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Google Android: Was bringt Gingerbread, was kommt danach?

23.12.2010 | 09:49 Uhr |

Das nächste große Software-Upgrade für Google Android wurde offiziell veröffentlicht: Android 2.3 Gingerbread. Zusammen mit der neuen Firmware kommt außerdem ein neues Google-Smartphone. Die schlechte Nachricht: Bis Gingerbread auch an bisherige Kunden ausgeliefert wird, kann es noch einige Zeit dauern.

Android-Nutzer hatten bereits auf ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk gehofft: Schließlich hat Google zusammen mit dem neuen Nexus S auch die aktuelle Version des Android-Betriebssystems vorgestellt. Allerdings gibt es einen Dämpfer: Das Google-Smartphone wird Android Gingerbread 2.3  zwar bereits von Haus aus mitbringen, ein Update für andere Geräte ist aber noch nicht erhältlich.

Gingerbread bringt zahlreiche Neuerungen, sowohl im Inneren als auch im Äußeren. Das Benutzerinterface wurde komplett überarbeitet, die Google-Entwickler hatten dabei vor allem die Geschwindigkeit des Systems im Blick. Zudem sollen Nutzer nun ihre Android-Geräte einfacher und intuitiver nutzen können. Die offensichtlichste Änderung gibt es bei der virtuellen Tastatur: Die Tasten wurden so gestaltet, dass Nutzer den Text nun bequemer und schneller eingeben können. Zudem gibt es einen neuen Auswahlmechanismus: Drückt der Nutzer auf ein Wort, wird dieses komplett markiert. Anschließend kann man mit den beiden Reglern links und rechts die Auswahl erweitern. 

Ebenfalls verbessert wurde die Energieverwaltung: Künftig übernimmt das System eine deutlich aktivere Rolle bei der Verwaltung von Anwendungen. Dazu kommt auch ein neues Menü in den Systemeinstellungen, mit dem man Ressourcenfressern auf die Schliche kommen kann. Ziel der Neuerungen ist es, die Stromaufnahme zu minimieren. Mit den neuen Funktionen will Android vor allem bei den Spiele-Entwicklern punkten – kein Wunder, denn mit dem aktuellen iOS und Windows Phone 7 sind in diesem Bereich starke Konkurrenten auf dem Markt.

Mit Android Gingerbread 2.3 kommen zahlreiche neue Funktionen und Anwendungen auf das Smartphone. So ist beispielsweise ein SIP-Client integriert, mit dem Nutzer Gespräche per Voice over IP durchführen können. Das ist vor allem im Ausland praktisch, weil man so die teilweise recht teuren Roaming-Gebühren bei Gesprächen umgehen kann. Eine weitere große Neuerung ist Near Field Communication – kurz NFC. Diese Technik lässt sich nutzen, um Informationen über kurze Strecken auszutauschen: Man hält sein Handy etwa an ein entsprechend ausgerüstetes Konzertplakat, um direkt zum Ticket-Kauf geleitet zu werden. Im Endeffekt ist NFC eine Erweiterung der QRCodes - anders als diese Barcode-Varianten kann NFC jedoch sowohl empfangen als auch senden. So ist es zum Beispiel möglich, mit dem Handy zu bezahlen. In Deutschland kam dieses Konzept bisher nicht über die Testphase hinaus, in Großbritannien ist NFC dagegen in dem öffentlichen Nahverkehr von London bereits großflächig im Einsatz. Allerdings reicht es nicht aus, dass die Software NFC unterstützt, auch die Hardware-Hersteller müssen entsprechende Chips verbauen. Somit wird das erste NFC-fähige Android-Smartphone das Google Nexus S sein.

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