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Gesichtserkennung mit Facebook, Google, TinEye & Co.

21.07.2011 | 09:00 Uhr |

Ein Thema scheidet die Geister: die Gesichtserkennung. Der eine bangt um seine Privatsphäre und Anonymität, der andere freut sich über die neuen Möglichkeiten. Was Gesichtserkennung heute schon leistet, wo sie eingesetzt wird und welche Gefahren und Möglichkeiten sich auftun, zeigt dieser Artikel.

Die Technik der „Gesichtserkennung“ ist grundsätzlich nicht neu. Dabei muss man unterscheiden zwischen der einfachen Bestimmung/Erkennung eines Gesichts auf Bildern (Gesichtslokalisation) und der genauen Analyse eines Gesichts, die die Zuordnung zu einer bestimmten Person durch die mathematische Berechnung von bestimmten Merkmalen ermöglicht (biometrische Gesichtserkennung).

Facebook-Gesichtserkennung auf dem Prüfstand

Neu aufgeflammt ist die Diskussion um die Risiken und Möglichkeiten der Gesichtserkennung vor kurzem durch die Einführung einer entsprechenden Funktion bei Facebook . Die für viele völlig überraschende Meldung, dass zukünftig auch bei Facebook eine entsprechende Funktion zur personalisierten Zuordnung von Fotos zur Verfügung steht, hat im Internet große Aufregung verursacht.
 
Aber bereits vor dem Facebook-Hype gelangte die Gesichtserkennung ins öffentliche Bewusstsein: im Rahmen der Kameraüberwachung in öffentlichen Gebäuden wie beispielsweise Flughäfen wird sie seit längerem zum Zweck der Erkennung von Personen eingesetzt beziehungsweise erprobt. Zum Aufschrei von Datenschützern kommen hier die technischen Hürden, denn die noch nicht völlig ausgereifte Technik führte selten zu Ergebnissen, die eine fehlerfreie Anwendung derartiger Techniken im Alltagsbetrieb gewährleistet. Oft ist der Einsatz für Außenstehende auch wenig transparent und weitergehende Überwachungsmaßnahmen werden eher still und leise eingeführt , was zusätzlich zur Verunsicherung führt. In anderen Ländern, etwa den USA, ist die Gesichtserkennung bereits im Einsatz, in Deutschland dagegen noch in der Testphase (etwa am Flughafen Frankfurt bei der Grenzkontrolle).

Auch die schon heute verbreitete Nutzung der Gesichtserkennung in Digitalkameras trug zur Verbreitung und Bekanntheit dieser Technik bei. Hier muss man ebenfalls zwischen verschiedenen Funktionen unterscheiden, die bereits in heutigen Digitalkameras zur Verfügung stehen:

Gesichtslokalisation

Gesichter werden erkannt, damit der Autofokus speziell für Porträtaufnahmen optimiert werden kann. Diese Funktion ist heute bei Digitalkameras Standard und nutzt keine weitergehenden biometrischen Funktionen zur Analyse und zum Abgleich von speziellen Gesichtern.

Erkennung eines Lächelns

Auch die Funktion zur Erkennung eines Lächelns und die damit verbundene automatische Auslösung eines Fotos steht in vielen Kameras zur Verfügung. Mit biometrischer Gesichtserkennung hat das ebenfalls kaum etwas zu tun: Typische Merkmale eines Lächelns (Zähne, Lachfalten, Veränderung der Augen) können technisch verhältnismäßig einfach erkannt werden. Das gilt zum Beispiel auch für die Erkennung von geschlossenen Augen oder die Unterscheidung von Erwachsenen und Kindern.

Gesichtserkennung

Es gibt sie auch in den Digitalkameras, die „richtige“ Gesichtserkennung. Dabei können bestimmte Gesichter als Profile abgespeichert werden und dann beim Autofokus oder für Bilddaten besonders berücksichtigt werden. Die SH-100 von Samsung , eine kompakte und erschwingliche Digitalkamera, kann zum Beispiel Profile von bis zu 20 Gesichtern speichern. Eine tolle Funktion – aber technisch natürlich wesentlich einfacher umzusetzen als der biometrische Abgleich von einzelnen Bildern in Datenbanken mit Millionen von Bildern und abzugleichenden Profilen.
 
Auf den nächsten Seiten lesen Sie, welche Dienste schon heute Gesichtserkennungsfunktionen nutzen und welche Möglichkeiten und Gefahren sich auftun.

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