iGoogle) zu einem gemeinsamen Profil. Und selbstverständlich schweigt Google generell zur der Frage, ob das Unternehmen fertige Nutzerprofile einmal an interessierte Unternehmen verkaufen würde. Man sollte Google Dashboard also eher als ein Komfort-Instrument sehen, zum Datenschutz trägt es allenfalls dadurch bei, dass man nun erstmals untereinander aufgereiht sieht, wie viele individuelle Einstellungen man bei Google vorgenommen hat.

Sicher ist nur eines: Möglichst differenzierte Nutzerprofile, die optimal auf den Benutzer zugeschnittene Werbeinblendungen ermöglichen, sind Gold wert und locken die Begehrlichkeit der ganzen Branche. Vielleicht hat es Google derzeit ja noch nicht nötig, Profile zu verkaufen. Aber wer weiß: Wenn es dem Unternehmen einmal schlechter geht und die Einnahmen aus Google Adwords nicht mehr sprudeln, vielleicht ändert Google dann seine Strategie.

Zusatz-Gefahr: Fremde lesen Ihre Daten

Übersichtliches Dashboard
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© 2014

Nehmen wir einmal an, Sie vertrauen Google und haben kein Problem damit, dass Google Ihre Daten für optimierte Werbeeinblendungen benutzt. Trotzdem kann Ihnen die Sammelleidenschaft von Google zum Verhängnis werden. Wenn Sie beispielsweise am PC zu Hause vergessen, sich bei Google abzumelden. Und Ihre Kinder oder Ihre Frau danach den PC nutzen und zufällig über das Webprotokoll von Google stolpern. Und dabei sehen, dass Papa nach erotischen Aufnahmen gesucht hat. Oder bei Youtube Erotik-Videos geguckt haben (wobei man hierzu anmerken muss, dass es für erotische Inhalte geeignetere Videochannels als Youtube im Internet gibt).

Ein anderes Gefahren-Szenario: Sie wollen Ihre Googlemails nur mal schnell im Internetcafe lesen - und vergessen sich danach abzumelden. Schon kann der nächste, der an Ihrem Platz sitzt, Ihre Mails lesen. Es macht also in jedem Fall Sinn, sorgfältig mit seinen Daten umzugehen. Das gilt natürlich nicht nur für Googlemail, sondern ebenso für andere Webmailanbieter wie Hotmail oder Web.de.

Abschließender Tipp zum Schutz Ihrer Privatsphäre im Web: Nutzen Sie die Webdienste von möglichst unterschiedlichen Anbietern. Damit streuen Sie Ihre Daten und verhindern, dass ein einzelner Anbieter zu viel von Ihnen erfährt. Also beispielsweise Hotmail von Microsoft, Google Maps und Youtube von Google, Office Web Apps von Microsoft (sobald es final vorliegt) und ixquick anstelle der Google-Suche. Und verzichten Sie auf überflüssige Dienste wie iGoogle. Nutzen Sie gegebenenfalls, wo erforderlich, den Privaten Modus Ihres Browsers.

Sonntag, 07.03.2010 | 09:18 von Hans-Christian Dirscherl
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (5)
  • kingjon 18:29 | 10.03.2011

    Zitat: magiceye04
    Ach wie gut, daß mein Provider sämtliche IPs unabhängig vom eigentlichen Wohnort Berlin zuweist, da fühle ich mich fast ein wenig als Hauptstädter, obwohl ich von dort weit entfernt bin
    Mein Peering-Point liegt auch 100km weit entfernt und ist eine Millionen-Stadt! Gruß kingjon

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  • kalweit 18:02 | 10.03.2011

    ...last ihn doch. Er will doch nur mit fremder Arbeit Kohle verdienen.

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  • kikaha 17:57 | 10.03.2011

    Was weiss Google schon über mich? Die IP-Adresse. Ja und, dir kennt man auch hier. Mit ein wenig Mühe und kreativität bekommt man noch raus, das ich hier im Umkreis wohne. Das wars auch schon. Absolute Anonymität kann es nicht geben im Netz.

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  • magiceye04 17:45 | 10.03.2011

    Ach, und um uns das zu erzählen, hat sich Ixquick in Form Deiner Person extra hier angemeldet? Ach wie gut, daß mein Provider sämtliche IPs unabhängig vom eigentlichen Wohnort Berlin zuweist, da fühle ich mich fast ein wenig als Hauptstädter, obwohl ich von dort weit entfernt bin Kekse nehm ich sowieso nur auf vertrauenswürdigen Seiten an, Google zählt nicht dazu. Gleiches gilt für Scripte und Plugins.

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  • Privatsp 15:40 | 10.03.2011

    Forget Google, use Ixquick ;-)

    Kleiner Tip am Rande: Es gibt nun eine zweite Suchmaschine, die von Europrise ausgezeichnet wurde. Unter www.startingpage.com[/url erhält man 1:1 Googleergebnisse und das unter Wahrung der Privatsphäre. ;-)

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