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So suchen Sie besser im Netz

17.08.2013 | 09:16 Uhr |

Finden Sie im Web wirklich das, wonach Sie suchen? Oder finden Sie nur alles Mögliche, das dem Ziel irgendwie nahekommt? Google ist gut, aber es gibt erstaunliche Alternativen.

Mit gut 80 Prozent Anteil ist Google derzeit die meistverwendete Suchmaschine in Deutschland. Auf den nachfolgenden Plätzen tummeln sich etwa Bing, T-Online, Yahoo und Ask.com mit deutlich geringerem Marktanteil im einstelligen Bereich. Alle diese Suchmaschinen funktionieren ähnlich und haben somit auch ähnliche Grenzen. Die neuen innovativen Suchwerkzeuge liegen zwar noch abseits des Mainstreams, bieten aber übersichtlichere und deutlich exaktere Suchergebnisse.

Klassische Suche mit Keywords und Filter
Die üblichen Suchmaschinen sind sich alle sehr ähnlich. Der Hauptunterschied besteht in der meist zugekauften Suchtechnologie von Google oder Bing und damit auch im Zugriff auf den verwertbaren Datenbestand. Die Benutzung erfolgt in zwei Schritten:

Schritt 1 ist die Eingabe von „Keywords“ – den Schlüssel-, Schlag- oder Suchwörtern.

Schritt 2 ist die Auswahl aus dem dargestellten Suchergebnis. Dabei werden die einzelnen Suchtreffer lediglich in einer einfachen Liste in absteigender Reihenfolge angezeigt.

Auf den Punkt: Suche gezielt angehen

Gezieltes Weitersuchen in einer bestimmten Richtung und somit eine entsprechende Verfeinerung des Suchergebnisses gelingt Ihnen nur, indem Sie die Suchanfrage um weitere Suchwörter ergänzen und dann einfach Schritt 1 wiederholen. Google & Co. bieten Ihnen keine thematische Eingrenzung – etwa die Suche innerhalb bestimmter Themengebiete. Sie bieten keine Auswahl anhand von passenden Schlagwörtern – etwa anhand einer geeigneten Begriffswolke. Mittlerweile ist es üblich, dass Ihnen die Suchmaschine passende Wörter oder Wortgruppen bereits während der Eingabe vorschlägt. Das zielt darauf ab, Ihnen bei der richtigen Schreibweise behilflich zu sein.

Google mit Navigationsleiste: Die Ergebnisse lassen sich hier per Klick nach bestimmten Medientypen filtern – etwa nur Bilder, nur Videos oder Ergebnisse in einer bestimmten Sprache oder aus einem bestimmten Land.
Vergrößern Google mit Navigationsleiste: Die Ergebnisse lassen sich hier per Klick nach bestimmten Medientypen filtern – etwa nur Bilder, nur Videos oder Ergebnisse in einer bestimmten Sprache oder aus einem bestimmten Land.

Die angebotenen Alternativen schwanken in ihrer Qualität erheblich und fördern oft auch Lustiges zutage. Suchmaschinenbetreiber können dafür allerdings nichts, weil die automatische Vervollständigung auf den Keyword-Eingaben aller Suchmaschinenbenutzer basiert. Was gibt es noch? Mit Google & Co. können Sie die Suche über die Navigationsleiste der Suchmaschine auf Bilder, Landkarten (Maps), Videos, Nachrichten, Neuigkeiten, Blogs und Einkaufen einschränken. Ferner ist ein Zeitfilter möglich. Google berücksichtigt zudem den Standort, von dem aus die Anfrage erfolgt – etwa bei Shopping-Ergebnissen.

Klassische Darstellung der Ergebnisse
Die Liste der Suchergebnisse sortiert üblicherweise absteigend nach dem Grad der Übereinstimmung zwischen dem Suchbegriff und dem im Internet gefundenen Dokument. In diese Anordnung nach Relevanz fließen eine Reihe von Faktoren in unterschiedlicher Gewichtung ein: die Häufigkeit der Verlinkung, der Grad der sprachlichen Übereinstimmung, die ausgewerteten Meta-Informationen wie Webseitentitel, Seitenbeschreibung und vom Autor vorgegebene Schlagwörter. Mitberücksichtigt werden auch die Klassifikationen und Bewertungen durch andere Nutzer. Die genaue Gewichtung der einzelnen Komponenten gilt oft als gut gehütetes Betriebsgeheimnis und liegt nicht offen.

Yahoo mit Filter: Ganz ähnlich wie Google bietet Yahoo natürlich auch einen Grobfilter für Bilder, Videos, News und Shopping – hier in horizontaler Anordnung. Die großen Suchmaschinen ähneln sich mittlerweile sehr stark.
Vergrößern Yahoo mit Filter: Ganz ähnlich wie Google bietet Yahoo natürlich auch einen Grobfilter für Bilder, Videos, News und Shopping – hier in horizontaler Anordnung. Die großen Suchmaschinen ähneln sich mittlerweile sehr stark.

Relevanz und Bauchgefühl: Aus der Anordnung als einfache Trefferliste ergibt sich für Sie als Nutzer eine Reihe von Schwierigkeiten. Erst nach einer Bewertung der Suchergebnisse durch Anklicken des vorgeschlagenen Links können Sie entscheiden, ob dieser Treffer tatsächlich relevant ist oder nicht. Häufig werden Sie nur die obersten Treffer prüfen, denn je weiter unten ein Suchtreffer in der Liste aufgeführt ist, umso irrelevanter erscheint er.

Google-Tricks - so werden Sie Such-Profi

Auf den ersten Blick ist für Sie nicht erkennbar, warum ein Suchtreffer in der Liste enthalten ist und weshalb er an einer bestimmten Position einsortiert wurde. Zwar werden die gefundenen Suchbegriffe in der Trefferliste fett markiert, aber der Bewertungsmaßstab oder die Gewichtung fehlen. Sie sehen somit nicht, warum Ihnen die Suchmaschine den Datensatz vorgeschlagen hat und dieser Treffer interessant sein soll. Suchtreffer, bei denen Sie aus dem kurzen Kontext die Zuordnung zur Suchanfrage nicht nachvollziehen können, werden Sie häufig überspringen. Oft helfen nur ein gutes Bauchgefühl und eine gute Suchmaschine.

Profiling: Standardsuchmaschinen protokollieren das Suchverhalten des Nutzers. Sie legen ein Suchprofil an und interpretieren es. Dieses Verfahren wird Profiling genannt und soll – unter anderem – eine Verbesserung Ihrer individuellen Suchergebnisse erzielen. Kehrseite dieses Profils: Sie erhalten keine neutralen Ergebnisse mehr. Es bleibt Ihnen daher nur, regelmäßig alle Protokolle und Cookies zu entsorgen.

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