Gnutella und Freenet

Eines der revolutionärsten, alternativen Tauschkonzepte ist Gnutella: Es ermöglicht das fast anonyme Tauschen beliebiger Daten im Internet. Bei unseren Tests fanden wir zwischen 10 und 20 Terabytes an Daten: viele MP3-Songs, aber auch komplette Kinofilme.
Die englischsprachige Freeware Gnutella stammt von der Firma Gnullsoft. Gnullsoft gehört zu dem Unternehmen Nullsoft, das 1999 von AOL gekauft wurde. Gnutella war nur kurze Zeit auf www.gnullsoft.com verfügbar. Das Programm wurde ohne offizielle Begründung entfernt. Es wird gemunkelt, dass AOL nicht mit einer solchen Software in Verbindung gebracht werden wollte.
Dennoch hat sich Gnutella wie ein Lauffeuer im Internet verbreitet. Das Installieren von Gnutella ist einfach. Nach dem ersten Start ist lediglich der Rechner eines beliebigen anderen Gnutella-Benutzers anzugeben, damit sich der PC des Anwenders in das Gnutella-Netzwerk einfügt. Welche Gnutella-Rechner aktuell verfügbar sind, steht beispielsweise auf www.gnutella.de.
Das Radikale am Gnutella-Konzept: Es gibt - anders als bei Napster - keinen zentralen Server, der sich aufgrund einer juristischen Verfügung sperren ließe. Da jeder Gnutella-PC gleichzeitig als Server und als Client dient, bleibt das Netzwerk auch funktionsfähig, wenn einzelne Rechner ausfallen. Im Prinzip reichen bereits zwei PCs aus, um Gnutella zu betreiben.
Aber selbst mit Gnutella ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht - denn hier lässt sich über die IP-Adresse eines Downloads ermitteln, woher eine Datei stammt. Anders ist das bei der englischsprachigen Freeware Freenet von Ian Clarke. Freenet verschleiert prinzipiell den Ursprung der Dateien.
Die Software befindet sich noch im fehlerbehafteten Betastadium, aber es ist schon jetzt bei Freenet mit vertretbarem Aufwand nicht möglich, den Absender einer Datei ausfindig zu machen. In der endgültigen Version soll das sogar völlig unmöglich sein.
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